Kesseldruckimprägniertes Holz streichen - so macht man das!

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Kesseldruckimprägniertes Holz, kurz KDI-Holz, ist unter Druck mit Holzschutzsalzen getränkt und hält draußen ohne weiteren Anstrich viele Jahre. Streichen darf man es trotzdem, und oft lohnt es sich: für eine bestimmte Farbe, gegen Risse und gegen das Vergrauen. Der häufigste Fehler ist Ungeduld – frisch imprägniertes Holz ist nass, und Farbe darauf blättert ab.
Was die Kesseldruckimprägnierung bewirkt
Das Holz, meist Kiefer oder Fichte, kommt in einen geschlossenen Kessel. Dort wird zuerst Luft aus den Zellen gesaugt, dann wird eine wässrige Salzlösung unter hohem Druck hineingepresst. Die Wirkstoffe, heute überwiegend Kupferverbindungen mit organischen Zusätzen, schützen gegen Pilze und Insekten. Daher kommt der typische grünliche, bei manchen Produkten bräunliche Farbton.
Nach DIN 68800 wird unterschieden, wie stark das Holz belastet wird. Für Zaun und Sichtschutz ohne Erdkontakt reicht eine geringere Schutzstufe als für Pfosten, die im Boden stecken. Achten Sie beim Kauf auf die Angabe der Gebrauchsklasse – nicht jedes grüne Holz ist für Erdkontakt gedacht.
Warum man es überhaupt streicht
- Farbe. Das Grün gefällt nicht jedem. Ein Anstrich macht aus dem Zaun ein Gestaltungselement.
- Vergrauung. Ungestrichen wird KDI-Holz in ein bis zwei Jahren silbergrau. Das ist kein Schaden, aber nicht jedermanns Geschmack.
- Risse. Kiefer arbeitet stark. Ein Anstrich bremst die Feuchteaufnahme und damit das Reißen.
- Zusätzlicher Schutz. An Stellen, an denen Wasser stehen bleibt, verlängert ein Anstrich die Lebensdauer.

Wann das Holz trocken genug ist
Nach der Imprägnierung ist das Holz mit Wasser vollgesogen, oft weit über 30 % Holzfeuchte. Gestrichen wird erst, wenn die Holzfeuchte unter 20 % liegt, besser um 15 %. Je nach Wetter und Lagerung dauert das Wochen bis Monate. Viele Hersteller raten, das Holz eine Saison lang unbehandelt stehen zu lassen.
Sicher wissen Sie es nur mit einem Holzfeuchtemessgerät, das es ab etwa 20 Euro gibt. Messen Sie an mehreren Stellen und nicht nur an der Sonnenseite. Ohne Gerät hilft ein grober Test: Fühlt sich das Holz kühl und feucht an oder perlt ein Wassertropfen nicht ab, sondern zieht sofort ein, ist es noch zu nass – wobei der Tropfentest allein unzuverlässig ist.
Welche Beschichtung passt
| Beschichtung | Wirkung | Pflege |
| Dünnschichtlasur | zieht ein, Maserung bleibt sichtbar, offenporig | alle 2–3 Jahre nachstreichen |
| Dickschichtlasur | bildet Film, besserer Wetterschutz | alle 3–5 Jahre, vorher anschleifen |
| Deckfarbe (Acryl, Holzschutzfarbe) | deckt die Grünfärbung ab, beliebige Farbtöne | alle 5–8 Jahre |
| Holzöl | feuert Maserung an, wasserabweisend | jährlich |
Für Zäune und Sichtschutz hat sich die Dünnschichtlasur bewährt, weil sie nicht abblättert, sondern verwittert – nachstreichen geht ohne Schleifen. Maßhaltige Bauteile wie Gartentore, Fensterläden oder Pergolen vertragen eine Dickschichtlasur oder Deckfarbe besser. Wer das Grün vollständig verschwinden lassen will, braucht eine deckende Farbe oder eine stark pigmentierte Lasur in dunklem Ton. Helle Lasuren lassen das Grün durchscheinen.
Schritt für Schritt
- Holzfeuchte messen. Unter 20 %, sonst warten.
- Oberfläche reinigen. Staub, Algen und Salzausblühungen mit Bürste und Wasser entfernen, gut abtrocknen lassen.
- Anschleifen. Leicht mit Körnung 80 bis 120, damit die Beschichtung haftet und aufgestellte Fasern verschwinden. Schleifstaub von KDI-Holz ist belastet – Staubmaske tragen, draußen arbeiten.
- Grundieren, falls vorgesehen. Bei Deckfarben meist eine Grundierung für Holz im Außenbereich, bei Lasuren entfällt das oft.
- Streichen. Dünn und in Faserrichtung, zwei bis drei Schichten mit Trocknungszeit dazwischen. Nicht in praller Sonne, nicht bei unter etwa 5 °C.
- Hirnholz extra behandeln. Stirnseiten saugen am meisten Wasser. Hier einen Anstrich mehr.
Schnittkanten nachbehandeln
Die Imprägnierung dringt bei Kiefer tief ein, bei Fichte oft nur wenige Millimeter. Wer das Holz sägt oder bohrt, legt ungeschütztes Holz frei. Jede Schnittfläche braucht einen Schutzanstrich, am besten mit einem farblosen Holzschutzmittel für Schnittkanten, bevor gestrichen wird. Sonst fault der Pfosten zuerst genau dort, wo er abgelängt wurde – meist am Kopf oder im Boden.
Grenzen und Sicherheit
KDI-Holz gehört nicht in Innenräume, nicht in Hochbeete mit direktem Kontakt zu Gemüse ohne Folie und nicht an Stellen, an denen Kinder daran knabbern können. Es ist gegen Feuchte geschützt, aber nicht unverwüstlich: Wo Pfosten im Beton stecken und Wasser steht, fault auch imprägniertes Holz. Besser sind Pfostenträger aus Metall, die das Holz über dem Boden halten.
Reste und Späne von KDI-Holz gehören nicht in den Kaminofen und nicht auf den Kompost. Sie werden über den Wertstoffhof als Altholz entsorgt.
Typische Fehler
- Zu früh gestrichen. Die Farbe blättert nach dem ersten Winter.
- Dicker Lack auf Zaunlatten. Er reißt an den Kanten, Wasser läuft hinein und kann nicht mehr raus.
- Nur die Schauseite gestrichen. Das Holz nimmt einseitig Feuchte auf und verzieht sich.
- Salzausblühungen überstrichen. Weiße oder grüne Flecken vorher abbürsten, sonst haftet nichts.
Häufige Fragen
Muss ich KDI-Holz streichen?
Nein. Der Schutz gegen Pilze und Insekten kommt aus der Imprägnierung. Der Anstrich ist Optik und zusätzlicher Wetterschutz.
Wie bekomme ich grau gewordenes Holz wieder hell?
Mit einem Holzentgrauer lässt sich die Oberfläche aufhellen. Danach gut abspülen, trocknen lassen und lasieren. Ähnlich geht man bei Terrassendielen aus Holz vor.
Kann ich Holzöl verwenden?
Ja, sobald das Holz trocken ist. Öl muss aber jährlich erneuert werden und bietet keinen UV-Schutz gegen das Vergrauen, wenn es nicht pigmentiert ist.
Gibt es Alternativen zu KDI-Holz?
Lärche, Douglasie oder Thermoholz halten ohne Chemie ebenfalls lange. Für Zäune ist ein Staketenzaun aus Lärche eine robuste Wahl.



