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Heimwerker-Berater

Den Holzboden ölen - Schritt für Schritt erklärt

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Den Holzboden ölen - Schritt für Schritt erklärt
Inhalt10 Abschnitte
  1. Öl oder Lack?
  2. Die Öle im Überblick
  3. Material und Werkzeug
  4. Die Vorbereitung
  5. Ölen, Schritt für Schritt
  6. Achtung, Brandgefahr
  7. Trocknen und belasten
  8. Pflege
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Ein geölter Holzboden bleibt offenporig, fühlt sich warm und natürlich an und lässt sich stellenweise ausbessern, ohne den ganzen Raum neu zu machen. Das ist sein großer Vorteil gegenüber Lack. Der Preis: Er braucht regelmäßige Pflege und verzeiht stehendes Wasser weniger. Wer ihn richtig ölt, hat einen Boden, der mit den Jahren schöner wird.

Öl oder Lack?

Lack bildet einen geschlossenen Film auf dem Holz. Er schützt robust, doch Kratzer und abgelaufene Laufstraßen lassen sich nur durch Abschleifen des ganzen Raums beheben. Öl dringt in die Holzfasern ein und härtet dort aus. Die Oberfläche bleibt diffusionsoffen und angenehm matt, ist aber weniger widerstandsfähig gegen Flüssigkeiten. Beschädigte Stellen werden angeschliffen und nachgeölt, der Übergang fällt kaum auf.

Die Öle im Überblick

ProduktEigenschaftenGeeignet für
Reines Holz- oder Parkettöldringt tief ein, sehr natürliche OptikWohnräume, Schlafzimmer
HartwachsölÖl plus Wachs, etwas widerstandsfähigere Oberflächestärker genutzte Räume, Küche, Flur
Farbiges Ölpigmentiert, tönt das Holzgewünschter Farbton, Kaschieren von Ungleichmäßigkeiten
Leinöl, roh oder als Firnistraditionell, lange Trockenzeit, vergilbtDielen im Altbau, Liebhaber

Speiseöle aus der Küche sind keine Alternative: Sie trocknen nicht richtig aus, bleiben klebrig und werden ranzig.

Material und Werkzeug

  • Bodenöl oder Hartwachsöl, Verbrauch je nach Holz und Saugfähigkeit grob 30 bis 80 ml je Quadratmeter und Auftrag.
  • Einscheibenmaschine mit Pads (im Baumarkt oder Maschinenverleih) – für große Flächen dringend empfohlen.
  • Spachtel oder Rakel aus Edelstahl, Flächenstreicher oder breiter Pinsel.
  • Baumwolllappen und saugfähige Tücher.
  • Schleifgerät oder Parkettschleifmaschine für die Vorbereitung.
  • Handschuhe, gute Belüftung.

Die Vorbereitung

Öl haftet nur auf rohem, sauberem Holz. Ein alter Lack oder ein verschmutzter Boden muss vollständig abgeschliffen werden, in der Regel in drei Gängen mit zunehmend feinerer Körnung, etwa 40 oder 60, dann 80, dann 100 bis 120. Wie das geht, beschreibt Parkett schleifen. Ein Zwischenschritt mit feinerer Körnung als 120 schließt die Poren zu stark, das Öl zieht dann schlechter ein.

Danach gründlich absaugen, auch Fugen und Ecken. Der Raum sollte 15 bis 25 °C haben, das Holz trocken sein.

Ölen, Schritt für Schritt

  1. Öl aufrühren und dünn auftragen, mit dem Spachtel in Bahnen verteilen oder mit dem Streicher aufbringen. Arbeiten Sie von der Fensterseite zur Tür, damit Sie sich nicht einsperren.
  2. Einwirken lassen, je nach Produkt etwa 10 bis 20 Minuten. Das Holz saugt, matte Stellen bekommen noch etwas Öl.
  3. Einpolieren mit der Einscheibenmaschine und einem Pad. Dabei wird das Öl in die Poren massiert und gleichmäßig verteilt.
  4. Überschuss restlos abnehmen mit Baumwolltüchern oder einem frischen Pad. Was auf der Oberfläche liegen bleibt, trocknet klebrig und glänzend.
  5. Trocknen lassen, meist über Nacht bis 24 Stunden.
  6. Zweiter Auftrag dünner als der erste, wieder einpolieren und Überschuss abnehmen.
Holzboden wird mit Hartwachsöl behandelt
Holzboden wird mit Hartwachsöl behandelt. | Foto: ByLove / Depositphotos.com

Achtung, Brandgefahr

Ölgetränkte Lappen können sich von selbst entzünden. Trocknendes Öl reagiert mit Sauerstoff und erzeugt dabei Wärme. In einem zusammengeknüllten Lappen staut sie sich, bis er zu brennen beginnt – nach Stunden, oft unbeobachtet in der Nacht. Lappen und Pads deshalb nach der Arbeit in einen Eimer mit Wasser legen oder flach ausgebreitet im Freien trocknen lassen und erst dann entsorgen. Das gilt für alle trocknenden Öle, auch für Leinöl.

Trocknen und belasten

Vorsichtig begehbar ist der Boden meist nach 12 bis 24 Stunden, in Socken. Möbel können nach zwei bis drei Tagen zurück, bei Filzgleitern unter den Füßen. Die volle Härte erreicht das Öl erst nach etwa einer bis zwei Wochen. Bis dahin keine Teppiche auflegen, nicht nass wischen, Wasser sofort aufnehmen.

Pflege

Gewischt wird nebelfeucht mit einer Holzbodenseife, die rückfettende Stoffe enthält. Allzweckreiniger und Mikrofaser in Verbindung mit viel Wasser laugen das Öl aus. Je nach Beanspruchung wird der Boden alle ein bis zwei Jahre mit einem Pflegeöl aufgefrischt: reinigen, dünn auftragen, einpolieren, Überschuss abnehmen. Laufstraßen im Flur brauchen das öfter als das Schlafzimmer.

Typische Fehler

  • Zu viel Öl. Die Oberfläche bleibt klebrig, glänzt fleckig und zieht Schmutz an.
  • Überschuss nicht abgenommen. Siehe oben.
  • Zu fein geschliffen. Das Öl dringt nicht ein.
  • Kalter, ungelüfteter Raum. Die Trocknung dauert ewig.
  • Lappen zusammengeknüllt in den Müll.

Häufige Fragen

Sind die Dämpfe gesundheitsschädlich?

Moderne Bodenöle sind meist lösemittelfrei oder lösemittelarm. Trotzdem riecht es beim Trocknen, und der Raum muss gut gelüftet werden. Schwangere, Kinder und Haustiere halten sich in den ersten Tagen fern. Die Hinweise auf dem Gebinde sind maßgeblich.

Kann ich lackiertes Parkett ölen?

Nur nach vollständigem Abschleifen des Lacks. Auf Lack haftet Öl nicht. Welche Parkettarten sich überhaupt noch schleifen lassen, steht unter Parkettarten.

Welches Öl für die Küche?

Hartwachsöl mit hoher Beständigkeit gegen Wasser und Haushaltsflüssigkeiten. Verschüttetes sofort aufnehmen, besonders Rotwein, Essig und Fett.

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