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Heimwerker-Berater

Streichputz innen

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Inhalt11 Abschnitte
  1. Die drei Bindemittel
  2. Das Raumklima
  3. Welcher Putz für welchen Raum
  4. Wie lange er hält
  5. Überstreichen
  6. Verarbeiten
  7. Ausbessern
  8. Entfernen
  9. Typische Fehler
  10. Kosten
  11. Häufige Fragen

Streichputz ist innen die einfachste Art, einer Wand eine Putzoberfläche zu geben: Er wird gerollt oder gestrichen, braucht keine Kelle und verzeiht kleine Unebenheiten. Welcher der richtige ist, entscheidet vor allem das Bindemittel. Denn davon hängt ab, wie die Wand mit Feuchtigkeit umgeht, wie robust sie ist und ob sie später einfach wieder zu streichen ist.

Die drei Bindemittel

BindemittelEigenschaftenPasst gut in
Dispersion (Kunstharz)elastisch, robust, einfach zu verarbeiten, weniger diffusionsoffenFlure, Wohnräume, Treppenhaus
Silikatmineralisch, sehr diffusionsoffen, verbindet sich mit mineralischem UntergrundWohnräume, Schlafzimmer, Altbau
Kalkstark alkalisch, feuchtigkeitsregulierend, wirkt Schimmel entgegenBad, Keller, Schlafzimmer, Altbau

Dispersionsstreichputz ist am weitesten verbreitet, weil er auf fast jedem Untergrund haftet und einfach zu verarbeiten ist. Silikat- und Kalkstreichputze brauchen einen mineralischen Untergrund wie Kalk- oder Zementputz und haften auf alten Dispersionsanstrichen nur mit passender Grundierung.

Das Raumklima

Mineralische Putze nehmen Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und geben sie später wieder ab. Das dämpft Feuchtespitzen nach dem Duschen, Kochen oder in einem vollen Schlafzimmer. Kalk ist zudem stark alkalisch, was Schimmelsporen das Wachstum erschwert. Ein Ersatz für ausreichendes Lüften ist das nicht, aber eine sinnvolle Ergänzung. Dispersionsputze sind dichter und nehmen weniger Feuchtigkeit auf. In normal genutzten Wohnräumen reicht das, in schlecht gelüfteten Räumen sind mineralische Produkte die bessere Wahl. Mehr zu Kalk als Anstrich unter Kalkfarbe.

Welcher Putz für welchen Raum

Wohnzimmer und Flur: Hier zählt Robustheit. Dispersionsstreichputz verträgt Stöße und lässt sich abwischen. Im Flur ist eine mittlere Körnung praktisch, weil sie Gebrauchsspuren verbirgt.

Schlafzimmer und Kinderzimmer: Mineralische Putze sind hier erste Wahl, auch wegen der geringen Emissionen. Achten Sie auf Produkte ohne Lösemittel und mit geringer Emission, erkennbar an Umweltzeichen.

Bad: Kalkstreichputz eignet sich für Wandflächen außerhalb des direkten Spritzwasserbereichs. In der Dusche selbst gehört eine Abdichtung und Fliese oder ein spezieller Feuchtraumbelag hin. Alternativ gibt es Feuchtraumfarbe.

Küche: Hinter dem Herd und der Spüle ist Streichputz schwer sauber zu halten. Dort ist eine glatte, abwaschbare Fläche oder eine Küchenrückwand praktischer.

Wie lange er hält

Ein gut aufgetragener Streichputz hält im Innenraum viele Jahre, oft Jahrzehnte. Er altert kaum, weil ihm keine UV-Strahlung und kein Regen zusetzt. Was ihn abnutzt, sind Stöße, Reibung und Schmutz, etwa an Ecken im Flur, hinter Stühlen oder neben dem Lichtschalter. An solchen Stellen hilft eine robuste Dispersionsvariante oder eine Schutzleiste.

Überstreichen

Ein großer Vorteil von Streichputz ist, dass er sich jederzeit überstreichen lässt. Die Struktur bleibt erhalten, wird aber mit jedem Anstrich etwas weicher. Wählen Sie eine Farbe, die zum Bindemittel passt: Auf Kalk- und Silikatputz gehört eine mineralische Farbe, sonst verliert der Putz seine Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen. Auf Dispersionsputz geht jede gute Innenfarbe. Eine Rolle mit mittlerem bis langem Flor bringt die Farbe auch in die Vertiefungen.

Verarbeiten

Innen sind die Bedingungen leichter als an der Fassade: kein Wind, keine direkte Sonne, gleichmäßige Temperatur. Trotzdem gelten dieselben Regeln: tragfähiger Untergrund, Grundierung, nass in nass arbeiten, keine Pausen mitten in der Wand. Die Einzelschritte stehen unter Streichputz auftragen, die Wirkung der verschiedenen Körnungen unter Streichputz fein.

Ausbessern

Kleine Schäden lassen sich mit einem Rest des Putzes und einem Pinsel oder Schwamm ausbessern. Tupfen Sie das Material in die Schadstelle und arbeiten Sie die Struktur mit demselben Werkzeug nach, das beim ursprünglichen Auftrag verwendet wurde. Ganz unsichtbar wird eine Ausbesserung selten; am besten gelingt sie, wenn die Wand danach einmal komplett überstrichen wird. Heben Sie deshalb nach dem Verputzen einen Rest Material luftdicht verschlossen auf.

Entfernen

Dispersionsstreichputz lässt sich mit Wasser einweichen und abspachteln, bei älteren Schichten hilft ein Tapetenablöser oder ein Dampfgerät. Mineralische Streichputze sind hart und müssen abgeschliffen oder abgestoßen werden. Meist ist es einfacher, den Putz mit einem Glätt- oder Flächenspachtel zu überziehen, als ihn zu entfernen. Methoden für hartnäckige Fälle unter Putz entfernen.

Typische Fehler

  • Mineralischer Putz auf Dispersionsfarbe. Ohne passende Haftbrücke blättert er ab, oft erst nach Monaten.
  • Dispersionsfarbe auf Kalkputz. Die Wand verliert ihre feuchteregulierende Wirkung, und der Putz kann darunter mürbe werden.
  • Im Bad bis in die Dusche gezogen. Streichputz ist keine Abdichtung und hält Spritzwasser auf Dauer nicht stand.
  • Zu grobe Körnung im Schlafzimmer. Sie sieht gut aus, sammelt aber Staub, den man nur mühsam wieder herausbekommt.

Kosten

Streichputz für innen kostet je nach Bindemittel und Marke etwa 3 bis 10 Euro je Quadratmeter an Material. Dazu kommen Grundierung, Rollen und Abdeckmaterial. Mineralische Produkte sind meist etwas teurer als Dispersionsputze. Ein Malerbetrieb berechnet einschließlich Vorbereitung ein Mehrfaches davon.

Häufige Fragen

Kann ich Streichputz auf alte Dispersionsfarbe auftragen?

Dispersionsputz ja, wenn die Farbe fest haftet. Für Kalk- oder Silikatputz braucht es eine spezielle Grundierung als Haftbrücke.

Ist Streichputz schwer sauber zu halten?

Je gröber die Struktur, desto mehr Staub setzt sich ab. Feine Körnungen und Dispersionsputze lassen sich leichter reinigen als grobe Mineralputze.

Eignet er sich für Allergiker?

Mineralische Streichputze ohne Konservierungsstoffe gelten als gut verträglich. Lesen Sie das technische Merkblatt und achten Sie auf emissionsarme Produkte.

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