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Heimwerker-Berater

Streuwagen

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Streuwagen
Inhalt11 Abschnitte
  1. Fallstreuer und Schleuderstreuer
  2. Wie groß der Behälter sein sollte
  3. Rasensamen ausbringen
  4. Dünger und Kalk streuen
  5. Streugut im Winter
  6. Die Einstellung finden
  7. Gleichmäßig fahren
  8. Typische Fehler
  9. Pflege und Kauf
  10. Häufige Fragen
  11. Videos zum Thema

Ein Streuwagen verteilt Samen, Dünger, Kalk oder Streugut gleichmäßig über eine Fläche – gleichmäßiger, als es von Hand je gelingt. Es gibt zwei Bauarten, und die Wahl zwischen ihnen entscheidet über das Ergebnis mehr als der Preis. Für Rasen ist Genauigkeit wichtig, für den Winterdienst Tempo.

Fallstreuer und Schleuderstreuer

BauartArbeitsweiseStärkenSchwächen
Fallstreuer (Walzenstreuer)Eine Walze dosiert das Streugut, es fällt senkrecht nach untenexakte Streubreite, nichts landet im Beetlangsam, Bahnen müssen genau anschließen
Schleuderstreuer (Kreiselstreuer)Ein Teller schleudert das Streugut fächerförmiggroße Streubreite, schnellRänder unscharf, Streugut fliegt auf Wege und Beete

Auf kleinen und mittleren Rasenflächen mit vielen Beeträndern ist der Fallstreuer die bessere Wahl. Für große Flächen, Rasen ohne Beete und für den Winterdienst ist der Schleuderstreuer schneller. Manche Schleuderstreuer haben einen Randstreuschirm, der das Streugut auf einer Seite begrenzt.

Wie groß der Behälter sein sollte

Behälter gibt es mit etwa 12 bis 60 Litern. Für einen Hausgarten reichen 12 bis 20 Liter, sonst wird der gefüllte Wagen unhandlich schwer. Große Behälter lohnen sich nur, wenn Sie wirklich viel Fläche haben. Denken Sie daran: 20 Liter Rasendünger wiegen rund 20 kg.

Rasensamen ausbringen

Für eine Neuanlage oder Nachsaat braucht es eine gleichmäßige Verteilung, sonst entstehen Kahlstellen und Nester. Bewährt hat sich das Kreuzstreuen: die halbe Menge in Längsbahnen, die andere Hälfte quer dazu. Übliche Saatmengen für die Neuanlage liegen bei 20 bis 30 g je Quadratmeter, bei Nachsaat etwa der Hälfte – die genaue Angabe steht auf der Packung. Danach die Saat leicht einarbeiten oder mit einer Rasenwalze andrücken.

Rasen wird ohne Streuwagen gesät
Sei es den Rasen säen, sei es die Aussaat auf den Feldern: ohne Streuwagen ist beides mühselig und ungenau! | Foto: Kingan77 / Depositphotos.com

Dünger und Kalk streuen

Beim Dünger rächt sich ungleichmäßiges Streuen doppelt: Wo zu viel liegt, verbrennt der Rasen, wo zu wenig liegt, bleibt er blass. Die Düngerpackung nennt meist eine Streuereinstellung für gängige Wagen. Fehlt sie, streuen Sie probeweise auf einem abgemessenen Quadratmeter und wiegen nach. Welcher Dünger wann passt, steht unter Rasendünger nach Jahreszeit.

Für Rasenkalk gilt dasselbe, allerdings ist Kalk staubig und verklumpt bei Feuchtigkeit. Granulierten Kalk kaufen, bei trockenem, windstillem Wetter streuen, Behälter danach sofort leeren.

Streugut im Winter

Im Winterdienst verteilt der Streuwagen Splitt, Sand oder Granulat auf Gehwegen und Einfahrten. Streusalz ist für Privatleute auf Gehwegen in vielen Gemeinden verboten oder nur bei Eisregen erlaubt. Die Regel steht in der kommunalen Satzung. Abstumpfendes Streugut muss im Frühjahr wieder aufgenommen werden – das erledigt ein Rasenkehrer auf befestigten Flächen nicht, dafür braucht es Besen oder Kehrmaschine.

Streuwagen trotz Schneeschaufel noetig
Das Räumen mit der Schneeschaufel reicht nicht aus. Damit es hinterher nicht glatt wird, benötigt man einen Streuwagen. | Foto: olechowski / Depositphotos.com

Streuen Sie erst nach dem Räumen. Auf Schnee gestreuter Splitt wird beim nächsten Schieben mit weggeräumt. Zum Räumen selbst: Schneeschieber für lange Wege, Schneeschaufel für Ecken.

Die Einstellung finden

  1. Streugut und Gerät bestimmen. Streutabelle des Herstellers oder Angabe auf der Packung suchen.
  2. Probefläche abmessen. Zum Beispiel 10 m², mit Schnur abgesteckt.
  3. Abgewogene Menge einfüllen und die Fläche mit der geschätzten Einstellung abfahren.
  4. Rest zurückwiegen. Differenz durch 10 ergibt die Menge je Quadratmeter.
  5. Einstellung korrigieren und notieren – auf einem Klebezettel am Gerät findet man sie nächstes Jahr wieder.

Gleichmäßig fahren

Ein Streuwagen dosiert nur richtig bei gleichmäßiger Geschwindigkeit – normales Gehtempo. Beim Anhalten und Wenden immer die Klappe schließen, sonst bleibt an den Wendepunkten ein Haufen liegen. Beim Fallstreuer die Radspur der vorigen Bahn als Orientierung nehmen, damit weder Lücken noch Überlappungen entstehen.

Typische Fehler

  • Klappe beim Wenden offen. Ergibt dunkelgrüne Flecken am Rand oder verbrannte Stellen.
  • Nasses Streugut. Klumpt und verstopft die Dosieröffnung. Nur trockenes Material einfüllen.
  • Streuen bei Wind. Beim Schleuderstreuer landet dann die Hälfte beim Nachbarn.
  • Gerät nicht gereinigt. Dünger und Salz greifen Metall an, Samen keimen im Behälter.

Pflege und Kauf

Nach jedem Einsatz leeren, abspülen und trocknen lassen. Vor allem nach Streusalz oder Dünger rosten Achsen und Rührwerk sonst schnell fest. Einfache Fallstreuer gibt es ab etwa 30 Euro, gute Geräte mit feiner Dosierung und Kunststoffbehälter bei 50 bis 120 Euro. Handstreuer mit Kurbel für kleine Flächen kosten rund 15 bis 30 Euro.

Häufige Fragen

Kann ich einen Streuwagen für Sommer und Winter nutzen?

Ja, wenn er aus Kunststoff mit rostfreiem Rührwerk besteht. Dann aber gründlich reinigen, bevor nach dem Streusalz wieder Rasensamen hineinkommen.

Wie breit streut ein Fallstreuer?

Meist 40 bis 60 cm, je nach Gerät. Schleuderstreuer schaffen zwei bis vier Meter.

Lohnt sich ein Streuwagen für 100 m² Rasen?

Für die jährliche Düngung ja, weil gleichmäßiges Streuen Dünger spart und Brandflecken verhindert. Ein kleiner Handstreuer reicht bei dieser Fläche oft aus.

Videos zum Thema

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