Spaltgranate

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Eine Spaltgranate ist ein kegelförmiger Spaltkeil aus Stahl, oft mit spiralförmigen Rippen. Sie wird in einen Riss im Stirnholz gesetzt und mit einem schweren Hammer eingetrieben. Dabei drückt sie das Holz nach allen Seiten auseinander. Sie ist das Werkzeug für dicke, zähe oder astige Stammstücke, an denen Spaltaxt und Spalthammer abprallen.
Wie sie wirkt
Ein flacher Spaltkeil drückt das Holz in einer Richtung auseinander. Die Granate wirkt dagegen durch ihre Kegelform rundum. Die Rippen oder Spiralen verhindern, dass sie beim Schlag wieder herausspringt, und sorgen dafür, dass sie sich tiefer ins Holz zieht. Ist ein Riss erst einmal geöffnet, reißt das Holz entlang der Fasern von allein weiter.
Die Granate eignet sich besonders für:
- Große Rundlinge mit 40 cm Durchmesser und mehr
- Knorrige Stücke mit verdrehtem Faserverlauf, etwa von Obstbäumen oder Ulme
- Stammfüße und Wurzelansätze, wo die Fasern verwachsen sind
- Holz, das nach einem ersten Keil festsitzt

Granate, Keil und Drehspaltkeil
| Werkzeug | Form | Stärke |
| Spaltkeil | flach, keilförmig | treibt einen geraden Spalt, gut bei geradfaserigem Holz |
| Spaltgranate | kegelig, mit Rippen | wirkt rundum, gut bei dicken und zähen Stücken |
| Drehspaltkeil | verdreht, schraubenartig | dreht sich beim Eintreiben, öffnet das Holz schrittweise |
Viele Holzmacher haben zwei Keile im Einsatz: Der erste öffnet den Spalt, der zweite wird dahinter nachgesetzt, wenn der erste festsitzt. Mehr zum verdrehten Keil beim Drehspaltkeil.
Womit man draufschlägt
Mit einem Spalthammer oder Vorschlaghammer. Der Spalthammer hat dafür eine eigene Schlagfläche am Nacken, der Vorschlaghammer bringt noch mehr Masse mit. Hämmer ab etwa 2,5 bis 3 kg sind sinnvoll.
Nicht mit dem Nacken einer normalen Axt. Axtnacken sind dafür nicht gebaut, sie verformen sich oder brechen, und der Axtkopf kann sich lockern.
Nicht mit einem gehärteten Schlosserhammer. Zwei gehärtete Stahlflächen aufeinander können Splitter abwerfen.
Schritt für Schritt
- Stammstück sicher aufstellen, auf festem Boden oder einem Hackklotz.
- Riss suchen. Trockenrisse im Stirnholz zeigen den leichtesten Weg. Die Granate wird in einen solchen Riss gesetzt, möglichst in der Mitte oder etwas zum Rand hin.
- Leicht ansetzen. Mit kurzen, leichten Schlägen die Spitze etwa zwei bis drei Zentimeter ins Holz treiben, bis sie von allein steht.
- Kräftig nachschlagen. Dann mit vollem Schwung, immer mittig auf den Kopf.
- Auf das Knacken hören. Reißt das Holz, lieber einen Moment warten und prüfen, in welche Richtung der Spalt läuft.
- Bei Bedarf zweiten Keil nachsetzen, in den geöffneten Spalt oder seitlich davon.
- Die Hälften mit der Spaltaxt weiter verarbeiten, siehe Spaltaxt.
Was tun, wenn sie festsitzt
Das passiert, wenn das Holz zäh ist oder sich der Spalt nicht öffnet. Nicht mit Gewalt heraushebeln. Setzen Sie einen zweiten Keil einige Zentimeter daneben ein und treiben Sie ihn, bis sich der Spalt weitet. Dann lässt sich die Granate lösen oder das Stück reißt vollständig durch. Hilft das nicht, ist die Kettensäge die ehrlichere Lösung: das Stück der Länge nach anschneiden und dann weiterspalten.
Material und Pflege
Spaltgranaten bestehen aus geschmiedetem oder gegossenem Stahl, meist lackiert oder poliert. Übliche Gewichte liegen bei etwa 1,5 bis 2,5 kg, die Länge bei 15 bis 20 cm. Durch die Schläge staucht sich der Kopf mit der Zeit auf und bildet einen Pilzkopf mit scharfen Rändern. Diese Ränder können beim Schlag abplatzen und wie Geschosse wegfliegen. Schleifen Sie den Rand deshalb regelmäßig mit einer Feile oder dem Winkelschleifer rund ab.
Die Spitze bleibt stumpf, sie muss nicht geschärft werden. Rost auf der Oberfläche schadet kaum, eine leicht geölte Granate gleitet aber besser ins Holz.
Sicherheit
- Schutzbrille oder Visier, wegen Splittern von Holz und Stahl.
- Sicherheitsschuhe, weil gespaltene Hälften umfallen und die Granate bei einem Fehlschlag herausspringen kann.
- Handschuhe mit gutem Griff, besonders am Hammerstiel.
- Niemand in der Nähe, vor allem nicht in Schlagrichtung.
- Keil nicht mit der Hand halten, sobald Sie mit vollem Schwung schlagen. Beim Ansetzen mit leichten Schlägen reicht ein kurzer Halt, dann Hand weg.
Wann sich eine Maschine lohnt
Wer regelmäßig große Mengen dickes Holz spaltet, ist mit einem hydraulischen Holzspalter besser beraten. Für gelegentliche Stämme vom Sturm oder vom Nachbarn ist die Granate eine günstige Lösung, die in keinem Holzschuppen fehlen sollte. Eine Zwischenlösung ist der Kegelspalter, der nach demselben Prinzip mit einem Motor arbeitet. Einen Überblick über alle Methoden gibt Holz spalten.
Häufige Fragen
Was kostet eine Spaltgranate?
Einfache Modelle gibt es ab etwa 15 Euro, geschmiedete Markenmodelle kosten 25 bis 50 Euro.
Welcher Hammer passt?
Ein Spalthammer oder ein Vorschlaghammer mit 3 bis 5 kg. Für den Einstieg reicht ein Spalthammer, der gleichzeitig als Spaltwerkzeug dient.
Funktioniert eine Spaltgranate bei frischem Holz?
Ja, frisches Holz spaltet sich oft sogar leichter. Bei sehr nassem, faserigem Holz kann die Granate aber stecken bleiben, weil die Fasern nachgeben, statt zu reißen.

