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Heimwerker-Berater

Adsorptionstrockner

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Das Prinzip
  2. Adsorption oder Kondensation?
  3. Wo er eingesetzt wird
  4. Aufstellen und betreiben
  5. Die Leistung einschätzen
  6. Die Nachteile
  7. Kaufen oder mieten
  8. Druckluft-Adsorptionstrockner
  9. Häufige Fragen

Ein Adsorptionstrockner entzieht der Luft Feuchtigkeit, indem er sie durch ein Material leitet, das Wasser an seiner Oberfläche bindet. Anders als ein Kondenstrockner braucht er dafür keine kalte Kühlfläche – und genau deshalb funktioniert er auch dann, wenn es kalt ist: im ungeheizten Rohbau, im Winter, in Lagern und Kellern.

Das Prinzip

Herzstück ist ein langsam drehendes Sorptionsrad mit wabenförmigen Kanälen, beschichtet mit Silikagel oder einem ähnlichen Trockenmittel. Die feuchte Raumluft strömt durch den größten Teil des Rades, das Silikagel nimmt den Wasserdampf auf, und trockene Luft kommt heraus.

Ein kleinerer Teil des Rades dreht sich derweil durch einen zweiten Luftstrom, der elektrisch stark erwärmt wird. Die heiße Luft löst das Wasser wieder aus dem Silikagel – das Rad wird regeneriert. Diese feuchte, warme Luft wird über einen Schlauch nach draußen geleitet. Das Rad ist danach wieder aufnahmebereit, und der Kreislauf beginnt von vorn.

Der Begriff geht auf den Chemiker James William McBain zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts die Aufnahme von Gasen an Oberflächen als Sorption beschrieb.

Adsorption oder Kondensation?

AdsorptionstrocknerKondenstrockner
PrinzipTrockenmittel bindet WasserWasser kondensiert an kalter Fläche
Beste Temperaturauch unter 10 °C, bis in den Frostab etwa 15 °C
Wassergeht als feuchte Abluft nach draußenlandet im Behälter oder Schlauch
Stromverbrauchhöher, wegen der Heizunggeringer bei Wärme
Raumluftwird zusätzlich erwärmtwird leicht erwärmt
Erreichbare Trockenheitsehr niedrige Luftfeuchte möglichbegrenzt

Bei Wärme ist der Kondenstrockner effizienter, bei Kälte der Adsorptionstrockner. Unter etwa 10 bis 12 °C vereisen die Kühlrippen eines Kondensgeräts, und die Leistung bricht ein. Das Adsorptionsgerät arbeitet weiter.

Wo er eingesetzt wird

  • Rohbau und Estrich im Winter. Wenn Estrich und Putz im ungeheizten Gebäude trocknen sollen, ist er oft die einzige Möglichkeit, ohne die Heizung in Betrieb zu nehmen.
  • Wasserschäden in kalten Kellern, Garagen und Zwischendecken.
  • Lager und Archive, in denen eine gleichbleibend niedrige Luftfeuchte gebraucht wird, etwa für Papier, Maschinen oder Lebensmittel.
  • Boote, Wohnmobile, Ferienhäuser über den Winter.
  • Dämmschichttrocknung nach Leitungswasserschäden, dann zusammen mit Seitenkanalverdichtern.

Mehr zur Einordnung von Wasserschäden im Haus unter Wasserschaden und Hausratversicherung.

Aufstellen und betreiben

  1. Raum schließen. Fenster und Türen zu, sonst trocknet das Gerät die Außenluft.
  2. Abluftschlauch nach draußen. Durch ein Fenster mit Abdichtung oder eine Maueröffnung. Die feuchte Abluft darf nicht im Raum bleiben – sonst arbeitet das Gerät gegen sich selbst.
  3. Frei aufstellen. Ansaugung und Ausblas nicht verbauen, Luft muss zirkulieren können.
  4. Luftfeuchte messen. Mit einem Hygrometer im Raum und bei Bauteilen mit einem Feuchtigkeitsmesser. Ohne Messung weiß niemand, wann Schluss ist.
  5. Filter kontrollieren. Auf Baustellen setzt sich der Staubfilter schnell zu. Ein verstopfter Filter lässt die Leistung sinken und kann das Rad verschmutzen.

Die Leistung einschätzen

Hersteller geben die Entfeuchtungsleistung in Litern pro Tag unter festgelegten Bedingungen an, dazu den Luftdurchsatz in m³/h. Die Werte sind nur bedingt vergleichbar, weil sie bei verschiedenen Temperaturen und Luftfeuchten gemessen werden. Für einen Raum sollte das Gerät die Raumluft mehrmals pro Stunde umwälzen können.

Die Trocknungsdauer hängt weniger vom Gerät ab als vom Bauteil: Ein nasser Estrich gibt sein Wasser über Wochen ab, egal wie trocken die Luft darüber ist. Geduld gehört dazu.

Die Nachteile

Stromverbrauch. Die Heizung für die Regeneration braucht viel Energie. Adsorptionstrockner kommen je nach Größe leicht auf 1 bis 3 kW Leistungsaufnahme. Wer lange trocknet, sollte mit einem Energiekostenmessgerät mitschreiben.

Abluftführung. Ohne Schlauch nach draußen funktioniert er nicht vernünftig. Das ist in fensterlosen Kellerräumen ein Problem.

Preis. Die Geräte sind in der Anschaffung teurer als einfache Kondenstrockner. Für den gelegentlichen Einsatz lohnt meist die Miete.

Kaufen oder mieten

Für einen einmaligen Wasserschaden oder die Estrichtrocknung im Neubau ist die Miete fast immer günstiger. Verleiher liefern oft auch Messgeräte und stellen die Trocknung ein. Nach einem versicherten Wasserschaden übernimmt häufig ein von der Versicherung beauftragter Trocknungsbetrieb die Arbeit.

Kleine Adsorptionstrockner für Boot, Wohnmobil oder Lagerraum werden dagegen dauerhaft betrieben und lohnen den Kauf.

Druckluft-Adsorptionstrockner

Unter demselben Namen laufen Geräte, die Druckluft trocknen, etwa in Lackierereien. Sie arbeiten meist mit zwei Behältern voller Trockenmittel, von denen einer trocknet, während der andere regeneriert wird. Mit dem Bautrockner haben sie nur das Prinzip gemeinsam.

Häufige Fragen

Funktioniert ein Adsorptionstrockner bei Frost?

Ja, das ist seine Stärke. Er arbeitet auch bei Temperaturen um und unter null Grad, bei denen ein Kondenstrockner nichts mehr leistet.

Wie trocken wird die Luft?

Deutlich trockener als mit einem Kondensgerät. Für Wohnräume ist das gar nicht erwünscht – dort sind 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte angenehm.

Wo bleibt das Wasser?

Es geht mit der feuchten Abluft nach draußen. Einen Wasserbehälter wie beim Kondenstrockner gibt es nicht.

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