Tipps für Arbeiten am eigenen Haus

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Am eigenen Haus selbst zu arbeiten spart Geld und macht zufrieden – solange drei Dinge stimmen: das richtige Werkzeug, ein Blick auf die Schadstoffe im Bestand und die Frage nach Fördergeld, bevor der erste Auftrag unterschrieben ist. Gerade bei Häusern vor 1995 entscheidet der zweite Punkt über Ihre Gesundheit.
Kaufen, leihen oder mieten
Für Werkzeug gilt eine einfache Faustregel: Was Sie mehr als dreimal im Jahr brauchen, kaufen Sie. Den Rest leihen oder mieten Sie. Akkuschrauber, Bohrhammer, Wasserwaage und Stichsäge gehören in jede Werkstatt. Ein Abbruchhammer, eine Fliesenschneidmaschine, ein Estrichschleifer oder ein Bautrockner stehen dagegen die meiste Zeit nur herum.
Baumärkte und Mietparks verleihen solche Maschinen tageweise, oft für 20 bis 80 Euro am Tag. Das hat einen zweiten Vorteil: Sie arbeiten mit einem Profigerät statt mit dem billigsten Kaufmodell. Bei manchen Arbeiten, etwa dem Stemmen in Beton, entscheidet das über Stunden.
Beim Material lohnt Sparen selten. Billiger Fliesenkleber, dünne Dämmung oder einfache Dichtbänder rächen sich, weil man sie nach dem Einbau nicht mehr sieht – und nicht mehr erreicht.
Vor dem Start: Was steckt in den Wänden?
Wer in einem Altbau Wände öffnet, Böden herausreißt oder Decken abhängt, trifft auf Baustoffe aus einer Zeit, in der man vieles für harmlos hielt. Die wichtigsten:
| Asbest | Bis 1993 verbaut: Wellplatten, Fassadenplatten, Floor-Flex-Bodenplatten, Kleber, Spachtelmassen, Nachtspeicheröfen. |
| Alte Mineralwolle | Vor etwa 1996 hergestellte Dämmstoffe gelten als krebsverdächtig. Neuere tragen ein Gütezeichen. |
| PAK | Teerhaltige Parkettkleber (schwarz), Dachpappe, Teeranstriche. |
| Holzschutzmittel | PCP und Lindan in Deckenbalken, Vertäfelungen und Dachstühlen, vor allem aus den 1960er- bis 1980er-Jahren. |
| Formaldehyd | Ältere Spanplatten, Möbel, Kleber und Lacke. |
Asbest: nicht selbst anfassen
Asbest ist nur gefährlich, wenn Fasern frei werden – aber genau das passiert beim Bohren, Brechen, Schleifen und Stemmen. Die Fasern verursachen Jahrzehnte später Asbestose und Krebs. Seit 1993 ist die Verwendung in Deutschland verboten, der Altbestand ist aber riesig.
Asbest erkennt man mit bloßem Auge nicht sicher. Bei Verdacht nehmen Sie eine kleine Probe (befeuchten, mit Maske, in einen Beutel) und lassen sie in einem Labor untersuchen, das kostet meist 50 bis 100 Euro. Mehr dazu unter Asbest erkennen.

Das Entfernen ist Sache eines Fachbetriebs mit Sachkunde nach TRGS 519. Selbst dort, wo Eigentümer kleine Mengen unzerbrochener Platten ausbauen dürfen, gelten strenge Regeln zu Schutzkleidung, Verpackung und Entsorgung – siehe Asbestplatten entsorgen.
Die leiseren Altlasten
Alte Holzschutzmittel wie PCP und Lindan dünsten über Jahrzehnte aus. Typisch sind Deckenbalken und Holzvertäfelungen im Dachgeschoss, die damals großzügig gestrichen wurden. PCP ist in Deutschland seit 1989 verboten. Anzeichen sind ein muffig-chemischer Geruch und manchmal weiße Ausblühungen. Hier hilft nur eine Material- oder Staubprobe; saniert wird durch Ausbau oder Abschleifen der belasteten Schicht – nicht in Eigenregie.
PAK-haltiger Parkettkleber ist schwarz und klebrig. Solange er unter dem Parkett liegt und versiegelt ist, stört er wenig. Beim Herausreißen und Abschleifen wird er zum Problem. Vor dem Entfernen eines alten Stabparketts lohnt deshalb eine Probe.
Formaldehyd stammt heute vor allem aus Möbeln und älteren Holzwerkstoffen. Gut lüften, alte Spanplatten ersetzen, bei Neukauf auf emissionsarme Produkte achten. Einen Überblick über Messmöglichkeiten gibt der Beitrag zu Schadstoffen im Haus.
Schimmel und Wasser
Nicht jede Gefahr ist Altlast. Schimmel in Ecken, hinter Schränken oder an Fensterlaibungen entsteht auch in jüngeren Häusern, meist durch zu wenig Lüften oder Wärmebrücken. Kleine Flächen können Sie selbst behandeln, größere oder wiederkehrende Befälle brauchen eine Ursachensuche. Wie man ihn findet, steht bei Schimmel feststellen.
In Häusern vor etwa 1973 können noch Trinkwasserleitungen aus Blei liegen. Graue, weiche Rohre, die sich mit dem Schraubenzieher ritzen lassen, sind verdächtig. Sie müssen raus – eine Wasseranalyse schafft vorher Klarheit.
Welche Arbeiten Sie selbst machen dürfen
Malern, Tapezieren, Bodenbeläge, Trockenbau, Fliesen und Dämmung der obersten Geschossdecke sind klassische Eigenleistungen. Elektroarbeiten am Netz sind Sache einer Elektrofachkraft, Arbeiten an Gasleitungen ebenso. Bei Wasser- und Heizungsinstallation darf der Laie viel, haftet aber auch für Schäden. Wer eine Wand entfernen will, sollte vorher wissen, ob sie trägt – siehe tragende Wand entfernen.
Die richtige Reihenfolge
Viele Heimwerkerprojekte scheitern nicht am Können, sondern an der Reihenfolge. Von oben nach unten und von grob nach fein ist die Grundregel: erst Abbruch und Rohinstallation, dann Putz und Estrich, dann Trockenbau, danach Fliesen, Maler und zuletzt Bodenbeläge und Türen. Wer den neuen Boden vor dem Streichen verlegt, schützt ihn wochenlang mit Folie und Pappe.
Planen Sie außerdem Trocknungszeiten ein. Estrich, Putz und Spachtel brauchen Tage bis Wochen, bevor der nächste Belag darauf darf. Ein Feuchtemessgerät für wenige Euro erspart teure Überraschungen, wenn später Parkett oder Vinyl auf einen noch feuchten Untergrund kommen sollen.
Förderung vor dem Auftrag beantragen
Für energetische Sanierung, Heizungstausch und altersgerechten Umbau gibt es Zuschüsse und zinsgünstige Kredite, vor allem über KfW und BAFA. Die wichtigste Regel: Beantragen Sie vor Beginn der Maßnahme. Wer erst unterschreibt und dann fragt, geht meist leer aus.

Eigenleistung wird nicht bei jedem Programm gefördert; oft zählt nur das Material, oder es ist ein Fachbetrieb vorgeschrieben. Übersichten finden Sie bei Finanzierung der Sanierung und für die Heizung bei der Förderung von Wärmepumpen.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, dass mein Haus Asbest enthält?
Gar nicht sicher mit dem Auge. Das Baujahr gibt einen Hinweis: Häuser aus den 1960er- bis 1980er-Jahren sind besonders verdächtig. Gewissheit bringt nur eine Laboranalyse.
Muss ich den Vermieter oder Käufer über Altlasten informieren?
Bekannte Schadstoffe sollten Sie offenlegen. Wer sie verschweigt, riskiert Haftung. Im Zweifel rechtlichen Rat einholen.
Lohnt eine Schadstoffprüfung vor dem Hauskauf?
Bei älteren Häusern fast immer. Einige hundert Euro für ein Gutachten sind wenig im Vergleich zu einer Asbestsanierung, die schnell fünfstellig wird.



