Skip to main content

✩ Unabhängiges Verbraucherportal ✩

Parkettschleifen – So funktioniert es

Wer einen echten Parkettboden sein Eigen nennt und an ihm seine lange attraktive und funktionale Freude haben möchte, der wird sich früher oder später mit dem Parkett schleifen beschäftigen. Dieser Artikel erklärt, wann diese Arbeit erforderlich, notwendig und sinnvoll ist.

Viele Heimwerker übernehmen das Parkett abschleifen heute selbst und leihen sich die geeigneten Maschinen im Baumarkt oder bei speziellen Maschinenverleih-Unternehmen aus. Die Auffrischung oder Renovierung umfasst zudem neben den verschiedenen Schleifgängen auch das Ausbessern von Rissen und Fugen sowie die finale Versiegelung des Parkettbodens mit Schutzlack oder Öl.

Jeder, der Parkett abschleifen und versiegeln zum ersten Mal in Eigenregie durchführen möchte, sollte sich mit den grundlegenden Vorbereitungen sowie den einzelnen Arbeitsschritten schon im Vorfeld vertraut machen, die nachfolgend aufgeführt werden.

Die passenden Schleifmaschinen und weiteres Zubehör besorgen

Um Parkett abzuschleifen, braucht es in der Grundausführung eine Walzenschleifmaschine und eine Rand-/Eckenschleifmaschine. Aus Kosten-/Nutzengründen werden diese Maschinen meist ausgeliehen. Optional, gerade bei häufigem Einsatz, bietet sich der Kauf an.

Wenn Sie die Maschinen im Baumarkt oder bei einem Maschinenverleih-Unternehmen mieten, sollten Sie in jedem Fall eine ordnungsgemäße Einweisung erhalten. Stellen Sie Fragen, wenn Bedienung oder Funktionen unklar sind. Zum Transport sind die großen Walzenschleifer zerlegbar. Auch hier sollten Sie nach Anweisung in der Lage sein, die Maschine zuhause wieder selbstständig zusammen zu montieren.

Weiterhin ist Schleifpapier in unterschiedlichen Körnungen für die entsprechende Schleifmaschine erforderlich. Als Richtwerte (ohne Gewähr) gelten hier:

Parkett, Fertigparkett, Mosaikparkett, etc. mit normaler Beanspruchung:

  1. Schleifgang: Körnung 30 oder 40
  2. Schleifgang: Körnung 60
  3. Schleifgang: Körnung 100

Massivholzdielen, Schiffsbodendielen mit starker Beanspruchung (auch mit alter Farbe):

  1. Schleifgang: Körnung 16 bzw. 24
  2. Schleifgang: Körnung 40
  3. Schleifgang: Körnung 60
  4. Schleifgang: Körnung 100

Auch Grundierung, geeigneter Parkettlack bzw. Öl sowie Rollen und Pinsel für den Auftrag können bei dieser Gelegenheit gleich beschafft werden. Vorsorglich kaufen Sie zudem flüssigen Fugenkitt für Parkett, um Risse und Fugen bei Bedarf schließen zu können.

Da es zu Geräusch- und Staubbelästigung kommen kann, sind Gehörschutz und Staubmaske sinnvoll. Knieschützer schonen bei den Rand- und Eckenarbeiten. Um beim Lackieren oder Ölen einerseits die Schuhe und andererseits den Boden zu schützen, bieten sich Einweg-Überschuhe aus PE-Material an.

Das Schleifen: Vorarbeiten, Schleifgänge und Schleifrichtungen

© simazoran/bigstock.com

Zunächst wird der Raum komplett leer geräumt. Dann sind die Fußbodenleisten zu entfernen. Nägel in Dielenböden werden mit dem Hammer versenkt. Lose Holzteile können mit Parkettkleber festgeklebt werden. Der Boden ist vor dem Schleifen einmal gründlich zu saugen.

Bestücken Sie nun die Walzenschleifmaschine für den ersten Schleifgang mit der gröbsten Körnung. Beachten Sie grundsätzlich beim Handling der Walzenschleifmaschine:

  • Die Walze darf nur in Bewegung auf- und abgelassen werden, da ansonsten das Parkett beschädigt werden kann.
  • Bleiben Sie nicht mit rotierender, abgelassener Walze stehen, das führt zu Vertiefungen, die nicht mehr zu beseitigen sind.
  • Eine Drehung der Maschine sollte nur bei angehobener Walze erfolgen.
  • Arbeiten Sie immer in eine Richtung, zunächst vor und dann in der Walzenspur bleibend zurück.
  • Führen Sie den Schleifvorgang zügig und in einem Stück aus.
  • Wenn Sie eine Parkettbahn bearbeitet haben, versetzen Sie die Walze um eine halbe Spur und gehen dann wieder wie beschrieben mit der nächsten Bahn vor.
  • Nach jedem Schleifgang ist der Boden abzusaugen.
  • Die Walzenschleifmaschine ist mit einem Staubbeutel ausgestattet. Dieser sollte entleert werden, wenn er zu 1/3 gefüllt ist. Den entzündlichen Schleifstaub nie im Haus aufbewahren.

Drei bis vier Schleifgänge sind je nach Parkett-Typ und Beanspruchung notwendig. Auch die Schleifrichtung pro Schleifgang richtet sich nach der Art des Parketts. Bevor der letzte Schleifgang durchgeführt wird, erfolgt das Ausbessern von Fugen und Rissen.

Schleifrichtung bei Mosaikparkett/Würfelparkett: Erster und zweiter Schleifgang diagonal (jeweils entgegengesetzt) zum Faserverlauf von links nach rechts, dritter Schleifgang parallel und mit dem Lichteinfall.

Schleifrichtung bei Stabparkett: Erster Schleifgang diagonal, zweiter und dritter Schleifgang jeweils parallel zur Faserrichtung.

Massivholzdielen werden in allen Schleifgängen parallel (jeweils entgegengesetzt) zum Dielenverlauf, bei starken Unebenheiten oder mehreren Farbschichten in vier Schleifgängen diagonal (jeweils entgegengesetzt) und in einem fünften Schleifgang parallel zum Dielenverlauf geschliffen.

Mit dem Rand- und Eckenschleifer bearbeiten Sie in den erforderlichen Schleifgängen mit unterschiedlicher Körnung die Rand- und Eckbereiche in rotierenden Bewegungen.

Fugen und Risse ausbessern

Vor dem letzten Schleifgang sollten etwaige Fugen und Risse verschlossen werden. Je nach Bodenzustand kann dies partiell oder vollflächig erfolgen. Damit die Fugenmasse optimal hält, sollten breitere Fugen zuvor ausgekratzt und gesäubert werden.

Als Spachtelmasse dient das Gemisch aus Schleifstaub und flüssigem Fugenkitt als Bindemittel. Das Verhältnis der Mischung beträgt je nach gewünschter Fließfähigkeit 1 Teil Schleifstaub und 1 bis 5 Teile Fugenkitt. Die Masse wird entsprechend mit einem Spachtel aufgetragen/abgezogen und muss vor dem letzten Feinschliff mindestens 30 Minuten trocknen.

Parkett grundieren und lackieren oder ölen

Bevor es an die Veredelung geht, ist nach dem Reinschliff der Boden gründlich vom restlichen Staub zu befreien. Auch Türen, Heizkörper und andere festinstallierte Elemente, auf denen sich Staub ausgebreitet hat, sollten abgesaugt werden. Soll der Parkettboden mit Lack versiegelt werden, tragen Sie zunächst eine Grundierung auf.

Wie auch beim späteren Lackieren gilt: Ränder und Ecken am besten mit dem Pinsel, die großen Flächen mit einer Teleskop-Malerrolle bearbeiten. Tragen Sie Grundierung und Lack im Kreuzverfahren auf, um eine optimale Verteilung zu erzielen. Arbeiten Sie sich immer zur Türseite hin vor, damit Sie bereits grundierte/lackierte Flächen nicht mehr betreten müssen.

Um sich die Arbeit beim Grundieren und Lackieren zu erleichtern, können Sie die Flüssigkeiten außerhalb der Randbereiche in Bahnen auf den Boden gießen und dann mit der Rolle gleichmäßig nass in nass verteilen.

Die Grundierung muss zwei bis drei Stunden trocknen, bevor der Decklack aufgetragen wird. Beim Decklack gilt: Arbeiten Sie vom Licht weg, ohne großen aber mit gleichmäßigem Druck. Für ein optimales Ergebnis sind zwei bis drei Schichten Lack aufzutragen, wobei jede Schicht ca. 10 Stunden Trocknungszeit benötigt. Ein Zwischenschliff mit einer Einscheiben-Schleif- und Poliermaschine verbessert die Haftfähigkeit der folgenden Lackschicht und sorgt für ein verfeinertes Endergebnis. Achten Sie bei den Trocknungsvorgängen auf eine gute Belüftung und vermeiden Sie starke Sonneneinstrahlung auf den frisch lackierten Boden (Blasen).

Alternativ bietet sich das Einarbeiten von speziellen Öl für Parkett an, das eine sehr natürliche Oberflächenstruktur schafft.


Ähnliche Beiträge


Kommentare

Mia 25. Juni 2018 um 12:23

Danke für die guten Tipps zum Werkzeugverleih. Als mein Bekannter bei uns das Parkett abgeschliffen hatte, wurde das Werkzeug ganz flink ausgeliehen. So eine Parkettschleifmaschine hat ja nicht gerade herumstehen.

Antworten

Thomas Mendel 28. September 2018 um 12:01

Parkettboden schleifen scheint eine Tätigkeit zu sein, die man recht gut als Hobby-Handwerker oder Laie machen kann. So wird es wohl eher von anderen Aspekten abhängig sein, ob man einen Fachmann heranholt oder es selbst macht. Danke für die ausführliche Beschreibung!

Antworten

Ferdinand Schneider 27. November 2018 um 11:14

Ich habe einen Parkettboden und möchte den gerne mal schleifen. Mit Schleifen habe ich aber keine Erfahrung und deswegen informiere ich mich vorher richtig. So wusste ich z.B. nicht, dass man immer von links nach rechts schleifen soll.

Antworten

Luise Hanson 11. Januar 2019 um 12:01

Wir haben ein altes Jugendstilhaus gekauft und möchten den alten Parkettboden erhalten. Wir brauchen eine gute Schleifmaschine und werden versuchen, diese günstig bei einem Baumaschinenverleih zu bekommen. Gut zu wissen, dass man die Maschine nur bei angehobener Walze drehen darf!

Antworten

helga 18. Februar 2019 um 15:44

Parkett finden wir für einen sehr guten Bodenbelag, denn das Material ist natürlich. Dies ist für uns entscheiden, weil die Kleinen unter Allergie leiden. Die praktischen Tipps zum Schleifen kommen uns sicher zu Hilfe, danke!

Antworten

Fabian Grenu 30. April 2019 um 12:22

Vielen Dank für den informativen Beitrag. Ich möchte mein Parkettböden selber schleifen und bin noch auf der Suche danach, welche Schleifgang ich benutzen soll. Gut, dass ich auf Deinem Blog gelandet habe. Ich denke, dass ich Körnung 60 benutzen soll.

Antworten

Toni Krause 3. Mai 2019 um 9:37

Die neue Wohnung hat ein Mosaikparkett. Danke für den Hinweis einen Walzenschleifer beim Baumaschinenverleih zu mieten. Die Auflistungen der Krönungen vom Schleifpapier ist sehr hilfreich.

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *