Die richtige Arbeitskleidung: auch für den Heimwerker ein Muss!

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Heimwerker verletzen sich meist nicht durch Pech, sondern durch das, was sie gerade anhaben: Turnschuhe unter einer fallenden Fliese, ein weiter Ärmel an der Bohrmaschine, keine Brille beim Trennschleifen. Schutzkleidung muss nicht teuer sein, aber sie muss zur Arbeit passen. Die gewerbliche Arbeitswelt hat dafür klare Normen, an denen Sie sich auch zu Hause orientieren können.
Worauf es ankommt
Gute Arbeitskleidung erfüllt vier Aufgaben. Sie schützt vor den Gefahren der jeweiligen Arbeit, sie ist robust genug, um Schmutz und Abrieb auszuhalten, sie behindert nicht beim Bewegen, und sie hat Taschen dort, wo man sie braucht. Alltagskleidung scheitert meist an den ersten beiden Punkten: Eine Jeans reißt beim Knien auf, ein Pullover verfängt sich in der Maschine, und Funken brennen Löcher in Kunstfasern.
Die Grundausstattung
| Schutzbrille | Nach EN 166. Bei jedem Schleifen, Bohren über Kopf, Meißeln und Sägen. Bügelbrillen mit Seitenschutz genügen für die meisten Arbeiten. |
| Gehörschutz | Nach EN 352, als Kapsel oder Stöpsel. Ab etwa 80 dB(A) sinnvoll, ab 85 dB(A) im Beruf Pflicht. |
| Handschuhe | Je nach Arbeit: Montagehandschuhe, Schnittschutz nach EN 388, Chemikalienschutz nach EN ISO 374. |
| Atemschutz | Partikelmasken nach EN 149, FFP2 für die meisten Stäube, FFP3 für besonders gefährliche. |
| Sicherheitsschuhe | Nach EN ISO 20345, mit Zehenschutzkappe. Für draußen und auf Baustellen mit durchtrittsicherer Sohle. |
Mit diesen fünf Teilen sind die häufigsten Verletzungen im Heimwerkerbereich abgedeckt: Splitter im Auge, Gehörschäden, Schnitte, Staub in der Lunge und Quetschungen am Fuß.
Sicherheitsschuhe: die Klassen
Sicherheitsschuhe tragen eine Kennzeichnung, die ihre Schutzfunktionen beschreibt. S1 hat eine Zehenschutzkappe, ist antistatisch und dämpft den Fersenaufprall. S2 ist zusätzlich wasserabweisend. S3 bringt darüber hinaus eine durchtrittsichere Sohle und eine Profilsohle mit. Für Arbeiten im Haus reicht meist S1 oder S2, im Garten, beim Abriss und auf der Baustelle mit herumliegenden Nägeln ist S3 die richtige Wahl.
Der Unterschied ist spürbar: Ein herunterfallender Fliesenstapel oder Betonstein kann ohne Kappe Zehen brechen. Mit Kappe bleibt es beim Schreck.
Hosen und Jacken
Eine Arbeitshose aus robustem Mischgewebe oder Baumwolle mit verstärkten Knien hält deutlich mehr aus als eine Jeans. Wichtig sind Taschen für Zollstock, Bleistift und Cutter, und für Bodenarbeiten Kniepolstertaschen. Wer viel kniet, beim Fliesenlegen oder Laminatverlegen, sollte Kniepolster nicht auslassen; die Kniescheibe bedankt sich nach dem ersten Tag.
Beim Schleifen mit dem Winkelschleifer und beim Schweißen gehört keine Kunstfaser auf die Haut. Polyester schmilzt bei Funkenflug und brennt sich fest. Baumwolle oder spezielle schwer entflammbare Gewebe sind hier sicherer.

Eng anliegend an rotierenden Maschinen
An Bohrmaschinen, Drechselbänken und Ständerbohrmaschinen kann alles, was lose ist, erfasst und aufgewickelt werden: weite Ärmel, Schals, Kordeln, lange Haare, Schmuck. An solchen Maschinen gilt deshalb auch: keine Handschuhe. Ein Handschuh, der vom Bohrer erfasst wird, zieht die Hand mit. Das klingt übertrieben, ist aber eine der häufigsten schweren Handverletzungen in Werkstätten. Ärmel hochkrempeln oder eng anliegend tragen, lange Haare zusammenbinden, Uhr und Ringe ablegen.
Staub ist unterschätzt
Beim Schleifen von Holz, Gipskarton, Beton und alten Anstrichen entstehen feine Stäube, die tief in die Lunge gelangen. Eichen- und Buchenholzstaub gelten als krebserzeugend, Quarzstaub aus Beton und Mörtel schädigt die Lunge dauerhaft. Eine FFP2-Maske ist bei jedem Schleifen Pflicht, bei Betonarbeiten besser FFP3. Sie muss dicht am Gesicht anliegen, mit Bart gelingt das kaum. Bei Lacken und Lösemitteln schützt eine Partikelmaske nicht; dafür braucht es eine Lackiermaske mit Gasfilter.
Gehörschutz nicht vergessen
Gehörschäden entstehen schleichend und sind nicht heilbar. Ein Winkelschleifer, eine Kreissäge oder ein Bohrhammer erreichen leicht Werte um 100 dB(A). Schon eine halbe Stunde ohne Schutz kann bei solchen Pegeln schaden. Kapselgehörschutz ist schnell auf- und abgesetzt und damit ideal für Heimwerker, die zwischen lauten und leisen Arbeiten wechseln.

Besondere Arbeiten
- Kettensäge: Schnittschutzhose, Helm mit Gesichts- und Gehörschutz, Schnittschutzschuhe. Ohne diese Ausrüstung gehört die Kettensäge nicht in die Hand.
- Arbeiten an der Straße: Warnweste nach EN ISO 20471.
- Über-Kopf-Arbeiten und Abriss: Schutzhelm nach EN 397.
- Umgang mit Chemikalien: Chemikalienschutzhandschuhe und dicht schließende Schutzbrille, nicht die Bügelbrille.
Hygiene und Pflege
Arbeitskleidung nimmt Staub, Farbe und Chemikalien auf. Waschen Sie sie getrennt von der Alltagswäsche und schütteln Sie sie vorher draußen aus. Kleidung mit Asbest- oder Bleistaubverdacht gehört nicht in die Waschmaschine, sondern wird entsorgt. Einweg-Schutzanzüge sind für staubige Abrissarbeiten eine gute Lösung. Weitere Tipps zur Kleidung unter der Arbeitskleidung finden Sie im Beitrag Arbeitskleidung für Handwerker.
Häufige Fragen
Brauche ich als Heimwerker Sicherheitsschuhe?
Für Abriss, Baustelle, Garten und schwere Materialien ja. Für Malerarbeiten im Wohnzimmer genügen feste Schuhe mit guter Sohle.
Wie oft muss ich eine FFP2-Maske wechseln?
Wenn das Atmen schwerer wird oder die Maske verschmutzt ist, spätestens nach einem Arbeitstag. Wiederverwendbare Halbmasken mit Filtern sind bei häufiger Nutzung günstiger.
Was gehört zur Grundausstattung der Werkstatt?
Neben Werkzeug auch Schutzbrille, Gehörschutz und Masken griffbereit an der Wand. Mehr unter Grundausstattung einer Heimwerker-Werkstatt.



