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Heimwerker-Berater

Schleifgiraffe

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Schleifgiraffe
Inhalt10 Abschnitte
  1. Aufbau
  2. Die wichtigsten Kennwerte
  3. Giraffe, Langhalsschleifer, Trockenbauschleifer
  4. Die richtige Körnung
  5. Absaugung – der entscheidende Teil
  6. Den Raum vorbereiten
  7. So schleifen Sie ohne Kuhlen
  8. Worauf Sie beim Kauf achten
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Eine Schleifgiraffe ist ein Schleifgerät mit großem, rundem Schleifkopf an einem langen Stiel. Mit ihr werden gespachtelte Gipskartonwände und -decken glatt geschliffen, ohne Leiter und ohne über Kopf zu schleifen. Wer ein ganzes Dachgeschoss spachtelt, spart mit ihr Tage und Schultern – allerdings nur mit einem passenden Sauger dahinter.

Aufbau

Am Ende eines Stiels sitzt ein runder Schleifteller, meist 215 bis 225 mm im Durchmesser, mit Klettbelag. Der Kopf ist über ein Gelenk beweglich und legt sich dadurch flach an Wand oder Decke an. Der Motor sitzt je nach Bauart am Kopf oder am Griffende. Eine Haube mit Bürstenkranz umschließt den Teller und führt den Staub über einen Schlauch zum Sauger. Viele Geräte haben einen Teleskopstiel, der sich auf Längen um 1,6 bis 1,9 m ausziehen lässt.

Die wichtigsten Kennwerte

LeistungHeimwerkergeräte meist 600 bis 800 Watt, Profigeräte ähnlich, aber mit stärkerer Dauerlast.
DrehzahlStufenlos regelbar. Niedrig für weiche Spachtelmasse, höher für hartes Material.
TellergrößeMeist 225 mm. Große Teller sorgen für ebene Flächen ohne Kuhlen.
GewichtMöglichst gering, denn Sie tragen es an der Decke stundenlang. Leichte Geräte wiegen um 4 kg.
AbsauganschlussPassend zum Sauger, oft mit Adapter.

Giraffe, Langhalsschleifer, Trockenbauschleifer

Die Begriffe werden im Handel durcheinander verwendet. Gemeint ist fast immer dasselbe Gerät. Manche Hersteller unterscheiden zwischen dem Langhalsschleifer mit festem, langem Hals und der Giraffe mit zusätzlichem Gelenk oder Teleskop, das den Kopf auch in Ecken und Dachschrägen führt. Weitere Einzelheiten stehen unter Langhalsschleifer und Trockenbauschleifer.

Die richtige Körnung

  • P80: grobe Spachtelgrate, Putzreste, alte Farbnasen. Vorsicht, P80 schleift schnell durch den Karton.
  • P120: der Standard für gespachtelte Gipskartonflächen.
  • P150 bis P180: Feinschliff vor dem Streichen, besonders bei Streiflicht.

Schleifen Sie die Spachtelmasse, nicht den Karton. Wo der Karton aufraut, muss erneut gespachtelt werden.

Absaugung – der entscheidende Teil

Gipsstaub ist sehr fein. Ohne Absaugung steht er nach Minuten im ganzen Haus und setzt sich in Ritzen, Steckdosen und Lüftungen. Ein Sauger der Staubklasse M mit Filterabreinigung ist das Minimum, ein Haushaltssauger verstopft nach kurzer Zeit oder bläst den Staub durch den Filter. Siehe Baustaubsauger. Manche Giraffen haben einen Staubbeutel; der hilft wenig, wenn große Flächen geschliffen werden.

Den Raum vorbereiten

Auch mit guter Absaugung entweicht Staub. Kleben Sie Türen mit Folie ab, decken Sie Böden ab und kleben Sie Steckdosen und Schalter zu. Rauchmelder abdecken oder vorübergehend abnehmen – feiner Gipsstaub löst optische Rauchmelder aus und kann sie dauerhaft verschmutzen. Nach der Arbeit wieder anbringen, das wird gern vergessen. Fenster auf Kipp und ein Ventilator, der nach draußen bläst, holen den Rest aus dem Raum.

So schleifen Sie ohne Kuhlen

  1. Spachtelmasse vollständig trocknen lassen. Feuchte Masse schmiert und setzt das Schleifpapier zu.
  2. Streiflicht aufstellen. Eine Baulampe flach zur Wand zeigt jede Unebenheit.
  3. Teller flach anlegen, nicht kippen. Der Rand des Tellers gräbt sonst Rinnen.
  4. Mit geringem Druck arbeiten. Das Gewicht des Geräts reicht meist aus.
  5. In kreisenden oder überlappenden Bahnen führen, nie auf einer Stelle stehen bleiben.
  6. Ecken und Kanten von Hand oder mit einem kleinen Schleifklotz nacharbeiten.

Weitere Tipps stehen unter Rigips schleifen.

Worauf Sie beim Kauf achten

  • Gelenkkopf, der sich satt anlegt, ohne zu kippen
  • Drehzahlregelung mit Sanftanlauf
  • Kabel am Stielende, damit es nicht beim Schwenken stört
  • LED-Licht am Kopf – kein Muss, aber nützlich für Streiflicht
  • Ersatzteile wie Schleifteller und Bürstenkranz

Ein Beispiel eines Heimwerkergeräts mit 600 Watt und 225-mm-Teller ist der Einhell TC-DW 225. Einfache Geräte beginnen unter 100 Euro, Markengeräte kosten 200 bis 500 Euro, Profigeräte mit passendem Sauger deutlich mehr.

Typische Fehler

  • Zu grobe Körnung. Der Karton franst aus.
  • Ohne Absaugung. Staub im ganzen Haus und ein verstopfter Motor.
  • Zu viel Druck. Der Teller kippt, es entstehen Rinnen.
  • Kein Atemschutz. Auch mit Absaugung gehört eine FFP2-Maske dazu.

Häufige Fragen

Kaufen oder mieten?

Für ein einzelnes Zimmer reicht oft ein Schleifgitter von Hand. Für ganze Wohnungen lohnt sich Miete oder Kauf; Verleiher bieten Giraffe und Sauger im Paket an.

Kann ich damit Putz schleifen?

Weichen Gipsputz ja, harten Kalkzementputz nur mit Diamant- oder Hartmetallteller. Für Beton gibt es eigene Betonschleifer.

Wie lange muss die Spachtelmasse trocknen?

Das hängt von Produkt, Schichtdicke und Raumklima ab; die Angabe steht auf dem Sack oder Eimer. Dünne Schichten sind oft über Nacht schleifbar, dicke Füllungen in Ecken brauchen länger. Schleifen Sie lieber einen Tag zu spät als eine Stunde zu früh.

Wie wechsle ich das Schleifpapier?

Klett abziehen, neue Scheibe mittig aufdrücken. Die Löcher der Scheibe müssen zu den Absauglöchern im Teller passen.

Ist ein Giraffenschleifer etwas anderes als eine Schleifgiraffe?

Nein, beide Wörter meinen dasselbe Gerät. „Giraffe“ geht auf einen Produktnamen zurück, der sich als Gattungsbegriff eingebürgert hat – so wie der lange Hals es nahelegt. Im Handel finden Sie die Maschinen deshalb unter Giraffenschleifer, Schleifgiraffe, Langhalsschleifer, Wand- und Deckenschleifer oder Trockenbauschleifer. Bei der Suche nach einem Gerät oder einem Mietangebot lohnt es sich, alle Begriffe einzugeben, weil jeder Händler anders sortiert. Entscheidend sind nicht der Name, sondern Tellergröße, Gewicht, Drehzahlregelung und ein Absauganschluss, der zu Ihrem Sauger passt.

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