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Eine Außenwand verputzen

Zu den Arbeiten, die viele Heimwerker gern selbst erledigen, gehören vor allem jene im Innenbereich, wie Wandverkleidungen, tapezieren oder ähnliches. Doch nur Wenige trauen sich an prinzipielle Außenarbeiten heran, wie das Verputzen einer Außenwand. Doch so schwer ist dies gar nicht, wenn ein paar Vorgaben beachtet werden.

Wir zeigen in diesem Artikel, unter welchen Umständen du dich an diese Unterfangen heranwagen kannst, was zu beachten und welches Material dafür geeignet ist. Natürlich soll es auch um das richtige Werkzeug gehen und die Abläufe der Arbeit im Besonderen.

  • Warum muss die Außenfassade verputzt werden?
  • Welches Material kommt dafür in Frage?
  • Welche Arbeiten müssen vorbereitend erledigt werden?
  • Was sind Unter-und Oberputz?
Eine Außenwand verputzen

Eine Außenwand verputzen | Foto: Kzenon / Depositphotos.com

Warum muss die Fassade verputzt werden?

Die Außenputzschicht des Hauses ist bei Weitem nicht nur dafür gedacht, dass das Gebäude schön aussieht: Vor allem ist der Putz die Schutzschicht des Hauses. Niederschläge wie Regen oder Schnee, aber auch UVStrahlung und Frost können dem Mauerwerk stark zusetzen. Aber auch Feuchtigkeit von innen nach außen muss durch den Putz entweichen können – die Schicht ist also auch wichtig für ein gesundes Raumklima.

Hinweis: Mehrere Putzschichten sind nötig, damit die Bedingungen erfüllt werden und der Schutz entsprechend gewährleistet ist.

Welches Werkzeug wird benötigt?

Für das Verputzen einer Außenwand solltest du bestimmte Werkzeuge benutzen. Dazu zählen natürlich die Üblichen, wie Arbeitshandschuhe, Wasserwaage, Messwerkzeuge und ähnliches. Spezielle Werkzeuges sind Maurerkellen, die zum Auftragen des Putzes nötig sind, und diese auch in verschiedenen Größen wegen eventueller Engstellen und dergleichen. Abziehbretter sind nötig, für Reibeputzstrukturen auch Reibebretter mit Kunststoffbelägen oder Schwämmen, bzw. Moosgummi oder Filz. Für das Auftragen von Grundierungen werden Farbroller verwendet oder grobe Pinsel bzw. Bürsten.

Außenputz in verschiedenen Arbeitsschritten – die Vorbereitung

Im Vorfeld musst du dir gut überlegen, welches Material verarbeitet werden soll und wie viele Lagen Unterputz aufgetragen werden müssen. Es gilt die Faustregel: Je mehr Unterputzlagen, umso mehr Festigkeit entsteht. Der Oberputz sorgt dann für die Struktur und das Aussehen. Die Anzahl und die Stärke der Lagen richtet sich nach dem Untergrund und der Art der Mauersteine.

Wichtig bei der Vorbereitung: Die Außentemperatur darf nicht weniger als 5°Celsius betragen, darunter sollte kein Putz verarbeitet werden, da dies die Haltbarkeit stark beeinträchtigt.

Zu der Vorbereitung zählt auch, dass du dir ggf. ein Gerüst aufstellst oder aufstellen lässt. Ist die Wand nicht allzu hoch, kannst du eventuell auf Böcke mit Baudielen ausweichen. Aber achte immer darauf, dass du sicheren Stand hast.

Dann werden Fallrohre der Regenrinne und weitere störende Dinge abmontiert. Als Ersatz für die Fallrohre kannst du bis zum Ende der Arbeiten Regenwasserschläuche anschließen, die das Wasser der Regenrinne vom neuen Putz fernhalten.

Fenster und Türen solltest du mit einer Folie akkurat abkleben, dann brauchst du beim Putzen nicht gar zu sehr darauf zu achten, dass du nicht kleckerst und spritzt. Wenn du bis zum Dach putzen willst, solltest du auch die Sparrenköpfe abkleben.

Bei der Vorbereitung musst du weiterhin darauf achten, dass der Untergrund gut trocken und tragfähig ist. Alle losen Teile müssen entfernt werden. Außerdem sollte das Mauerwerk sauber und frei von Staub sein. Damit du zum Putzen eine ebene Fläche als Untergrund hast, müssen Stellen mit Schäden ausgebessert werden, eventuell mit Reparaturmörtel.

Als nächstes folgt eine Grundierung, falls der Untergrund stark saugend ist, wie das beispielsweise bei Porenbeton oder Kalksandstein der Fall ist.

Auch Risse, die dabei eventuell auftreten, musst du erst ausbessern. Dann erst beginnen die eigentlichen Arbeiten.

Tipp: Arbeite dich gründlich mit den Vorbereitungen über die gesamte Fläche. Denn nur dann kann dein neu aufgetragener Außenputz gut halten und den gewünschten Effekt bringen.

Profile und Schienen

Als Hilfe gibt es diverse Putzprofile und Putzschienen. Sie helfen dir dabei, die Dicke der Putzschicht einzuhalten und bilden einen Abschluss am Ende des Putzes. Auch an Ecken und Kanten sind sie sehr hilfreich. Diese solltest du in einem nächsten Schritt also alle anbringen und dabei sehr sorgfältig sein, damit du es dann beim Putzen an sich leichter hast. Fixiert werden können diese Hilfsschienen mit Ansetzmörtel oder Putzmörtel, mit dem sie im Abstand von ca. einem halben Meter festgeklebt werden können.

Das Putzen beginnt

Als erstes kommt der Unterputz. Dieser ist ein spezielles Gemisch, welches du als Haftgrund und Putzgrund anbringst. Der Unterputz wird in einem Maurerkübel angemischt, wie es auf der Packung steht. Für das Mischen solltest du einem Quirl erledigen. Den gibt es entweder als einzelne Maschine oder auch als Aufsatz für eine Bohrmaschine. Beim Kauf des Aufsatzes solltest du beachten, dass du einem Quirl für Putz bzw. Mörtel kaufst. Ähnliche gibt es auch für Farbe, die aber nicht stark und grob genug sind, um alle Klumpen zu zerkleinern.

Tipp: Ganz wichtig ist, dass du dich an die Vorgaben der Packung hältst, was das Mischverhältnis von Wasser zu Pulver angeht.

Das Auftragen des Unterputzes

Wie du den Unterputz aufträgst, ist dir überlassen. Ggf. geht dies gut in der Spritzwurftechnik. Aber auch jede andere Technik, die dir geläufig ist, ist möglich. Hauptsache, du arbeitest „nass in nass“ und glättest die Putzschicht rechtzeitig. Der Putz muss also mit einer Kelle auf die Wand aufgetragen werden, und dann mit einem Brett oder einem ähnlichen Hilfsmittel, welches du im Baumarkt bekommst, geglättet werden. Damit du ohne Unterbrechung eine bestimmte Fläche bearbeiten kannst, solltest du möglichst gut die Putzmenge einschätzen, was dir am Anfang sicher schwerfällt, aber mit der Zeit immer einfacher wird.

Tipp: Rühre nicht zu viel Putz an, da diese auch im Kübel trocknet. Aber auch nicht zu wenig, da du dann die Arbeiten immer wieder für längere Zeit unterbrechen musst, was für das zügige Arbeiten nicht gut ist, da es dann schwierig ist, den Anschluss zu finden. Ideal ist es, wenn du eine Hilfskraft hast, die dir im Bedarfsfall wieder Putz anrührt oder auch sonst ein paar Tätigkeiten übernimmt, die dir die Arbeit erleichtern.

Das Trocknen des Unterputzes

Je nach Putzart gibt es dann eine unterschiedliche Anziehzeit. Das ist die Dauer, bis der Unterputz die erste Trocknungsphase abgeschlossen hat. Das kann so ca. eine bis anderthalb Stunden sein. Dann wird der Putz mit einem Reibebrett oder einem Schwammbrett abgerieben und geglättet. Dann soll der Unterputz vollständig trocknen.

Dafür gibt es eine Faustregel: Pro Millimeter Dicke des Putzes geht man von einem Tag Trocknungszeit aus. Sollte es nötig sein, kann danach die zweite Unterputzschicht ebenso aufgetragen werden.

Eine Außenwand eines neuen Hauses wird verputzt

Eine Außenwand eines neuen Hauses wird verputzt | Foto: Kzenon / Depositphotos.com

Jetzt kommt der Oberputz

Der Oberputz wird mit der gleichen Technik aufgetragen. Die Struktur und die Farbe kannst du nach Geschmack auswählen. Sie hat mit dem Unterputz nichts zu tun. Hauptsache ist lediglich, dass es von der Art her ein Außenputz ist, der für diese Art der Arbeiten vom Hersteller empfohlen wird.

Es gibt verschiedenste Arten, wie Rillenputz, Kratzputz oder Dekorputzes, Rauputze und vieles mehr. Nach dem Auftragen des Putzes wird mit einem Reibebrett in kreisenden Bewegungen die Oberfläche verrieben. Damit entfernst du Überstände ganz einfach und sorgst für eine glatte Oberfläche.

Nachdem du den Oberputz aufgetragen hast, entferne gleich alle Abklebebänder und ähnliches, da diese sonst, wenn sie mit aushärten, schlecht zu entfernen sind, oder einen Teil des Putzes mit abreißen. Dann solltest du mit einer Folie oder einem sogenannten Fassadennetz die neu geputzte Fassade vor Regen und direkter Sonne schützen, damit sie in Ruhe aushärten kann. Das wird ungefähr zwei Wochen dauern.

Soll der Putz gestrichen werden, kann diese Arbeit nun beginnen. Ansonsten kommt jetzt die Rückmontage von Regenrinnen und Co. Nun ist deine Fassade fertig verputzt.

Hinweis: Wenn du dir unsicher bist, ob du diese Arbeit auch selbst erledigen kannst, frage doch mal in deinem Bekanntenkreis nach, ob es jemand gibt, der dies gut kann oder sogar beruflich macht. Er kann dir vielleicht am Anfang helfen oder dir noch ein paar Tipps geben. Hast du ein Nebengelass auf dem Grundstück, kannst du vielleicht auch dort erst einmal üben. Am besten kaufst du den Putz und die Werkzeuge in einem Fachgeschäft, und lässt dich hier noch einmal speziell zu diesem Material beraten. Das zahlt sich später aus.

Fazit

Außenputz selbst anzubringen ist durchaus möglich, wenn alle Vorgaben der Hersteller des Material befolgt werden und man selbst ein wenig Geschick mitbringt. Auch sollten die richtigen Handwerkszeuge benutzt werden. Wer sich unsicher ist, kann an einer weniger sichtbaren Wand beginnen und dort erst einmal ausprobieren, wie er mit der ungewohnten Arbeit zurechtkommt.

FAQ

✅ Welches Material wird gebraucht?

Du solltest einen guten Unterputz und einen Oberputz nach deinem gestalterischen Geschmack kaufen. Das weitere Zubehör wird man dir im Fachgeschäft empfehlen, wie Abklebebänder, Werkzeuge und eventuell die Farbe für die abschließende Arbeit des Streichens.

✅ Müssen Unter-und Oberputz sein?

Ja, der Unterputz sorgt für eine gute Haltbarkeit des Oberputzes und schafft die Verbindung zwischen Mauerwerk und Oberputz. Er kann auch in mehreren Schichten aufgetragen werden, was zu einer besseren Stabilität führt.

✅ Muss der Putz gestrichen werden?

Nein. Es gibt farbigen Putz, aber es kann auch weißer Putz verarbeitet und dann gestrichen werden. Auch für eine Auffrischung nach ein paar Jahren ist ein Anstrich möglich.

✅ Wann ist der Putz endgültig ausgehärtet?

Vorausgesetzt, dass alle Vorgaben eingehalten wurden und jede Schicht des Unterputzes entsprechend gut trocken war, braucht der Oberputzt ungefähr zwei Wochen, bis er ordentlich ausgehärtet ist. Keinesfalls sollte dieser Vorgang beschleunigt werden, beispielsweise durch ungehinderte Sonneneinstrahlung oder dergleichen. Denn dann kann es zu Rissen kommen.


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