Den Heizkörper in wenigen Schritten streichen!

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Ein vergilbter oder angerosteter Heizkörper sieht mit einem neuen Anstrich wieder aus wie neu. Die Arbeit ist einfach, verlangt aber den richtigen Lack und eine gründliche Vorbereitung. Der wichtigste Punkt ist die Temperatur: Gestrichen wird nur ein kalter Heizkörper, und nur mit Lack, der für Heizkörper ausgelegt ist.
Warum überhaupt streichen
Heizkörper vergilben mit der Zeit, besonders ältere Lacke. Abgeplatzte Stellen rosten, und Rost unter der Farbe breitet sich langsam aus. Ein neuer Anstrich schützt das Metall und passt den Heizkörper an eine neue Wandfarbe an. Das ist deutlich günstiger als ein Austausch und in einem Nachmittag erledigt, ohne dass die Heizungsanlage angefasst werden muss.
Der richtige Lack
Heizkörperlack ist hitzebeständig und so eingestellt, dass er bei den üblichen Vorlauftemperaturen nicht vergilbt. Normaler Wandlack oder Dispersionsfarbe halten das nicht aus.
| Lackart | Eigenschaften | Einsatz |
| Heizkörperlack auf Wasserbasis (Acryl) | geruchsarm, schnell trocken, vergilbt kaum | Wohnräume, Innenbereich |
| Heizkörperlack auf Kunstharzbasis | sehr robust, glatte Oberfläche, riecht stärker | stark beanspruchte Heizkörper |
| Heizkörperlack als Spray | gleichmäßig in Rippen und Lamellen | Rippenheizkörper, Ausbesserungen |
Wasserbasierte Lacke sind heute die übliche Wahl für Wohnräume. Sie trocknen schnell, riechen kaum und vergilben weniger als lösemittelhaltige Lacke. Für den Farbton gilt: Auf die Heizleistung hat er praktisch keinen Einfluss. Metallic- und Effektlacke können die Wärmeabstrahlung dagegen etwas verringern.
Material und Werkzeug
- Heizkörperlack, bei Bedarf Rostschutzgrundierung
- Schleifpapier in Körnung 80 und 120, Schleifschwamm für Rundungen
- Drahtbürste für Roststellen
- Heizkörperpinsel mit abgewinkeltem Stiel, kleine Lackrolle
- Malerkrepp, Abdeckfolie, Pappe für den Boden
- Entfetter oder Spülmittel

Streichen Schritt für Schritt
- Heizung abdrehen und den Heizkörper vollständig abkühlen lassen. Auf warmem Metall trocknet Lack zu schnell, wird streifig und haftet schlecht.
- Abnehmen, was abgeht. Der Thermostatkopf lässt sich meist ohne Werkzeug abnehmen, das Ventil selbst bleibt zu. Abdecken, was nicht lackiert werden soll: Ventil, Entlüftungsventil, Wandhalter, Wand dahinter.
- Reinigen. Staub aus den Zwischenräumen mit Staubsauger und Heizkörperbürste entfernen, dann entfetten.
- Roststellen bearbeiten. Mit Drahtbürste und 80er Papier bis aufs blanke Metall, danach Rostschutzgrundierung auftragen.
- Anschleifen. Die gesamte Fläche mit 120er Papier anrauen, bis der alte Lack matt ist. Schleifstaub mit einem feuchten Tuch entfernen.
- Erste Schicht. Mit dem Heizkörperpinsel die Zwischenräume und Kanten, mit der Rolle die großen Flächen. Dünn arbeiten, von oben nach unten.
- Trocknen lassen, laut Hersteller meist einige Stunden.
- Zweite Schicht für eine gleichmäßige Deckkraft.
- Heizung erst nach der vollständigen Trocknung und dann langsam wieder aufdrehen.
Beim ersten Aufheizen kann der Lack etwas riechen. Lüften Sie in dieser Zeit gut.
Rippen und Rückseite
Bei Rippenheizkörpern kommen Pinsel und Rolle nicht in jeden Zwischenraum. Hier hilft Heizkörperlack aus der Sprühdose. Decken Sie die Umgebung großzügig ab, denn Sprühnebel landet weiter, als man denkt. Die Rückseite und die Wand dahinter erreichen Sie mit einem flachen Heizkörperpinsel mit langem, gebogenem Stiel. Wer es perfekt will, lässt den Heizkörper von einem Installateur abnehmen und streicht ihn liegend – das lohnt sich aber meist nur, wenn ohnehin die Wand dahinter renoviert wird.
Alte Farbe und Gesundheit
Beim Schleifen alter Anstriche entsteht feiner Staub, der nicht in die Atemwege gehört. Schleifen Sie nach Möglichkeit feucht oder mit Absaugung und tragen Sie eine Staubmaske. Bei sehr alten Heizkörpern können frühere Anstriche Stoffe enthalten, die heute nicht mehr zulässig sind, dann gilt das umso mehr. Lüften Sie beim Lackieren gut, besonders bei lösemittelhaltigen Lacken, und tragen Sie beim Sprühen eine geeignete Lackiermaske.
Streichen oder austauschen
Ein neuer Anstrich lohnt sich, solange der Heizkörper dicht ist und die Leistung zum Raum passt. Austauschen sollten Sie, wenn der Heizkörper durchgerostet ist oder undicht wird, wenn er beim Heizen gluckert und kalt bleibt, obwohl er entlüftet ist, oder wenn eine Wärmepumpe mit niedriger Vorlauftemperatur geplant ist. Dann braucht der Raum oft mehr Heizfläche, als ein alter kleiner Heizkörper bietet. Welche Bauarten es gibt, steht unter Heizkörperarten.

Typische Fehler
- Auf warmem Heizkörper gestrichen. Streifen, Blasen, schlechte Haftung.
- Rost überstrichen. Er kommt nach einigen Monaten durch.
- Zu dicke Schicht. Läufer und Nasen an den Kanten.
- Thermostatfühler lackiert. Er reagiert danach träger auf die Raumtemperatur.
Häufige Fragen
Wie oft muss ein Heizkörper gestrichen werden?
Als grober Richtwert alle 5 bis 7 Jahre, besser nach Zustand. Solange der Lack glatt und rostfrei ist, genügt Reinigen.
Kann ich einen Heizkörper im Winter streichen?
Ja, wenn der Raum anderweitig warm genug ist und der Heizkörper für die Trockenzeit aus bleiben kann.
Was hilft, wenn der Heizkörper trotzdem nicht warm wird?
Entlüften. Wie das geht, steht unter Heizung entlüften und warten.



