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Heimwerker-Berater

Heizkörper

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 7 Abschnitte
Heizkörper
Inhalt7 Abschnitte
  1. Typ 11, 21, 22, 33 – was die Ziffern bedeuten
  2. Wie viel Leistung der Raum braucht
  3. Der Haken bei der Wärmepumpe
  4. Bauformen
  5. Richtig entlüften
  6. Typische Fehler
  7. Häufige Fragen

Ein Heizkörper gibt Wärme auf zwei Wegen ab: als Strahlung von der Frontplatte und als Konvektion aus der Luft, die zwischen den Blechen aufsteigt. Das Verhältnis der beiden entscheidet darüber, wie schnell ein Raum warm wird – und wie behaglich er sich anfühlt.

Genau das steckt in der Typenbezeichnung, die auf jedem Flachheizkörper steht und die fast niemand liest.

Typ 11, 21, 22, 33 – was die Ziffern bedeuten

Die erste Ziffer nennt die Zahl der wasserführenden Platten, die zweite die Zahl der Konvektionsbleche dazwischen.

TypPlatten / BlecheBautiefeEigenschaft
Typ 111 / 1ca. 65 mmflach, viel Strahlung, wenig Leistung
Typ 212 / 1ca. 70 mmguter Kompromiss
Typ 222 / 2ca. 100 mmder Standard im Wohnungsbau
Typ 333 / 3ca. 155 mmhöchste Leistung, tief und schwer

Bei gleicher Höhe und Länge liefert ein Typ 33 gut die doppelte Leistung eines Typ 11. Wer Leistung braucht, ohne die Wandfläche zu vergrößern, geht in die Tiefe.

Wie viel Leistung der Raum braucht

Genau rechnet das eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Für eine überschlägige Einordnung genügen diese Werte:

GebäudeHeizlast je m²Beispiel 20 m²
Neubau nach aktuellem Standard30–50 W600–1000 W
Saniert, Baujahr ab 199550–70 W1000–1400 W
Teilsaniert, 1970er/80er70–100 W1400–2000 W
Altbau ohne Dämmung100–150 W2000–3000 W

Bad und Kinderzimmer bekommen einen Zuschlag von etwa 15 Prozent, weil sie wärmer sein sollen als der Rest.

Der Haken bei der Wärmepumpe

Die auf dem Heizkörper angegebene Leistung gilt nach EN 442 für 75/65/20 °C – also 75 °C Vorlauf, 65 °C Rücklauf, 20 °C Raumtemperatur. Eine Wärmepumpe arbeitet aber mit viel niedrigeren Temperaturen, und dann bleibt von der Nennleistung erheblich weniger übrig.

Vorlauf / RücklaufTypische AnlageLeistung noch
75 / 65 °Calter Kessel100 %
55 / 45 °CBrennwert, gute Wärmepumpeca. 50 %
45 / 35 °CWärmepumpe, effizientca. 30 %

Das ist der häufigste Grund, warum es nach dem Heizungstausch nicht warm wird. Ein Heizkörper, der mit 1500 Watt angegeben ist, liefert bei 45/35 nur noch rund 450 Watt. Vor jedem Umstieg auf eine Wärmepumpe gehört deshalb geprüft, welche Heizkörper vergrößert oder durch tiefere Typen ersetzt werden müssen – oft reicht der Tausch in zwei oder drei Räumen.

Bauformen

Kompaktheizkörper haben seitliche Anschlüsse und werden mit einem externen Ventil betrieben. Der klassische Altbestand.

Ventilheizkörper bringen das Ventil mit und werden unten in der Mitte angeschlossen, meist mit 50 mm Achsabstand. Sie lassen sich links oder rechts anschließen – praktisch beim Austausch.

Handtuchtrockner im Bad sind Rohrregister. Sie sehen gut aus, haben aber bezogen auf ihre Größe wenig Leistung. In kalten Bädern braucht es zusätzlich einen normalen Heizkörper oder eine elektrische Zuheizung.

Röhrenradiatoren sind die Gliederheizkörper im Retro-Look. Viel Strahlung, angenehme Wärme, aber teuer und schwer zu reinigen.

Richtig entlüften

Gluckert der Heizkörper oder bleibt oben kalt, steht Luft darin.

  1. Alle Thermostate voll aufdrehen.
  2. Umwälzpumpe abschalten und 30 bis 60 Minuten warten, damit die Luft nach oben steigen kann. Diesen Schritt überspringen die meisten – dann entlüftet man gegen die strömende Anlage.
  3. Gefäß und Lappen bereitlegen, Entlüfterschlüssel am oberen Ventil ansetzen und langsam öffnen.
  4. Zischen abwarten, bis Wasser blasenfrei austritt. Dann schließen.
  5. Im untersten Geschoss beginnen und sich nach oben vorarbeiten.
  6. Anlagendruck prüfen und bei Bedarf Wasser nachfüllen. Im Ein- und Zweifamilienhaus liegt er meist zwischen 1,0 und 2,0 bar.

Typische Fehler

  • Verkleidung oder Möbel davor. Eine Heizkörperverkleidung kostet je nach Bauart 10 bis 20 Prozent der Leistung. Ein Sofa direkt davor wirkt ähnlich.
  • Lange Vorhänge. Sie leiten die warme Luft an der kalten Scheibe entlang nach oben – die Wärme geht direkt ans Fenster.
  • Thermostat auf 5 statt zügig heizen. Die Stufe bestimmt die Zieltemperatur, nicht die Geschwindigkeit. Stufe 3 entspricht etwa 20 °C. Mehr dazu beim Heizkörperthermostat.
  • Nicht abgeglichen. Ohne hydraulischen Abgleich werden die Heizkörper nahe am Kessel heiß und die entfernten kaum warm. Das lässt sich an den Ventilen einstellen und kostet nichts außer Zeit.
  • Zwischen den Blechen nie gereinigt. Staub auf den Konvektionsblechen bremst den Luftstrom spürbar. Einmal jährlich mit einer Heizkörperbürste durchfahren.

Häufige Fragen

Welche Maße sind üblich?

Bauhöhen von 300, 400, 500, 600 und 900 mm, Baulängen von 400 bis 3000 mm in 200er-Schritten. Beim Austausch sind Anschlussabstand und Achsmaß entscheidend, nicht die Außenmaße – sonst muss die Verrohrung geändert werden.

Aus welchem Material bestehen Heizkörper?

Heute fast durchweg Stahlblech, lackiert oder pulverbeschichtet. Aluminium ist leichter und reagiert schneller, Gusseisen speichert lange und findet sich nur noch im Altbestand.

Was kostet ein Heizkörper?

Ein Flachheizkörper Typ 22 in gängiger Größe liegt im Baumarkt bei 80 bis 250 Euro. Der Austausch durch den Fachbetrieb kommt mit 150 bis 400 Euro je Stück hinzu, je nachdem, ob die Anschlüsse passen.

Kann ich einen Heizkörper selbst tauschen?

Handwerklich ja, wenn Sie die Anlage absperren, teilentleeren und danach wieder befüllen und entlüften können. Bei Fußbodenheizungen, Einrohrsystemen und in Mietwohnungen gehört das in Fachhand.

Warum wird der Heizkörper unten nicht warm?

Unten kalt ist normal – dort läuft das abgekühlte Wasser zurück. Oben kalt dagegen heißt Luft im System. Bleibt er ganz kalt, sitzt meist der Stift im Ventil fest: Thermostatkopf abschrauben und den Stift vorsichtig mit einer Zange bewegen.

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