Malertisch

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Ein Malertisch ist ein langer, schmaler Klapptisch, auf dem Tapetenbahnen ausgerollt, zugeschnitten und eingekleistert werden. Im Handel heißt er meist Tapeziertisch. Er dient außerdem als Ablage für Farbe, Rollen und Werkzeug – und verhindert, dass all das auf dem Boden, einem Stuhl oder der Fensterbank landet. Für ein einzelnes Zimmer tut es ein einfaches Modell, wer öfter renoviert, sollte auf Stabilität achten.
Wozu Sie ihn brauchen
Beim Tapezieren liegt die Bahn in voller Länge auf dem Tisch. Sie messen ab, schneiden zu, streichen den Kleister gleichmäßig auf und legen die Bahn zusammen, damit sie einweichen kann. Auf dem Boden gelingt das nie so sauber: Man kniet, der Kleister landet auf dem Parkett, und die Bahn verschiebt sich. Bei Vliestapeten, die an die Wand gekleistert werden, braucht man den Tisch zwar seltener, zum Zuschneiden ist er aber trotzdem praktisch.
Beim Streichen dient der Tisch als Arbeitsplatz für Eimer, Abstreifgitter, Pinsel und Abdeckband. Alles liegt in Griffhöhe, und Spritzer gehen auf eine abwischbare Platte statt auf Möbel.

Die üblichen Maße
Der Standard ist 300 × 60 cm, dreiteilig klappbar. Die Länge ist nicht zufällig: Sie entspricht grob einer Tapetenbahn für einen Raum mit normaler Deckenhöhe plus Zugabe. Kürzere Tische mit 100 bis 200 cm sind leichter zu verstauen, dann muss die Bahn aber in Etappen eingekleistert und gefaltet werden.
| Maß | Eignung |
| 300 × 60 cm | Standard zum Tapezieren, ganze Bahn auf einmal |
| 200 × 60 cm | kleine Räume, Dachschrägen, wenig Stauraum |
| 100 × 60 cm | nur Ablage für Farbe und Werkzeug |
Die Arbeitshöhe liegt meist zwischen 75 und 85 cm. Einige Modelle sind höhenverstellbar, was vor allem großen Menschen den Rücken schont.
Holz, Kunststoff oder Metall
Holz ist die klassische Ausführung: eine Platte aus Pappel- oder Fichtenholz oder Spanplatte auf Holzbeinen. Günstig und ausreichend stabil, aber empfindlich gegen Feuchtigkeit – Kleister, der eintrocknet, quillt die Oberfläche auf. Nach der Arbeit abwischen und trocken lagern.
Kunststoff ist leicht abwaschbar und unempfindlich gegen Kleister und Wasserfarbe. Die Platten sind oft hohl oder gerippt, was Gewicht spart, aber etwas Stabilität kostet.
Metall, meist Aluminiumrahmen mit Kunststoff- oder Holzplatte, ist am robustesten und hält auch schweren Farbeimern stand. Für Profis, die den Tisch täglich auf- und abbauen, lohnt sich diese Variante.
Stabilität zählt mehr als Material
Ein wackelnder Tapeziertisch ist schlimmer als keiner. Wenn die Bahn mit Kleister verrutscht oder ein 10-Liter-Eimer umkippt, ist der Schaden größer als die Zeitersparnis. Achten Sie auf eine Arretierung der Beine, Querstreben zwischen den Beinpaaren und Scharniere, die sich nicht ausschlagen. Die Tischplatte sollte in der Mitte nicht durchhängen, wenn Sie sich mit den Händen darauf abstützen.
Ein guter Test im Laden: Tisch aufstellen, an einer Ecke kräftig ziehen. Verschiebt er sich parallel oder kippt er, taugt er nicht für volle Farbeimer.
Klappbar für den Transport
Fast alle Malertische lassen sich auf ein Drittel oder die Hälfte zusammenklappen, einige haben einen Tragegriff. Zusammengeklappt passt ein 300-cm-Tisch mit rund 100 cm Länge in jeden Kofferraum. Wer den Tisch in einer Wohnung mit engem Treppenhaus einsetzt, freut sich über ein geringes Gewicht; Holzmodelle wiegen 10 bis 15 kg, leichte Kunststoffvarianten deutlich weniger. Mehr zu dreiteiligen Modellen im Beitrag Tapeziertisch dreiteilig.
Richtig einsetzen
- Boden abdecken. Unter und um den Tisch gehört eine Abdeckung aus Malervlies, weil Kleister unweigerlich über die Kante läuft.
- Tisch in die Raummitte stellen, mit Platz für einen Schritt rundherum und gutem Licht.
- Platte sauber halten. Nach jeder Bahn Kleisterreste mit einem feuchten Schwamm abwischen, sonst klebt die Schauseite der nächsten Bahn daran fest.
- Bahn bündig an eine Tischkante legen. So verschmieren Sie keinen Kleister auf die Vorderseite.
- Farbeimer nicht an die Kante stellen, sondern über ein Beinpaar, wo der Tisch am stabilsten ist.
Kaufen, gebraucht oder mieten
Neue Tapeziertische gibt es ab etwa 25 Euro, solide Modelle mit stabilem Gestell kosten 40 bis 80 Euro, Profitische aus Aluminium mehr. Gebraucht sind sie oft für wenig Geld zu bekommen; prüfen Sie Scharniere und Beine auf Spiel und die Platte auf aufgequollene Stellen.
Mieten lohnt sich selten, weil die Leihgebühr für ein Wochenende schnell ein Drittel des Kaufpreises ausmacht. Einige Baumärkte und Malerfachhändler verleihen Tapeziertische trotzdem, meist im Paket mit anderen Geräten.
Alternativen für den Notfall
Eine alte Tür auf zwei Böcken ist ein vollwertiger Ersatz und sogar stabiler als mancher Klapptisch. Mit einem Arbeitsbock-Paar und einer glatten Platte lässt sich ein belastbarer Arbeitstisch in beliebiger Länge bauen. Esstisch und Bügelbrett dagegen sind keine gute Idee: zu kurz, zu empfindlich oder zu wackelig.
Häufige Fragen
Brauche ich einen Malertisch für Vliestapete?
Nicht unbedingt, weil Vliestapeten meist per Wandklebetechnik verarbeitet werden. Zum Ablängen der Bahnen ist ein Tisch aber sehr hilfreich.
Wie reinige ich die Platte?
Kleister und Dispersionsfarbe lassen sich frisch mit warmem Wasser entfernen. Eingetrocknete Reste weichen Sie mit einem nassen Tuch einige Minuten ein und schieben sie dann mit einem Spachtel ab.
Wie hoch sollte der Tisch sein?
Die Platte sollte etwa auf Hüfthöhe liegen, sodass Sie mit gestreckten Armen den Kleister auftragen können, ohne sich zu bücken.


