Rigipsplatten

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„Rigips“ ist eigentlich ein Markenname, steht aber umgangssprachlich für jede Gipskartonplatte: ein Gipskern zwischen zwei Lagen Karton. Mit ihnen entstehen Trennwände, abgehängte Decken, Vorsatzschalen und Dachausbauten, schnell und ohne Wasser im Bau. Welche Platte Sie brauchen, entscheidet der Raum, nicht der Preis.
Die Plattentypen
| GKB (Typ A) | Standardplatte für trockene Räume, Karton meist grau oder weiß. |
| GKBI (Typ H2) | imprägniert, reduzierte Wasseraufnahme, grüner Karton. Für Bäder und Küchen. |
| GKF (Typ DF) | Feuerschutzplatte mit Glasfasern im Kern, roter Aufdruck. Für Brandschutzanforderungen. |
| GKFI | Kombination aus Feuerschutz und Imprägnierung. |
| Spezialplatten | Akustik-, Strahlenschutz-, besonders harte oder biegsame Platten. |
Die Typbezeichnungen A, H2 und DF stammen aus der europäischen Norm EN 520, die alten Kürzel wie GKB sind im Handel aber weiterhin geläufig.
Formate und Gewicht
Die übliche Breite ist 1250 mm, die Längen liegen meist zwischen 2000 und 3000 mm. Für den Dachausbau und für Heimwerker gibt es schmalere Formate mit 600 oder 625 mm Breite, die sich allein handhaben lassen. Die Standarddicke ist 12,5 mm für Wände und Decken; 9,5 mm wird für gebogene Flächen oder als zweite Lage eingesetzt, 15, 18 oder mehr Millimeter für höhere Anforderungen an Brand- und Schallschutz. Eine 12,5-mm-Platte wiegt etwa 9 bis 10 kg je Quadratmeter – eine ganze Platte von 1,25 × 2,5 m also über 25 kg.

Wo sie eingesetzt werden
- Trennwände mit Metall- oder Holzständerwerk.
- Vorsatzschalen vor Massivwänden, oft mit Installationen dahinter.
- Abgehängte Decken und Deckenbekleidungen.
- Dachausbau unter Sparren und Kehlbalken.
- Trockenputz, also direkt auf Mauerwerk geklebte Platten statt Nassputz.
Die Unterkonstruktion
Wände werden meist mit UW-Profilen an Boden und Decke und CW-Profilen als Ständer gebaut, in Profilbreiten von 50, 75 oder 100 mm. Der übliche Achsabstand der Ständer beträgt 62,5 cm, sodass eine 1250-mm-Platte auf drei Ständern sitzt. Decken erhalten eine Unterkonstruktion aus CD-Profilen, die an Direktabhängern oder Noniusabhängern befestigt wird. Die Platten werden an Decken quer zu den Tragprofilen montiert, deren Abstand bei 12,5-mm-Platten nicht über etwa 50 cm liegen sollte.
Montage in Kürze
- Profile setzen und mit Dichtband an angrenzende Bauteile anschließen, gegen Schall und Risse.
- Leitungen verlegen und bei Bedarf Dämmung einlegen, etwa Mineralwolle für den Schallschutz.
- Platten zuschneiden: Karton mit dem Cuttermesser anritzen, brechen, Rückseite durchschneiden, Kante mit dem Kantenhobel brechen.
- Anschrauben mit Schnellbauschrauben. Schraubabstand an Wänden etwa 25 cm, an Decken etwa 17 cm. Die Köpfe sitzen knapp unter der Oberfläche, ohne den Karton zu durchstoßen. Mehr bei Rigipsschrauben.
- Fugen versetzen: Plattenstöße benachbarter Platten um mindestens 40 cm versetzt anordnen, keine Kreuzfugen.
- Spachteln: Fugen füllen, gegebenenfalls mit Bewehrungsstreifen, Schraubenköpfe überspachteln.

Doppelt beplanken
Eine zweite Plattenlage erhöht Stabilität, Schallschutz und Brandschutz deutlich und lässt Hängelasten besser zu. Die Fugen der zweiten Lage werden gegenüber der ersten versetzt. Für Wände, an denen später Schränke oder schwere Regale hängen sollen, ist die doppelte Beplankung oft die bessere Entscheidung als jeder Spezialdübel. Welche Dübel wofür taugen, steht bei den Rigipsdübeln.
Küche und Bad
In Küchen und Bädern mit normaler Luftfeuchte werden imprägnierte Platten (GKBI, H2) verwendet. Sie sind kein Freibrief für nasse Bereiche: Im Spritzwasserbereich von Dusche und Badewanne gehört auf jede Gipsplatte eine Verbundabdichtung, bei bodengleichen Duschen oder ständig nassen Flächen sind zementgebundene Bauplatten die bessere Wahl. Mehr dazu bei Gipskartonplatten für Feuchträume.
Kosten
Einfache Gipskartonplatten gehören zu den günstigsten Baustoffen und kosten meist nur wenige Euro je Quadratmeter. Imprägnierte und Feuerschutzplatten sind etwas teurer. Rechnet man Profile, Schrauben, Dämmung, Spachtel und Grundierung dazu, kostet eine einfach beplankte Ständerwand im Material ein Mehrfaches der reinen Plattenfläche – bleibt aber günstiger und schneller als gemauert.
Typische Fehler
- Platten auf dem Boden aufgestellt. Unten 5 bis 10 mm Luft lassen, sonst saugt der Karton Feuchtigkeit und Risse entstehen.
- Schrauben zu tief. Ein zerrissener Karton hält nicht mehr.
- Kreuzfugen. An solchen Stellen reißt die Spachtelung zuerst.
- Platten feucht gelagert. Gipskarton gehört liegend und trocken gelagert, nicht an die Wand gelehnt.
Häufige Fragen
Wie schneide ich Rigips am einfachsten?
Mit Cuttermesser und Richtlatte: Vorderseite anritzen, über eine Kante brechen, Rückseite durchschneiden. Für Ausschnitte eine Stichsäge oder eine Gipskartonsäge nehmen.
Kann ich Deckenplatten allein montieren?
Mit schmalen Formaten von 60 oder 62,5 cm Breite ja, mit ganzen 1250-mm-Platten kaum. Für große Platten gibt es Plattenheber, die man für wenig Geld mietet. Sie heben die Platte mit einer Kurbel an die Decke und halten sie, bis sie verschraubt ist. Der Rücken dankt es.
Wie werden die Fugen glatt?
Durch sorgfältiges Spachteln und sparsames Schleifen. Tipps dazu bei Rigips schleifen.



