Parkettschleifen – So funktioniert es

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Parkett abschleifen macht einen abgenutzten Holzboden wieder wie neu, und viele Heimwerker schaffen das mit geliehenen Maschinen selbst. Der Ablauf ist immer gleich: mehrere Schleifgänge von grob nach fein, Ränder und Ecken extra, Fugen kitten, dann versiegeln oder ölen. Die größte Gefahr ist nicht der Schliff selbst, sondern die Walzenmaschine, die man einen Moment zu lange auf einer Stelle stehen lässt.
Vorher prüfen: Geht das überhaupt?
Massivparkett, Stabparkett und Dielen lassen sich viele Male schleifen. Bei Mehrschicht- und Fertigparkett entscheidet die Nutzschicht: Man sieht sie an einer Schnittkante, etwa unter einer Sockelleiste oder an einer Heizungsrohröffnung. Unter etwa 2,5 mm wird es riskant, bei sehr dünnen Schichten schleifen Sie in die Trägerlage durch. Welche Böden sich eignen, erklärt der Beitrag Parkettarten.
Die Maschinen
- Walzenschleifmaschine (Bandschleifmaschine für Parkett): schleift die große Fläche, sehr abtragsstark.
- Randschleifmaschine (Kantenschleifer): kommt bis an die Wand, wo die Walze nicht hinreicht. Siehe Kantenschleifmaschine.
- Einscheibenmaschine oder Tellerschleifer: für den Feinschliff und das Einarbeiten von Öl.
- Deltaschleifer und Ziehklinge: für Ecken, Heizungsrohre und Türzargen.
Die Maschinen leiht man im Baumarkt oder beim Maschinenverleih. Die Tagesmiete liegt grob bei 40 bis 80 Euro je Maschine, dazu kommt das Schleifpapier, das nach Verbrauch abgerechnet wird. Lassen Sie sich die Maschine vor Ort erklären, und nehmen Sie lieber zu viel Schleifpapier mit; Unbenutztes geht meist zurück.
Vorbereitung
- Raum komplett ausräumen, Sockelleisten abnehmen, Türen aushängen.
- Nägel und Klammern versenken mit einem Durchschlag, mindestens 3 mm unter die Oberfläche. Ein Nagelkopf zerreißt das Schleifband.
- Lose Stäbe verleimen und aushärten lassen.
- Türen, Schränke und Heizkörper abkleben, der feine Staub dringt überall ein.
- Stromversorgung klären. Walzenmaschinen brauchen oft eine eigene abgesicherte Leitung, manche Profimaschinen Drehstrom.
Körnungen und Schleifgänge
| Zustand | 1. Schliff | 2. Schliff | 3. Schliff |
| Parkett, normal abgenutzt | 36–40 | 60 | 100 |
| Dielen, stark beansprucht oder mit alter Farbe | 16–24 | 40, dann 60 | 100 |
| Mehrschicht mit dünner Nutzschicht | 60 | 100 | ggf. 120 |
Überspringen Sie keine Körnung. Die Kratzer des vorigen Schliffs müssen jeweils vollständig verschwinden, sonst zeichnen sie sich nach dem Lackieren ab.
Die Schleifrichtung
Der erste, grobe Schliff läuft bei unebenen Böden diagonal, bei ebenen Böden in Faserrichtung. Alle folgenden Schliffe laufen in Faserrichtung des Holzes, bei Mustern wie Fischgrät in Richtung des Lichteinfalls oder der Raumlänge. Arbeiten Sie in Bahnen mit etwas Überlappung.
Die Walze wird nur abgesenkt, wenn die Maschine sich bewegt, und angehoben, bevor sie stehen bleibt. Eine stehende Walze frisst sich in Sekunden in den Boden und hinterlässt eine Mulde, die man nie wieder ganz herausbekommt.
Ränder, Ecken und Fugen
Nach jedem Flächenschliff folgt der Randschliff mit derselben Körnung. Ecken arbeiten Sie mit Deltaschleifer oder Ziehklinge nach.
Offene Fugen werden nach dem mittleren Schliff gekittet. Dafür wird Fugenkitt mit Schleifstaub aus dem letzten Schliff gemischt, etwa 1 Teil Staub auf 1 bis 5 Teile Kitt, je nach gewünschter Fließfähigkeit. Die Masse wird mit einem Spachtel über die ganze Fläche aufgezogen und muss mindestens eine halbe Stunde trocknen, bevor der Feinschliff folgt. Breite Fugen bei Dielen füllt man besser mit Holzleisten.
Brandgefahr beachten
Holzstaub aus dem Staubsack kann sich selbst entzünden, vor allem, wenn er mit Resten alter Lacke oder Öle vermischt ist. Leeren Sie den Staubsack, wenn er zu etwa einem Drittel gefüllt ist, und lagern Sie den Staub nie im Haus, sondern draußen in einem geschlossenen Metallbehälter. Lappen mit Öl gehören nach dem Ölen ausgebreitet zum Trocknen ins Freie oder in einen Wassereimer – zusammengeknüllte Öllappen haben schon Häuser in Brand gesetzt.
Versiegeln oder ölen
Lack ergibt eine geschlossene, strapazierfähige Oberfläche. Nach gründlichem Absaugen folgt eine Grundierung, dann zwei bis drei Lackschichten mit Zwischenschliff nach Herstellerangabe. Öl und Hartwachsöl dringen ins Holz ein, betonen die Maserung und lassen sich später punktuell ausbessern, brauchen aber regelmäßige Pflege. Wie das Ölen genau geht, steht bei Holzboden ölen.
Typische Fehler
- Körnung übersprungen. Die Riefen des Grobschliffs bleiben sichtbar und werden vom Lack noch betont.
- Walze auf der Stelle stehen gelassen. Eine Mulde, die nie wieder ganz verschwindet.
- Zu wenig Staub entfernt. Jeder Krümel wird im Lack eingeschlossen. Vor dem Versiegeln gründlich saugen und mit einem leicht feuchten Tuch nachwischen.
- Mit Straßenschuhen über den frischen Schliff gelaufen. Schmutz und Feuchtigkeit hinterlassen Flecken, die unter dem Lack sichtbar bleiben.
- Randbereiche mit anderer Körnung geschliffen als die Fläche. Unterschiede im Glanz und in der Farbe sind die Folge.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, ein Zimmer abzuschleifen?
Ein 20-m²-Raum ist mit drei Schleifgängen, Rändern und Kitt in einem Tag geschliffen. Lackieren oder Ölen mit Trockenzeiten dauert weitere ein bis drei Tage.
Kann man Parkett mit einem normalen Schleifer abschleifen?
Kleine Flächen mit einem kräftigen Exzenterschleifer ja, aber es dauert sehr lange und wird selten gleichmäßig. Für ganze Räume ist die Walzenmaschine die richtige Wahl.
Was kostet Parkettschleifen durch den Fachbetrieb?
Je nach Region und Aufwand etwa 25 bis 50 Euro je Quadratmeter einschließlich Versiegelung. Wer selbst schleift, zahlt vor allem Maschinenmiete, Schleifpapier und Lack.



