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Heimwerker-Berater

Eine Außenwand verputzen

Haus & Bauvon Andreas4 Min. · 10 Abschnitte
Eine Außenwand verputzen
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wann Sie verputzen können
  2. Werkzeug und Material
  3. Welcher Putz auf welche Wand
  4. Die Vorbereitung
  5. Profile und Schienen
  6. Den Unterputz auftragen
  7. Die Standzeit
  8. Der Oberputz
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Außenputz schützt das Mauerwerk vor Schlagregen, Frost und UV-Licht und lässt zugleich Feuchtigkeit aus der Wand entweichen. Er funktioniert nur als System: passender Untergrund, Unterputz, ausreichend Standzeit, Oberputz. Wer eine Schicht abkürzt, bekommt Risse, die sich nicht mehr unsichtbar machen lassen.

Wann Sie verputzen können

Putz braucht Wasser zum Abbinden und darf nicht zu schnell trocknen. Die Luft- und die Wandtemperatur müssen während der Verarbeitung und der ersten Tage danach über 5 °C liegen. Direkte Sonne, starker Wind und Regen sind ebenso schädlich wie Frost. Ideal ist ein bedeckter Tag im Frühjahr oder Frühherbst. Schützen Sie frischen Putz mit Gerüstnetzen oder Planen vor Sonne und Schlagregen.

Werkzeug und Material

  • Maurerkelle, Glättkelle, Traufel, Kartätsche (langes Abziehbrett)
  • Mörtelwanne, Rührquirl und kräftige Bohrmaschine oder Mörtelrührer
  • Wasserwaage, Richtlatte, Schnur
  • Putzprofile, Armierungsgewebe, Grundierung
  • Gerüst oder standsichere Böcke mit Bohlen
  • Reibebrett oder Kunststoffscheibe für die Oberputzstruktur

Für größere Flächen lohnt eine Maschine, siehe Verputzmaschine oder Putzwerfer.

Welcher Putz auf welche Wand

Außenputze sind in der DIN EN 998-1 geregelt. Auf Mauerwerk aus Ziegel, Kalksandstein oder Beton ist ein mineralischer Kalkzementputz als Unterputz der Normalfall, siehe Kalkzementputz. Auf Porenbeton und stark dämmenden Leichtziegeln braucht es spezielle Leichtputze, die weicher sind – ein zu harter Putz auf weichem Stein reißt. Faustregel: Der Putz darf nicht fester sein als der Untergrund. Auf einem Wärmedämmverbundsystem gelten eigene Aufbauten des Systemherstellers.

Die Vorbereitung

  1. Gerüst stellen. Eine Wand im Obergeschoss von der Leiter aus zu putzen, führt zu ungleichen Schichten und ist gefährlich.
  2. Abbauen und abkleben. Fallrohre, Leuchten, Briefkasten ab; Fenster, Türen und Sockel mit Folie schützen. Das Regenwasser leiten Sie vorübergehend mit einem Schlauch von der Wand weg.
  3. Untergrund prüfen. Er muss fest, sauber, staubfrei und frei von Ausblühungen sein. Lose Teile abschlagen, Fugen über 5 mm vorab schließen.
  4. Saugverhalten anpassen. Stark saugende Steine vornässen oder grundieren, glatten Beton mit einer Haftbrücke oder einem Spritzbewurf vorbehandeln.
Eine Außenwand eines neuen Hauses wird verputzt
Eine Außenwand eines neuen Hauses wird verputzt | Foto: Kzenon / Depositphotos.com

Profile und Schienen

Bevor der erste Putz auf die Wand kommt, werden die Profile gesetzt. Eckschutzschienen geben Hausecken und Fensterlaibungen eine gerade, stoßfeste Kante. Sockelprofile bilden den unteren Abschluss mit Tropfkante. Putzlehren oder Richtlatten dienen als Führung für die Kartätsche und bestimmen die spätere Putzdicke. Alle Profile setzen Sie mit Putzmörtel punktweise im Abstand von etwa 30 bis 50 cm und richten sie mit der Wasserwaage aus. Mehr dazu unter Putzschienen und Putzabschlussprofile.

Den Unterputz auftragen

Rühren Sie den Putz nach Herstellerangabe an, nicht nach Gefühl. Zu viel Wasser senkt die Festigkeit. Werfen oder ziehen Sie ihn von unten nach oben auf die Wand und ziehen Sie ihn mit der Kartätsche entlang der Profile ab. Löcher füllen Sie nach und ziehen erneut ab.

Einlagiger Unterputz ist außen meist 15 bis 20 mm dick. Dickere Schichten werden in zwei Lagen aufgetragen, frisch in frisch oder mit Zwischenstandzeit laut Hersteller. Bei Mischmauerwerk, Übergängen zwischen Materialien und an Fensterecken betten Sie Armierungsgewebe im oberen Drittel des Putzes ein, mit mindestens 10 cm Überlappung. An Fensterecken zusätzlich diagonale Gewebestreifen – dort beginnen die meisten Risse.

Nach dem Anziehen, wenn der Putz fingerdruckfest ist, wird die Oberfläche mit einem Gitterrabot oder Kamm aufgeraut. So hält der Oberputz besser.

Die Standzeit

Der Unterputz braucht Zeit, bevor die nächste Schicht kommt. Eine verbreitete Faustregel lautet ein Tag je Millimeter Putzdicke, bei 15 mm also rund zwei Wochen. Bei kühlem, feuchtem Wetter länger. Halten Sie den Putz in den ersten Tagen feucht, wenn es heiß oder windig ist. Wer den Oberputz zu früh aufbringt, bekommt Schwundrisse, die sich im Oberputz abzeichnen.

Der Oberputz

Er bestimmt das Aussehen und ist die eigentliche Wetterschicht. Vorher wird der Unterputz grundiert, meist mit einer pigmentierten Putzgrundierung. Gängige Strukturen:

  • Reibeputz mit Rillen, entstanden durch Körner im Putz, die beim Reiben mitlaufen. Siehe Reibeputz.
  • Scheibenputz mit gleichmäßiger, rauer Oberfläche ohne Rillen. Siehe Scheibenputz.
  • Kratzputz, nach dem Ansteifen abgekratzt, sehr robust.

Arbeiten Sie eine zusammenhängende Wandfläche ohne Unterbrechung durch. Ansätze, an denen frischer auf angetrockneten Putz trifft, bleiben dauerhaft sichtbar. Bei großen Flächen braucht es deshalb zwei oder drei Personen.

Typische Fehler

  • Zu schnelle Trocknung durch Sonne oder Wind – Absanden und Netzrisse.
  • Zu harter Putz auf weichem Stein – Abrisse an der Grenzfläche.
  • Standzeit ignoriert – Schwundrisse im Oberputz.
  • Kein Gewebe an Fensterecken – diagonale Risse ab dem ersten Winter.

Häufige Fragen

Muss der Außenputz gestrichen werden?

Mineralischer Oberputz kann unbehandelt bleiben, wenn er durchgefärbt ist. Ein Anstrich mit Silikat- oder Silikonharzfarbe verbessert den Schlagregenschutz und gleicht Farbunterschiede aus. Warten Sie damit, bis der Putz durchgetrocknet ist, meist einige Wochen.

Wann ist der Putz ausgehärtet?

Kalkzementputze erreichen ihre Endfestigkeit erst nach Wochen, Kalkputze noch später. Belastbar für die nächste Schicht ist er nach der Standzeit oben.

Reicht nur ein Oberputz?

Auf sehr ebenem Mauerwerk gibt es dünnlagige Systeme. Auf normalem Mauerwerk braucht es den Unterputz, weil er Unebenheiten ausgleicht und die Schutzfunktion übernimmt.

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