Putzpistole
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Eine Putzpistole – auch Trichterpistole oder Spritzputzpistole – trägt Putz mit Druckluft auf Wände und Decken auf. Oben sitzt ein Trichter mit dem flüssigen Material, unten eine Düse, durch die Druckluft das Material zerstäubt und an die Wand schleudert. Damit lassen sich Struktur- und Spritzputze in einem Bruchteil der Zeit auftragen, die man mit Kelle oder Rolle braucht – vorausgesetzt, der Kompressor liefert genug Luft.
Aufbau
- Trichter: fasst meist rund 6 Liter Material. Er ist aus Kunststoff oder Metall und wird direkt über der Düse angebracht.
- Pistolengriff mit Abzug: öffnet die Luftzufuhr. Ein Regelventil begrenzt die Luftmenge.
- Düse: bestimmt, wie grob das Material aufgetragen wird. Üblich sind Wechseldüsen mit 4, 6 und 8 mm Öffnung.
- Luftanschluss: für den Schlauch vom Kompressor, meist mit Schnellkupplung.
Das Material fällt durch die Schwerkraft aus dem Trichter vor die Düse, die Druckluft reißt es mit und schleudert es auf den Untergrund.
Der Kompressor
Die Pistole arbeitet mit einem Druck von meist 2 bis 3 bar, bei manchen Materialien bis 6 bar. Wichtiger als der Enddruck ist aber die Liefermenge des Kompressors, also die Luft, die er dauerhaft nachliefern kann. Eine Putzpistole verbraucht viel Luft. Kleine Kompressoren mit wenig Liefermenge kommen bei Dauerbetrieb nicht hinterher: Der Druck sinkt, die Struktur wird ungleichmäßig. Ein Kolbenkompressor mit ordentlichem Kessel und ausreichender Liefermenge ist die Grundlage; für Wohnräume ist ein Flüsterkompressor angenehmer.
Welche Materialien sich eignen
| Material | Düse | Hinweis |
| Spritzputz, Rauputz | 6–8 mm | Körnung bis etwa 6 mm, bei manchen Pistolen bis 8 mm |
| Strukturputz, Kunstharzputz | 4–6 mm | gleichmäßige Struktur, gut für Innenräume |
| Dispersionssilikatputz, Silikonharzputz | 4–6 mm | für Fassaden, auf Herstellerfreigabe achten |
| Dicke Dispersionsfarbe, Spachtelmasse | 4 mm | nur bei geeigneter Konsistenz |
| Akustik- und Dekorputze | nach Hersteller | oft ausdrücklich für Trichterpistole ausgelegt |
Entscheidend ist die Konsistenz: Das Material muss flüssig genug sein, um aus dem Trichter nachzulaufen, und fest genug, um an der Wand nicht abzurutschen. Maschinengängigkeit steht auf vielen Gebinden. Mehr zum Material selbst im Beitrag zu Spritzputz.
Wofür sie nicht gedacht ist
Für Grund- und Unterputze aus Kalkzement in großen Mengen ist die Trichterpistole zu klein. Dafür gibt es Putzmaschinen mit Pumpe und Schlauch, die Material aus dem Silo oder Mischer direkt an die Wand fördern; den Überblick gibt der Beitrag zur Verputzmaschine. Für kleinere Flächen mit Kellenwurf-Struktur ist der Putzwerfer eine einfache Alternative ohne Kompressor.
Untergrund vorbereiten
- Tragfähigkeit prüfen. Lose Schichten entfernen, Risse schließen.
- Grundieren nach Herstellerangabe. Stark saugende Untergründe entziehen dem Putz sonst das Wasser.
- Abkleben, großzügig: Fenster, Türen, Böden, Steckdosen. Spritzputz fliegt weiter, als man denkt.
- Probefläche anlegen, zum Beispiel an einer Platte, um Druck, Düse und Abstand einzustellen.
So spritzen Sie gleichmäßig
- Material gut aufrühren, bei Bedarf mit etwas Wasser nach Herstellerangabe verdünnen.
- Trichter halb bis dreiviertel füllen. Voll ist er schwer und kippelig.
- Abstand etwa 30 bis 50 cm, Pistole senkrecht zur Wand halten.
- In kreisenden oder gleichmäßigen Bewegungen arbeiten, nicht an einer Stelle verharren.
- Nass in nass, zügig von einer Kante zur nächsten, damit keine Ansätze entstehen.
- Bei Bedarf strukturieren, etwa mit einer Kelle oder Rolle, solange der Putz frisch ist.
Schutz beim Spritzen
Spritzputz fliegt nicht nur an die Wand. Feine Tröpfchen und Rückpraller landen auf Brille, Haut und Haaren, bei Arbeiten an der Decke auch im Gesicht. Tragen Sie eine Schutzbrille, eine Kopfbedeckung und Kleidung, die schmutzig werden darf. Viele Putze sind alkalisch und reizen Augen und Haut; bei Kontakt sofort mit Wasser ausspülen. Wer über Kopf arbeitet oder in geschlossenen Räumen spritzt, schützt die Atemwege mit einer Maske. Außen gilt: nicht bei Wind spritzen – der Nebel landet sonst auf Autos, Fenstern und beim Nachbarn.
Reinigung und Pflege
Sofort nach der Arbeit den Trichter leeren und die Pistole mit Wasser durchspülen, bei Kunstharzputzen nach Herstellerangabe. Die Düse mit einer Bürste reinigen. Angetrockneter Putz lässt sich nur mühsam entfernen und kann die Luftkanäle verstopfen. Den Luftschlauch vom Kompressor trennen und Kondenswasser aus dem Kessel ablassen.
Typische Fehler
- Zu hoher Druck. Das Material spritzt zurück, der Nebel wird zu fein, Material geht verloren.
- Zu kleiner Kompressor. Der Druck bricht ein, die Struktur wird fleckig.
- Zu dickes Material. Es läuft nicht nach, die Pistole spuckt.
- Pausen mitten in der Fläche. Ansätze bleiben dauerhaft sichtbar.
Häufige Fragen
Was kostet eine Putzpistole?
Einfache Trichterpistolen kosten ab etwa 20 bis 30 Euro, robuste Profimodelle mit Metalltrichter und Wechseldüsen 50 bis 150 Euro. Der Kompressor ist meist die größere Ausgabe.
Kann ich damit auch Farbe spritzen?
Dickflüssige Dispersionsfarben ja, für feine Lackierarbeiten nein – dafür gibt es Farbsprühsysteme.
Wie viel Material brauche ich?
Das hängt von Körnung und Schichtdicke ab und steht auf dem Gebinde, meist in Kilogramm pro Quadratmeter. Rechnen Sie einen Zuschlag für Verlust durch Spritznebel ein.

