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Heimwerker-Berater

EPDM Dachfolie

Haus & Bauvon Andreas4 Min. · 9 Abschnitte
EPDM Dachfolie
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was EPDM ist
  2. Wofür sie sich eignet
  3. Vorteile und Nachteile
  4. Der Untergrund
  5. Die Folie verlegen
  6. Ecken, Rohre und Wandanschlüsse
  7. Selbst machen oder machen lassen
  8. Kosten
  9. Häufige Fragen

EPDM ist ein synthetischer Kautschuk, der als Dachbahn gut 40 Jahre halten kann. Sein großer Vorteil für Heimwerker: Kleine Dächer werden aus einem einzigen Stück belegt, ohne Naht und ohne Flamme. Das macht die Folie zur beliebtesten Lösung für Garagen, Carports, Gartenhäuser und Anbauten.

Was EPDM ist

Die Abkürzung steht für Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk. Das Material ist elastisch wie ein Fahrradschlauch, bleibt es aber über einen großen Temperaturbereich – bei strengem Frost ebenso wie auf einem sonnenheißen Dach. Es ist UV- und ozonbeständig und versprödet kaum. Die Oberfläche ist mattschwarz.

Auf Dächern werden meist Bahnen mit 1,14 mm oder 1,52 mm Stärke eingesetzt, als Teichfolie auch dünnere. Die Bahnen gibt es in großen Breiten, sodass ein Garagendach in der Regel ohne einen einzigen Stoß auskommt.

EPDM Dachfolie | Foto: epdmxl.de

Wofür sie sich eignet

  • Garagen, Carports, Gartenhäuser mit flacher oder leicht geneigter Holzschalung
  • Anbauten, Gauben und Vordächer
  • Gründächer, sofern die Bahn als wurzelfest ausgewiesen ist
  • Balkone und Terrassen unter einem Belag auf Stelzlagern
  • Teiche, als langlebige Alternative zur PVC-Folie

Grundsätzliches zu Flachdachabdichtungen im Vergleich finden Sie unter Flachdach abdichten.

Vorteile und Nachteile

Dafür
  • Lebensdauer von 40 Jahren und mehr
  • Kein Brenner nötig, keine Brandgefahr
  • Nahtlos auf kleinen Dächern
  • Dehnbar, überbrückt Bewegungen des Untergrunds
  • Kaum Wartung
Dagegen
  • Teurer als einfache Bitumenbahnen
  • Nähte und Anschlüsse brauchen Spezialband und Primer
  • Empfindlich gegen spitze Gegenstände
  • Verträgt keinen Kontakt mit Bitumen und Mineralöl

EPDM und Bitumen vertragen sich nicht. Wird die Folie auf eine alte Bitumenbahn geklebt, braucht es eine Trennlage oder eine neue Holzschalung.

Der Untergrund

EPDM wird fast immer auf eine Holzschalung verlegt: OSB-Platten, Rauspund oder wasserfest verleimte Sperrholzplatten mit 18 bis 22 mm Stärke. Der Untergrund muss trocken, eben, sauber und frei von vorstehenden Schrauben oder Splittern sein. Jede Unebenheit zeichnet sich ab, jeder spitze Punkt kann die Folie durchstoßen.

Das Dach braucht ein Gefälle von mindestens 2 Prozent, damit keine Pfützen stehen bleiben. Bei einer Garage mit 6 m Tiefe sind das 12 cm Höhenunterschied. Das Gefälle entsteht über die Balkenlage oder aufgesetzte Keilhölzer.

Die Folie verlegen

  1. Maß nehmen und bestellen. Dachfläche plus Überstand an allen Seiten, meist 15 bis 20 cm, damit die Folie über die Kanten und an Wänden hochgeführt werden kann.
  2. Ausrollen und entspannen lassen. Die Folie auf der Fläche ausbreiten und etwa eine halbe Stunde liegen lassen, bis die Falten aus der Verpackung verschwunden sind.
  3. Hälftig einkleben. Die Folie zur Hälfte zurückschlagen, den Flächenkleber auf die Schalung rollen und die Folie ohne Falten in den nassen Kleber legen. Dann die andere Hälfte.
  4. Andrücken. Mit einem Besen oder einer Andrückrolle von der Mitte nach außen, damit keine Luft eingeschlossen wird.
  5. Ränder mit Kontaktkleber. An Kanten und Hochzügen wird Kontaktkleber auf beide Flächen aufgetragen, abgelüftet und dann zusammengedrückt.
  6. Randprofile montieren. Traufprofile an der Tropfkante, Randabschlussprofile an den anderen Seiten. Sie halten die Folie und leiten das Wasser in die Rinne.
EPDM Dachfolie auf Dach verlegen | Foto: epdmxl.de

Ecken, Rohre und Wandanschlüsse

In den Ecken wird die Folie gefaltet, nicht geschnitten. Die überschüssige Folie legt man wie beim Geschenkpapier zu einer Falte und klebt sie flach an. Jeder Schnitt ist eine Stelle, die zusätzlich abgedichtet werden müsste.

An Wänden wird die Folie in der Regel mindestens 15 cm hochgeführt und oben mit einer Klemm- oder Kappleiste gesichert. Für Rohrdurchführungen und Gullys gibt es vorgefertigte Manschetten. Nähte bei großen Dächern werden mit einem speziellen Nahtband und Primer verbunden – nicht mit normalem Kleber.

Selbst machen oder machen lassen

Für ein Garagen- oder Gartenhausdach bis etwa 30 m² ist die Verlegung auch ohne Erfahrung gut machbar, zu zweit an einem Tag. Wichtig sind trockenes Wetter, Temperaturen über etwa 5 °C für den Kleber und eine sichere Leiter oder ein Gerüst. Eine Anleitung zur Garage finden Sie unter Garagendach abdichten.

Bei Wohngebäuden mit Dämmung, Dampfsperre und Attika gehört die Arbeit zum Dachdecker, weil Fehler im Aufbau zu Feuchteschäden führen, die man jahrelang nicht sieht.

Kosten

Die Folie selbst kostet ab etwa 10 Euro je Quadratmeter, bei größeren Stärken mehr. Dazu kommen Flächenkleber, Kontaktkleber, Randprofile und gegebenenfalls eine neue Schalung. Für eine Einzelgarage liegen die Materialkosten damit meist im Bereich einiger hundert Euro.

Häufige Fragen

Ist EPDM begehbar?

Für Wartung und Reinigung ja. Als dauerhaft genutzte Fläche braucht sie einen Schutz, etwa Platten auf Stelzlagern mit Schutzmatte darunter.

Ist EPDM wurzelfest?

Das Material an sich ist sehr widerstandsfähig. Für Gründächer sollten Sie trotzdem eine Bahn wählen, die ausdrücklich als wurzelfest geprüft ist.

Wie lange hält die Folie?

Bei fachgerechter Verlegung 40 bis 50 Jahre. Die Schwachstellen sind fast immer die Anschlüsse, nicht die Fläche.

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