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Heimwerker-Berater

Schwartenbretter

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Schwartenbretter
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was eine Schwarte ist
  2. Holzarten
  3. Maße
  4. Wofür sie sich eignen
  5. Mit oder ohne Rinde
  6. Verlegen
  7. Schutz und Pflege
  8. Kaufen
  9. Häufige Fragen

Schwartenbretter sind die äußersten Bretter, die beim Einschnitt eines Stamms abfallen: eine Seite sägeglatt, die andere rund, oft noch mit Rinde. Sägewerke verkaufen sie günstig, und genau das macht sie beliebt – für rustikale Verkleidungen, Holzunterstände, Zäune und Gartenhäuser. Wer sie verbaut, sollte wissen, wie man mit Rinde, Wuchsform und Witterung umgeht.

Was eine Schwarte ist

Beim Aufsägen eines Rundholzes zu Brettern und Balken bleibt an beiden Seiten ein Randstück übrig: die Schwarte. Sie ist innen flach und außen gewölbt, wie der Stamm. Je nachdem, wie weit das Sägeblatt vom Rand entfernt war, ist sie dünn oder dicker, schmal oder breit. Die Bretter sind deshalb nie gleichmäßig: Breite, Dicke und Form schwanken von Brett zu Brett und entlang eines Bretts.

Für Bauteile, die maßhaltig sein müssen, sind Schwarten ungeeignet. Für alles, was rustikal aussehen darf, sind sie ideal.

Holzarten

HolzartEigenschaftenEinsatz
Fichte und Tannegünstig, hell, wenig dauerhaftInnenverkleidung, geschützte Außenflächen, Brennholz
Kieferharzreicher, mittlere DauerhaftigkeitVerschläge, Zäune mit Anstrich
Lärcheharzreich, deutlich dauerhafter, rötlicher KernFassaden, Zäune, Hochbeete
Douglasieähnlich wie Lärche, kräftige FarbeAußenverkleidungen, Unterstände

Für bewitterte Flächen lohnen sich Lärche oder Douglasie. Fichte hält draußen ohne Schutz nur wenige Jahre, besonders wenn sie Bodenkontakt hat oder Wasser stehen bleibt. Das Splintholz aller Arten, also die helle Außenzone, ist weniger dauerhaft als das Kernholz – und Schwarten bestehen überwiegend aus Splint. Das sollte man bei den Erwartungen an die Lebensdauer mit einrechnen.

Maße

Schwartenbretter sind meist 2 bis 3 cm dick, an der dünnsten Stelle manchmal weniger. Die Breiten schwanken zwischen etwa 10 und 30 cm, üblich sind Längen von 2, 3 und 4 m. Einige Händler bieten besäumte Schwarten an, bei denen die rindenseitigen Kanten gerade abgesägt sind. Sie lassen sich leichter verarbeiten, sehen aber weniger urig aus.

Wofür sie sich eignen

  • Fassaden von Gartenhaus, Holzunterstand und Carport. Siehe Holzunterstand bauen.
  • Sichtschutz und Zäune, horizontal oder vertikal auf Riegeln.
  • Hochbeete und Beeteinfassungen, dann am besten Lärche.
  • Innenverkleidungen in Scheunen, Partykellern und Ferienhäusern.
  • Dekoration, etwa Regalbretter mit Baumkante, Schilder oder Tischplatten für draußen.
  • Unterkonstruktion für Behelfsbauten, Bodenbretter für Lagerflächen.

Mit oder ohne Rinde

Rinde sieht gut aus, hält aber nicht. Sie löst sich nach einiger Zeit ab, am schnellsten bei Holz, das im Frühjahr oder Sommer geschlagen wurde, wenn die Kambiumschicht saftig ist. Unter der Rinde halten sich Feuchtigkeit und Insekten wie Borkenkäfer, und das Holz darunter verstockt. Für langlebige Verkleidungen sollten Sie die Schwarten entrinden. Das geht mit einem Schäleisen oder einem Zugmesser; im frischen Zustand löst sich die Rinde deutlich leichter als nach dem Trocknen.

Verlegen

Überlappend wie eine Stülpschalung werden Schwarten waagerecht verlegt: Jedes Brett überdeckt das darunterliegende um einige Zentimeter, die Rundung zeigt nach außen. Senkrecht funktioniert eine Boden-Deckel-Schalung: eine Lage mit der flachen Seite nach außen und Abstand, darüber eine zweite Lage mit der Rundung nach außen über den Fugen.

Beachten Sie drei Punkte:

  1. Hinterlüften. Zwischen Wand und Verkleidung gehört eine Lattung, damit Luft zirkuliert und die Bretter trocknen.
  2. Abstand zum Boden. Die unterste Kante sollte deutlich über dem Spritzwasserbereich liegen, mindestens etwa 15 bis 20 cm über dem Gelände.
  3. Edelstahlschrauben oder feuerverzinkte Nägel. Einfacher Stahl rostet und hinterlässt bei Lärche und Douglasie schwarze Flecken durch die Reaktion mit Gerbstoffen.

Vorbohren verhindert, dass die dünnen Randbereiche beim Schrauben reißen.

Schutz und Pflege

Unbehandeltes Holz vergraut an der Sonne, das ist bei Lärche und Douglasie gewollt und schadet nicht. Wer die Farbe erhalten will, verwendet eine offenporige Lasur. Dichte Lacke platzen auf dem arbeitenden Holz ab. Wichtiger als jede Beschichtung ist konstruktiver Holzschutz: Dachüberstand, Abstand zum Boden, keine waagerechten Flächen, auf denen Wasser steht. Kesseldruckimprägnierte Schwarten sind erhältlich, sie halten im Boden länger, dürfen aber nicht verbrannt werden. Hinweise zum Anstrich unter Kesseldruckimprägniertes Holz streichen.

Kaufen

Die günstigste Quelle ist das Sägewerk in der Nähe. Dort gibt es Schwarten oft bündelweise zum Abholen, manchmal zum Preis von Brennholz. Baumärkte führen sie meist als rustikale Verkleidungsbretter, vorsortiert und teurer. Achten Sie beim Kauf auf Risse, Wurmlöcher und frischen Pilzbefall; ein grauer Belag auf der Oberfläche ist dagegen meist nur Verfärbung.

Häufige Fragen

Müssen Schwarten getrocknet werden?

Frisches Holz schwindet beim Trocknen. Wer frisch verbaut, muss mit Fugen rechnen. Bei überlappender Verlegung ist das kein Problem, bei stumpf gestoßenen Brettern schon.

Kann ich Schwarten verheizen?

Ja, unbehandelte Schwarten sind gutes Anfeuerholz, wenn sie trocken sind. Imprägnierte oder lasierte Bretter gehören nicht in den Ofen.

Wie lange halten sie?

Das hängt vor allem von Holzart und Einbausituation ab. Lärche mit gutem konstruktivem Schutz hält viele Jahre, Fichte mit Bodenkontakt nur wenige.

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