Arbeitsbock

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Ein Arbeitsbock ist ein kniehohes Gestell, auf das man Platten, Balken oder Türen legt, um daran zu sägen, zu schleifen oder zu streichen. Meist kommt er im Paar, oft klappbar, manchmal höhenverstellbar. Das Wichtigste daran ist nicht die Traglast auf dem Etikett, sondern wie sicher er steht, wenn jemand darauf arbeitet.
Wofür ein Bock taugt
Ein Paar Böcke ersetzt auf der Baustelle und im Garten die Werkbank. Darauf lassen sich Spanplatten mit der Handkreissäge zuschneiden, Türblätter lackieren, Dielen ablängen oder Terrassenbretter vorbohren. Im Innenausbau dienen sie mit ein paar Bohlen darüber als niedriges Arbeitsgerüst, im Garten als Ablage beim Streichen des Zauns.
Wer dauerhaft eine feste Arbeitsfläche braucht, ist mit einer Werkbank oder einer mobilen Werkbank besser bedient. Böcke spielen ihre Stärke aus, wo das Werkstück größer ist als jede Bank und wo man abends alles wieder zusammenklappen will.
Die Bauarten
| Klappbock aus Holz | Der Klassiker: einfach, günstig, man darf hineinsägen. Verzieht sich bei Nässe. |
| Metallbock | Stahl oder Alu, klappbar, meist höhenverstellbar. Robust, verträgt hohe Lasten, darf aber nicht angesägt werden. |
| Kunststoffbock | Leicht, stapelbar, oft mit Aufnahme für Kanthölzer. Gut für den Transport, nicht für schwere Lasten. |
| Unterstellbock | Schmal, meist Stahl, trägt punktuell hohe Lasten. Eigentlich zum Abstützen gedacht, nicht als Arbeitsfläche. |
| Spannbock | Mit integrierter Spannvorrichtung, halb Bock, halb klappbare Werkbank. |
Die richtige Arbeitshöhe
Für Sägearbeiten liegt die angenehme Höhe etwa zwischen Knie und Hüfte, meist 60 bis 80 cm. Dann kann man das Werkstück mit dem Knie sichern und die Säge von oben führen. Zum Schleifen, Streichen und Montieren darf es höher sein, etwa bis zur Hüfte, damit man nicht gebückt arbeitet.
Höhenverstellbare Böcke decken typischerweise einen Bereich von rund 65 bis 90 cm ab. Das ist der größte praktische Vorteil gegenüber festen Holzböcken, die man nur durch Unterlegen oder Absägen anpassen kann. Achten Sie darauf, dass beide Böcke eines Paares exakt auf dieselbe Höhe rasten, sonst liegt die Platte schief und kippelt.
Traglast: pro Bock oder pro Paar?
Die Angaben reichen im Handel von gut 100 kg bis über 500 kg. Lesen Sie genau, ob der Wert für einen Bock oder für das Paar gilt – beides ist üblich, und der Unterschied ist der Faktor zwei.
Die Zahl allein sagt außerdem wenig. Sie gilt für eine ruhende, mittig aufgelegte Last. Wer sich auf eine Bohle zwischen zwei Böcken stellt, bringt Stöße und seitliche Kräfte hinein, die ein Klappmechanismus schlechter verträgt als eine gleichmäßige Last. Rechnen Sie mit Reserve: Für Personen auf dem Bock sollte die Angabe deutlich über dem tatsächlichen Gewicht liegen.
Worauf es beim Kauf ankommt
- Standbreite. Breit gespreizte Beine kippen nicht, wenn man seitlich gegen das Werkstück drückt. Schmale Unterstellböcke sind dafür nicht gemacht.
- Klappmechanismus mit Sicherung. Ein Bock, der unter Last zusammenklappt, ist gefährlicher als gar keiner. Gute Modelle rasten hörbar ein und haben eine zweite Sicherung.
- Rutschfeste Auflage. Gummi- oder Kunststoffauflagen verhindern, dass glatte Platten wandern, und schonen lackierte Oberflächen.
- Niveauausgleich. Einzeln verstellbare Füße gleichen unebenen Boden aus – im Garten und im Rohbau unbezahlbar.
- Gewicht und Packmaß. Wer die Böcke im Auto mitnimmt, freut sich über ein Paar, das zusammengeklappt flach liegt.
Sicher sägen auf dem Bock
Legen Sie den Schnitt nie zwischen die Böcke, wenn beide Teile frei hängen. Die Platte sackt in der Mitte ein, klemmt das Sägeblatt, und die Säge schlägt zurück. Besser: den Schnitt außerhalb der Böcke setzen, sodass nur das Reststück herunterfällt, oder die Platte auf zwei Kanthölzer quer über den Böcken legen und mit eingestellter Schnitttiefe durch die Platte und nur leicht ins Holz sägen.
Bei Holzböcken ist genau das erlaubt – sie sind Verbrauchsmaterial. Bei Metallböcken muss das Sägeblatt sicher über der Auflage bleiben. Werkstücke, die sich bewegen können, sichern Sie mit Schraubzwingen oder Korpuszwingen am Bock.
Selbst bauen
Ein Paar einfache Böcke aus Kantholz ist in einem Nachmittag gebaut. Es gibt Bockbeschläge aus Stahl, in die man vier Beine und einen Querbalken steckt und verschraubt; das spart das Ausrechnen der Winkel. Rechnen Sie mit Kanthölzern um 6 × 6 cm für die Beine und einem kräftigen Querholz obendrauf.
Selbstgebaute Böcke haben einen Vorteil: Man kann sie ohne schlechtes Gewissen ansägen und anbohren. Einen Nachteil auch: Sie sind schwerer als gekaufte Metallböcke und lassen sich nicht zusammenklappen. Eine ausführliche Anleitung für eine feste Bank steht unter Werkbank selber bauen.
Einzeln oder im Paar
Für kurze Werkstücke, etwa zum Absägen von Latten, reicht ein einzelner Bock, auf dem man das Holz mit dem Knie hält. Sobald Platten, Türen oder lange Bohlen ins Spiel kommen, braucht es zwei. Bei sehr langen oder dünnen Werkstücken, etwa 5 m langen Terrassendielen, hilft ein dritter Bock in der Mitte gegen Durchhängen.
Kaufen Sie Böcke, die zusammen verwendet werden, vom selben Typ. Nur dann passen Höhe und Auflage zusammen.
Häufige Fragen
Was kostet ein Arbeitsbock?
Einfache Klappböcke gibt es ab etwa 30 Euro, oft schon im Paar. Höhenverstellbare Metallböcke mit hoher Traglast kosten 50 bis 100 Euro je Paar, Spannböcke mit Zubehör auch mehr.
Holz oder Metall?
Holz, wenn Sie oft hineinsägen und die Böcke als Verbrauchsmaterial sehen. Metall, wenn Sie schwere Lasten auflegen, die Höhe verstellen wollen oder die Böcke draußen stehen.
Kann ich einen Arbeitsbock als Gerüst verwenden?
Nur für geringe Höhen und mit einer stabilen Bohle, die auf beiden Böcken ausreichend aufliegt. Für Arbeiten über Kopf oder in größerer Höhe gehört ein Gerüst oder eine geeignete Leiter her, etwa eine Multifunktionsleiter.
Warum wackelt mein Bock?
Meist ist der Boden uneben oder ein Bein ist nicht voll ausgeklappt. Prüfen Sie die Rastung und gleichen Sie mit verstellbaren Füßen oder einem Holzkeil aus – nie mit einem Stein, der wegrutschen kann.



