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Heimwerker-Berater

Holzfeuchtemessgerät

Werkzeugvon Christoph6 Min. · 10 Abschnitte
Holzfeuchtemessgerät
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie das Gerät misst
  2. Welche Werte man anstrebt
  3. Richtig messen bei Brennholz
  4. Warum die Feuchte beim Heizen so viel ausmacht
  5. Messen bei Bau- und Möbelholz
  6. Kaufkriterien
  7. Holzfeuchtemessgerät im Test: woran man gute Geräte erkennt
  8. Was die Anzeige OL bedeutet
  9. Grenzen der Genauigkeit
  10. Häufige Fragen

Ein Holzfeuchtemessgerät zeigt, wie viel Wasser noch im Holz steckt – in Prozent bezogen auf das Trockengewicht. Für Kaminholz ist die Zahl sogar Gesetz: Nach der Kleinfeuerungsanlagen-Verordnung darf Scheitholz nur mit einer Feuchte unter 25 Prozent verbrannt werden. Ein einfaches Gerät für 15 Euro reicht, um das zu prüfen, sofern man an der richtigen Stelle misst.

Wie das Gerät misst

Die meisten Geräte arbeiten mit Widerstandsmessung. Zwei Metallstifte werden ins Holz gedrückt, und das Gerät misst, wie gut Strom zwischen ihnen fließt. Nasses Holz leitet besser als trockenes, und aus dem Widerstand errechnet die Elektronik die Holzfeuchte. Weil verschiedene Holzarten unterschiedlich leiten, haben bessere Geräte eine Einstellung für Holzartengruppen oder eine Liste mit vielen Holzsorten.

Kapazitive Geräte arbeiten ohne Stifte. Sie werden flach aufgelegt und messen über ein elektrisches Feld die Feuchte in den oberen Zentimetern. Sie hinterlassen keine Löcher, was bei Parkett oder fertigen Möbeln wichtig ist, reagieren aber stärker auf die Rohdichte des Holzes. Eine Einordnung zu Messgeräten für Wände und Baustoffe steht beim Feuchtigkeitsmesser für die Wand.

Holzfeuchtemessgerät digital
Ein Holzfeuchtigkeitsmessgerät in der digitalen Version. | Foto: / Depositphotos.com

Welche Werte man anstrebt

VerwendungRichtwert Holzfeuchte
Frisch geschlagenes Holzoft 50 % und mehr
Brennholz, verbrennungsfertigunter 25 %, ideal 15–20 %
Konstruktionsholz im Außenbereichunter 20 %
Konstruktionsvollholz (KVH), Innenausbauetwa 12–18 %
Möbel, Parkett, beheizte Räumeetwa 8–12 %

Oberhalb von etwa 30 Prozent sind die Zellwände vollständig mit Wasser gesättigt, darüber steht freies Wasser in den Poren. In diesem Bereich messen Widerstandsgeräte deutlich ungenauer, was aber für die Praxis egal ist: Holz mit 40 oder 50 Prozent ist schlicht nass.

Richtig messen bei Brennholz

Der häufigste Fehler ist, die Stifte in die Außenseite eines Scheits zu stecken. Die Oberfläche trocknet schnell, der Kern nicht. So gehen Sie vor:

  1. Ein Scheit aus der Mitte des Stapels nehmen, nicht von oben oder vom Rand.
  2. Frisch spalten. Gemessen wird auf der neuen Spaltfläche.
  3. In der Mitte des Scheits messen, etwa auf halber Länge und in der Mitte des Querschnitts.
  4. Stifte quer zur Faser einstechen, sofern die Anleitung nichts anderes sagt, und so tief wie möglich.
  5. Drei Scheite messen und den Durchschnitt nehmen. Einzelne Stücke streuen stark.

Holz sollte zum Messen Zimmertemperatur haben. Viele Geräte sind auf etwa 20 Grad abgestimmt; sehr kaltes Holz zeigt zu niedrige Werte an. Wie Holz schnell auf den Zielwert kommt, steht unter Brennholz lagern.

Warum die Feuchte beim Heizen so viel ausmacht

Wasser im Holz muss beim Verbrennen erst verdampfen. Diese Energie fehlt als Wärme im Raum. Nasses Holz brennt schlecht, qualmt, verrußt Scheibe und Schornstein und setzt deutlich mehr Feinstaub frei. Im Extremfall entsteht Glanzruß, der zum Schornsteinbrand führen kann. Gut getrocknetes Holz liefert pro Kilogramm fast doppelt so viel nutzbare Wärme wie frisch geschlagenes. Wer Kaminholz kauft, sollte die Feuchte bei der Lieferung stichprobenartig prüfen.

Messen bei Bau- und Möbelholz

Beim Bauholz geht es darum, ob das Holz zum Einbau trocken genug ist. Zu feuchtes Holz schwindet nach dem Einbau, es entstehen Fugen, Risse und verzogene Bauteile. Parkett und Dielen sollten vor dem Verlegen einige Tage im Raum lagern und die Feuchte haben, die sie später im Gebrauch haben werden.

Für Möbelholz und Tischlerarbeiten ist ein Gerät mit Holzartenkorrektur sinnvoll. Die Abweichung zwischen Fichte und Eiche kann ohne Korrektur mehrere Prozentpunkte betragen – genug, um aus „trocken“ ein „noch nicht“ zu machen.

Kaufkriterien

  • Messbereich mindestens 6 bis 40 Prozent, besser bis 60 Prozent für frisches Holz.
  • Holzartenwahl. Einfache Geräte haben eine feste Kennlinie, bessere zwei bis vier Holzgruppen oder eine Sortenliste.
  • Ersatzstifte. Die Stifte verbiegen und stumpfen ab; eine Schutzkappe und Ersatzstifte gehören in den Lieferumfang.
  • Temperaturausgleich für genauere Werte bei kaltem Holz.
  • Haltefunktion, um den Wert nach dem Herausziehen ablesen zu können.

Holzfeuchtemessgerät im Test: woran man gute Geräte erkennt

Einen eigenen Vergleichstest gibt es hier nicht, und deshalb auch keinen Testsieger. Wer Testberichte liest oder im Laden zwei Geräte nebeneinander hält, kann die Qualität aber an wenigen Punkten festmachen:

  • Prüfmöglichkeit. Gute Geräte haben in der Schutzkappe Kontakte oder liefern einen Prüfwiderstand mit. Setzt man die Stifte darauf, muss ein in der Anleitung genannter Wert erscheinen. So sehen Sie nach einem Sturz oder einem Jahr in der Schublade, ob die Anzeige noch stimmt.
  • Wiederholbarkeit. Dreimal an derselben Stelle gemessen, sollte dreimal fast derselbe Wert herauskommen. Springt die Anzeige um mehrere Prozentpunkte, taugt das Gerät nichts.
  • Stabile, wechselbare Stifte. Dünne Nadeln verbiegen im Hartholz beim ersten Scheit.
  • Angabe der Genauigkeit und des Temperaturbereichs in der Anleitung. Fehlt beides, ist Vorsicht angebracht.
  • Ablesbarkeit. Ein beleuchtetes Display hilft im Holzschuppen mehr als eine dritte Nachkommastelle.

Ein Test ist nur dann etwas wert, wenn die Geräte gegen eine Referenz geprüft wurden, also gegen die Darrprobe oder ein kalibriertes Profigerät. Vergleiche, die nur Ausstattung und Preis auflisten, sagen über die Messgenauigkeit nichts.

Was die Anzeige OL bedeutet

Viele Geräte zeigen „OL“ oder „Hi“ an, wenn der Wert außerhalb des Messbereichs liegt. Bei Holz heißt das meist: zu nass für das Gerät. Umgekehrt zeigen manche Geräte „Lo“, wenn das Holz trockener ist als der untere Grenzwert. Eine Batterie mit schwacher Spannung kann ebenfalls zu Unsinn führen, weshalb ein Batteriesymbol hilfreich ist.

Grenzen der Genauigkeit

Günstige Geräte arbeiten mit einer Genauigkeit von etwa plus/minus 1 bis 2 Prozentpunkten im mittleren Bereich. Das reicht, um Brennholz zu beurteilen, ersetzt aber keine Darrprobe im Labor, bei der eine Probe gewogen, im Ofen getrocknet und erneut gewogen wird. Salze, Holzschutzmittel und Oberflächenwasser nach Regen verfälschen die Messung. Für Wände und Estrich ist ein eigenes Gerät nötig, etwa der Trotec BM31, weil Baustoffe andere Kennlinien haben.

Häufige Fragen

Was kostet ein Holzfeuchtemessgerät?

Einfache Geräte für Brennholz gibt es ab etwa 10 bis 25 Euro. Modelle mit Holzartenkorrektur und Temperaturausgleich liegen zwischen 30 und 100 Euro, Profigeräte mit Einschlagelektroden darüber.

Kann ich damit auch Wände messen?

Manche Geräte haben eine Kennlinie für Baustoffe und zeigen dann einen Richtwert. Für eine belastbare Aussage über feuchte Wände braucht es ein Baufeuchtemessgerät.

Wie lange muss Brennholz trocknen?

Weichholz wie Fichte, gespalten und luftig gelagert, schafft die 25 Prozent oft nach einem Jahr, Hartholz wie Buche und Eiche braucht eher zwei Jahre. Messen ist zuverlässiger als Warten.

Feuchtigkeitsmesser, Feuchtemessgerät, Restfeuchtemessgerät – ist das alles dasselbe?

Im Handel ja. Holz-Feuchtigkeitsmesser, Feuchtemessgerät für Holz und Holzfeuchtemessgerät bezeichnen dieselbe Geräteart; die Hersteller verwenden die Namen nach Belieben. Auch als Restfeuchtemessgerät werden diese Geräte verkauft, weil sie die Restfeuchte von Brennholz anzeigen, also das Wasser, das nach dem Trocknen noch im Holz steckt. Genau genommen stammt der Begriff Restfeuchte aber vom Bau: Dort meint er die Feuchte, die in Estrich, Putz oder Beton nach dem Abbinden verblieben ist, und sie wird vor dem Verlegen von Parkett mit eigenen Verfahren bestimmt. Wenn Sie ein Restfeuchtemessgerät kaufen, achten Sie deshalb darauf, wofür es kalibriert ist: Ein Gerät mit Holzskala liefert auf Estrich nur einen groben Anhaltswert und umgekehrt.

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