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Heimwerker-Berater

Inbusschlüssel

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inbusschlüssel
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was einen Innensechskant so praktisch macht
  2. Die Bauformen
  3. Welche Form die beste ist
  4. Die üblichen Größen
  5. Das Material
  6. So dreht man keine Schraube rund
  7. Wie fest ist fest genug?
  8. Wenn es doch passiert ist
  9. Häufige Fragen

Der Inbusschlüssel ist ein Stück Sechskantstahl, meist zu einem L gebogen, das in den sechseckigen Innenkopf einer Schraube passt. Jeder kennt ihn vom Möbelaufbau. Richtig verwendet, überträgt er viel Kraft auf kleinem Raum – falsch verwendet, dreht er Schraube und Schlüssel innerhalb von Sekunden rund. Die Unterschiede zwischen einem Werbegeschenk-Schlüssel und einem guten Satz sind größer, als man denkt.

Was einen Innensechskant so praktisch macht

Der Schlüssel greift in die Schraube hinein, nicht um sie herum. Dadurch braucht der Schraubenkopf kaum mehr Platz als die Schraube selbst, und man kommt auch in enge Bohrungen, Senkungen und Ecken. Die sechs Flächen verteilen die Kraft gleichmäßig, der Schlüssel rutscht bei sauberem Sitz nicht heraus wie ein Schraubendreher aus dem Schlitz. Außerdem lässt sich die Schraube auf den Schlüssel stecken und so einhändig ansetzen. Wer wissen möchte, woher der Name kommt und warum manche „Imbus“ sagen, findet das im Beitrag Inbus, Imbus oder Innensechskant.

Die Bauformen

WinkelschlüsselKlassische L-Form. Kurzer Schenkel für viel Kraft, langer Schenkel für schnelles Drehen.
Mit KugelkopfAm langen Ende abgerundet. Greift auch schräg, ideal für schlecht erreichbare Schrauben.
T-GriffQuergriff, angenehm für viele Umdrehungen und mittlere Kräfte.
SchraubendreherformInnensechskantklinge im Griff, für schnelles Ein- und Ausdrehen.
Bit oder SteckschlüsseleinsatzFür Akkuschrauber und Ratsche.
KlappschlüsselMehrere Größen in einem Griff, praktisch am Fahrrad.

Welche Form die beste ist

Es gibt keine Allzweckform. Für den Grundbedarf ist ein Satz Winkelschlüssel mit Kugelkopf die sinnvollste Wahl: Mit dem Kugelkopf dreht man die Schraube schnell schräg an, mit dem kurzen geraden Ende zieht man sie fest und löst sie. Der Kugelkopf selbst sollte nie zum Festziehen oder Lösen fester Schrauben benutzt werden, weil er nur an wenigen Punkten anliegt und abbrechen kann.

Wer oft an Fahrrädern oder Maschinen arbeitet, ergänzt einen T-Griff-Satz. Für Serienmontage mit dem Akkuschrauber sind Bits die schnellste Lösung, siehe Akku-Schlagbohrschrauber.

Heimwerker baut einen Schrank auf mit einem Inbusschlüssel
Heimwerker baut einen Schrank auf mit einem Inbusschlüssel. | Foto: grigvovan / Depositphotos.com

Die üblichen Größen

Die Größe bezeichnet die Schlüsselweite, also den Abstand zweier gegenüberliegender Flächen. Metrische Sätze reichen meist von 1,5 bis 10 mm, große Sätze bis 17 oder 19 mm. Dazu kommen Zollgrößen für amerikanische Geräte.

SchlüsselweiteTypische Verwendung
2–2,5 mmMadenschrauben, Türdrücker, kleine Beschläge
3 mmZylinderschrauben M4
4 mmMöbelbeschläge, Zylinderschrauben M5, Fahrrad
5 mmZylinderschrauben M6, Fahrrad, viele Möbel
6 mmZylinderschrauben M8
8 mmZylinderschrauben M10
10 mmZylinderschrauben M12

Zoll und Millimeter sehen sich zum Verwechseln ähnlich, passen aber nicht. Ein 5/32-Zoll-Schlüssel hat knapp 4 mm, sitzt in einer 4-mm-Schraube locker und dreht sie rund.

Das Material

Gute Schlüssel sind aus Chrom-Vanadium- oder Chrom-Molybdän-Stahl und gehärtet, hochwertige Sätze teils aus speziellem Werkzeugstahl mit höherer Zähigkeit. Die Oberfläche ist brüniert, verchromt oder farbig beschichtet; farbige Schlüssel finden sich im Werkzeugkasten schneller. Billige Schlüssel aus weichem Stahl verdrehen sich an den Kanten, sobald Kraft ins Spiel kommt, und beschädigen dann die Schraube.

So dreht man keine Schraube rund

  1. Passende Größe wählen. Der Schlüssel muss ohne Spiel sitzen. Im Zweifel die nächstkleinere Größe probieren – passt sie nicht, war die größere richtig.
  2. Ganz einstecken, bis zum Grund des Innensechskants. Halb eingesteckt liegt er nur an den Kanten an.
  3. Kopf säubern. Lack, Rost und Schmutz im Sechskant verhindern den sauberen Sitz. Mit einer Nadel ausräumen.
  4. Feste Schrauben mit dem kurzen Schenkel lösen, den Kugelkopf dabei nie verwenden.
  5. Keine Verlängerungsrohre auf den Schlüssel stecken. Wenn es so nicht geht, gehört ein Steckschlüsseleinsatz auf eine Ratsche.

Wie fest ist fest genug?

Mit dem Winkelschlüssel lässt sich eine Schraube erstaunlich fest anziehen, besonders mit dem langen Schenkel als Hebel. Bei Möbeln führt das zu ausgerissenen Gewinden in Spanplatte und gesprengten Beschlägen. Möbelschrauben werden handfest angezogen, nicht mit Gewalt. Ziehen Sie alle Schrauben eines Möbels erst locker an, richten Sie das Möbel aus und ziehen Sie dann alle Schrauben reihum fest.

An Fahrrad, Auto und Maschine sieht es anders aus: Dort ist oft ein bestimmtes Anzugsmoment vorgeschrieben, besonders an Carbonteilen, Vorbauten und Sattelstützen. Dafür gibt es Innensechskant-Einsätze für den Drehmomentschlüssel, die in jedem guten Ratschenkasten stecken. Wer ohne Drehmomentschlüssel arbeitet, riskiert entweder lose Teile oder gebrochene Schrauben.

Wenn es doch passiert ist

Ist der Innensechskant rund, hilft manchmal ein Torx-Bit, der etwas größer ist und in den Sechskant eingeschlagen wird. Er schneidet sich neue Flanken. Alternativ gibt es Schraubenausdreher mit Linksgewinde. Bei Madenschrauben hilft oft nur Ausbohren.

Häufige Fragen

Was kostet ein Satz Inbusschlüssel?

Einfache Sätze gibt es ab etwa 5 Euro. Gute Sätze mit Kugelkopf aus Markenstahl kosten 15 bis 40 Euro und halten ein Heimwerkerleben lang.

Warum liegen Möbeln immer Inbusschlüssel bei?

Weil der Schlüssel billig ist, die Schraube sicher greift und niemand einen speziellen Schraubendreher braucht. Für mehr als einen Aufbau taugen diese Beigaben aber selten.

Sind Inbus und Torx dasselbe?

Nein. Torx hat einen sechszackigen Stern und überträgt noch mehr Kraft, weil die Flanken steiler sind. Die Werkzeuge sind nicht austauschbar.

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