Verputzmaschine

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Eine Verputzmaschine mischt Trockenmörtel mit Wasser, pumpt ihn durch einen Schlauch und spritzt ihn mit Druckluft an die Wand. Sie schafft an einem Tag Flächen, für die ein Stuckateur mit der Kelle eine Woche braucht – verlangt aber Drehstrom, Wasserdruck, Übung und eine gründliche Reinigung. Für Heimwerker ist sie ein Mietgerät, kein Kaufgerät.
Wie sie arbeitet
Die klassische Verputzmaschine ist eine Mischpumpe. Oben kommt der Sackputz in einen Trichter. Eine Förderschnecke transportiert ihn in die Mischzone, wo über einen Wasserzähler genau dosiertes Wasser hinzukommt. Ein Mischwendel rührt beides zu einem gleichmäßigen Mörtel. Eine Schneckenpumpe aus Rotor und Stator drückt ihn dann durch den Mörtelschlauch zur Spritzpistole.
An der Pistole mischt sich Druckluft von einem Kompressor hinzu und zerstäubt den Mörtel, der mit Schwung an die Wand fliegt. Danach wird der Putz wie gewohnt mit der Kartätsche abgezogen und bearbeitet.

Was sie verarbeitet
- Maschinenputze aus dem Sack: Kalkzement-, Kalk-, Gips- und Kalkgipsputze für innen und außen.
- Leichtputze und Dämmputze für Fassaden.
- Kleber und Armierungsmörtel für Wärmedämmverbundsysteme.
- Fließestrich und Ausgleichsmassen mit passender Konfiguration.
- Fugenmörtel bei kleinen Fugen- und Verputzmaschinen.
Wichtig: Nur Mörtel, die ausdrücklich als Maschinenputz gekennzeichnet sind. Handputze haben eine andere Körnung und Zusammensetzung und verstopfen Pumpe und Schlauch. Für Kalkzementputz im Wohnbereich siehe Kalkzementputz.
Anschlüsse und Stromversorgung
| Strom | Große Mischpumpen laufen mit 400 V Drehstrom und rund 5,5 kW, meist über eine 16-A- oder 32-A-CEE-Steckdose. Kleine Geräte gibt es mit 230 V. |
| Wasser | Anschluss mit ausreichend Druck, häufig werden mindestens etwa 2,5 bar verlangt. Reicht der Hausdruck nicht, hilft eine Druckerhöhungspumpe. |
| Druckluft | Ein Kompressor liefert die Zerstäuberluft an der Spritzpistole. |
| Schläuche | Mörtelschläuche mit 25 oder 35 mm Innendurchmesser, dazu Wasser- und Luftschlauch. |
Den Baustromanschluss legt eine Elektrofachkraft, falls im Haus keine passende CEE-Steckdose vorhanden ist. Ein Baustromverteiler mit Fehlerstromschutzschalter ist auf der Baustelle Pflicht.
Leistung und Kenngrößen
Wichtige Werte beim Vergleich sind die Förderleistung in Litern je Minute, die Förderweite und -höhe (wie weit und wie hoch der Mörtel gepumpt werden kann), die Körnung, die die Pumpe verträgt, und das Trichtervolumen. Für die Wohnhaussanierung genügen gängige Geräte mit Förderweiten von einigen Dutzend Metern. Große Baustellen mit mehreren Stockwerken brauchen stärkere Pumpen oder Silotechnik.
Kaufen, gebraucht kaufen oder mieten
Neue Verputzmaschinen beginnen bei einigen tausend Euro, einfache Geräte ab etwa 3000 Euro, Profimaschinen deutlich darüber. Gebrauchte Maschinen sind günstiger, aber Stator, Rotor, Mischwelle und Schläuche sind Verschleißteile, deren Zustand man schwer beurteilen kann.
Für ein einzelnes Haus lohnt nur die Miete. Baumaschinenverleiher geben die Maschine tageweise oder für ein Wochenende heraus, oft mit Schläuchen, Pistole und Kompressor als Paket, und erklären die Bedienung. Fragen Sie nach einem Einweisungstermin – die ersten Minuten mit dem Gerät entscheiden über den Tag.
Vorbereitung auf der Baustelle
- Untergrund vorbereiten: Putzgrund, Haftbrücke oder Vornässen nach Vorgabe des Putzherstellers.
- Putzschienen und Eckprofile setzen, damit Sie später eine Lehre zum Abziehen haben, siehe Putzschienen.
- Fenster, Türen, Böden abdecken. Spritzputz fliegt weit.
- Material bereitstellen: genug Säcke für den ganzen Arbeitsgang, nahe am Trichter.
- Maschine einschlämmen: Vor dem ersten Putz Schlauch mit Kleister oder Schlämme gleitfähig machen, sonst bildet sich ein Pfropfen.
Arbeiten mit der Maschine
Arbeiten Sie zu zweit: Eine Person spritzt, die andere zieht ab. Spritzen Sie in gleichmäßigen Bahnen von unten nach oben oder von oben nach unten, die Pistole in etwa 20 bis 30 cm Abstand. Die Maschine darf nicht leerlaufen: Ein trocken laufender Stator ist in Minuten zerstört. Der Trichter bleibt immer gefüllt.
Längere Pausen sind heikel, weil der Mörtel im Schlauch anzieht. Für Mittagspausen die Maschine laufen lassen und den Mörtel zurück in den Trichter fördern, oder alles durchspülen.
Reinigung
Die Reinigung ist genauso wichtig wie die Arbeit. Am Ende des Tages wird der Trichter leer gefahren, der Schlauch mit Wasser und einem Reinigungsschwamm durchgeschossen, Mischzone und Pistole gewaschen. Zementreste, die über Nacht aushärten, machen aus dem Mietgerät einen teuren Reparaturfall.
Alternativen für Heimwerker
Für kleinere Flächen gibt es handliche Geräte:
- Der Putzwerfer, auch Putzhexe genannt, wird mit der Kelle befüllt und schleudert den Putz mit Druckluft an die Wand.
- Eine Putzpistole mit Trichter funktioniert ähnlich.
- Eine Handmörtelpumpe oder Mörtelspritze hilft beim Verfugen.
Diese Geräte mischen nicht selbst; den Mörtel rühren Sie wie gewohnt an. Für eine einzelne Wand oder eine Fassade in Eigenleistung sind sie oft die bessere Wahl, siehe auch eine Außenwand verputzen.
Verwechslungsgefahr
Unter dem Namen „Verputzmaschine“ findet man auch Geräte aus einer ganz anderen Branche: Schweißraupen-Verputzmaschinen entfernen in der Fensterfertigung die Schweißnaht an Kunststoffprofilen. Mit Putz haben sie nichts zu tun.
Häufige Fragen
Wie viel Fläche schafft man am Tag?
Ein eingespieltes Zweierteam verputzt mit der Maschine je nach Putz und Untergrund 100 m² und mehr am Tag. Mit Kelle sind es eher 20 bis 30 m².
Kann ich allein mit der Maschine arbeiten?
Theoretisch ja, praktisch schlecht: Der Putz zieht an, bevor Sie ihn abgezogen haben.
Brauche ich unbedingt Drehstrom?
Für die üblichen großen Mischpumpen ja. Kleinere 230-V-Geräte existieren, sind aber langsamer.



