Zum Inhalt springen
Heimwerker-Berater

Lärchenbretter

Haus & Bauvon Andreas4 Min. · 9 Abschnitte
Lärchenbretter
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was Lärche ausmacht
  2. Wo Lärchenbretter eingesetzt werden
  3. Europäische oder sibirische Lärche
  4. Lärche oder Douglasie
  5. Worauf Sie beim Kauf achten
  6. Montage: Was bei Lärche anders ist
  7. Streichen oder vergrauen lassen
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Lärche ist das härteste und dauerhafteste Nadelholz, das in Mitteleuropa wächst. Sie hält im Außenbereich ohne chemischen Holzschutz viele Jahre, sieht mit ihrer rötlichen Maserung warm aus und vergraut später silbern. Für Fassaden, Zäune und Sichtschutz ist sie ein guter Kompromiss zwischen günstiger Fichte und teurem Hartholz.

Was Lärche ausmacht

Lärchenholz ist harzreich, schwerer und härter als Fichte oder Kiefer. Das Kernholz ist rotbraun, das schmale Splintholz gelblich. Die Jahresringe sind deutlich gezeichnet, was dem Holz seine lebhafte Struktur gibt. Durch die Harze und die Dichte nimmt Lärche weniger Wasser auf und wird von Pilzen später befallen.

DauerhaftigkeitKlasse 3 bis 4 nach DIN EN 350 (mäßig bis wenig dauerhaft), Kernholz besser als Splint. Zum Vergleich: Fichte liegt bei 4, Eiche bei 2.
RohdichteEtwa 550 bis 600 kg/m³, deutlich mehr als Fichte.
FarbeRötlich bis rotbraun, vergraut unbehandelt in ein bis zwei Jahren silbergrau.
HarzKann in der Sonne austreten, vor allem in den ersten Jahren.
Hier kann man die Struktur vom Lärchenholz sehr gut erkennen
Hier kann man die Struktur vom Lärchenholz sehr gut erkennen | Foto: haraldmuc / Depositphotos.com

Wo Lärchenbretter eingesetzt werden

  • Fassadenverkleidung als Stülpschalung, Boden-Deckel-Schalung oder Rhombusleisten.
  • Zäune und Sichtschutz, zum Beispiel ein Staketenzaun aus Lärche.
  • Terrassendielen, wobei Lärche weicher ist als Hartholz und schneller Kratzer zeigt. Mehr unter Terrassendielen aus Holz.
  • Gartenhäuser, Carports, Hochbeete und Gartenmöbel.
  • Innenausbau als Wand- und Deckenverkleidung, im Bootsbau und für Saunabänke nur eingeschränkt, weil Harz austreten kann.

Europäische oder sibirische Lärche

Die europäische Lärche wächst in den Alpen und in Mitteleuropa. Die sibirische Lärche wächst in einem kalten Klima langsamer und hat deshalb enger stehende Jahresringe. Sie gilt als etwas dichter, astärmer und dauerhafter. Allerdings ist sie seit dem Einfuhrverbot für russisches Holz in der EU praktisch nicht mehr legal erhältlich. Angebote mit dieser Bezeichnung sollten Sie kritisch prüfen und sich die Herkunft nachweisen lassen.

Europäische Lärche aus Mitteleuropa ist für die meisten Zwecke völlig ausreichend, besonders wenn auf Kernholzanteil und wenig Splint geachtet wird.

Lärche oder Douglasie

Douglasie ist in Eigenschaften und Aussehen ähnlich, rötlich und harzreich, und wird oft als Alternative angeboten. Sie ist in der Regel etwas günstiger und in Dauerhaftigkeit vergleichbar. Optisch ist Lärche meist lebhafter gezeichnet. Für Fassaden und Zäune sind beide gleichwertig, bei Terrassen spielt die Sortierung eine größere Rolle als die Holzart. Wer beides ausschließt, findet unter Thermoholz eine chemikalienfreie Alternative mit höherer Dauerhaftigkeit.

Worauf Sie beim Kauf achten

  • Sortierung. Wenige, fest verwachsene Äste, keine durchgehenden Risse, kein Baumkantenanteil bei Sichtflächen.
  • Kernholzanteil. Je mehr Kern, desto dauerhafter.
  • Holzfeuchte. Für Fassade und Innenausbau technisch getrocknet, etwa 15 bis 18 %. Nasses Holz schwindet nach der Montage und reißt.
  • Oberfläche. Sägerau für Zäune und rustikale Schalung, gehobelt für Fassade und Möbel.
  • Herkunft. Zertifikate wie FSC oder PEFC belegen nachhaltige Forstwirtschaft.

Montage: Was bei Lärche anders ist

Nur Edelstahlschrauben verwenden. Verzinkte oder schwarze Schrauben reagieren mit den Inhaltsstoffen im Holz und hinterlassen dunkle Laufspuren auf der Fassade. Vorbohren lohnt sich, weil Lärche besonders an den Enden leicht spaltet.

Planen Sie einen konstruktiven Holzschutz: Die Bretter sollen nicht auf dem Boden aufstehen, Wasser muss ablaufen, und hinter der Fassade braucht es eine Luftschicht. Stirnseiten schräg schneiden oder abdecken. Lärche hält draußen lange, aber nicht in einer Pfütze. Eine gute Basis für Terrassen beschreibt Holzterrasse: Unterkonstruktion.

Streichen oder vergrauen lassen

Lärche braucht keinen Anstrich. Unbehandelt wird sie silbergrau, und die Vergrauung ist ein natürlicher Schutz der Oberfläche. Wer den warmen Farbton erhalten will, muss regelmäßig ölen oder lasieren, meist jährlich bis alle zwei Jahre. Ein Kompromiss ist eine Vorvergrauungslasur, die den späteren Grauton vorwegnimmt und ungleichmäßiges Vergrauen an geschützten und bewitterten Stellen ausgleicht.

Harzaustritt lässt sich nicht ganz verhindern. Frisches, noch weiches Harz entfernen Sie am besten gar nicht, sondern lassen es aushärten und kratzen es dann mit einem Kunststoffspachtel ab. Verschmiertes Harz lässt sich mit Terpentinersatz lösen, danach die Stelle nachölen. Grünbeläge auf schattigen Seiten nehmen Sie mit Bürste und Wasser ab, ein Hochdruckreiniger raut die weiche Frühholzschicht auf und macht die Oberfläche anfälliger.

Typische Fehler

  • Verzinkte Schrauben. Hässliche schwarze Streifen, die nicht mehr weggehen.
  • Bretter ohne Fuge. Lärche quillt und schwindet, Fassadenbretter brauchen Luft.
  • Direkter Erdkontakt. Auch Lärche fault im Boden. Pfosten gehören in Pfostenträger.
  • Harz nicht bedacht. Über Sitzbänken und an sonnigen Wänden kann Harz austreten, das Kleidung verklebt.

Häufige Fragen

Was kosten Lärchenbretter?

Sägeraues Schnittholz aus Lärche kostet grob 700 bis 1.000 Euro je Kubikmeter, gehobelte Profile für die Fassade und Terrassendielen mehr. Je Quadratmeter Fassade ergibt das je nach Brettstärke und Profil meist 25 bis 60 Euro Materialkosten.

Wie lange hält Lärche draußen?

Bei gutem konstruktivem Holzschutz 15 bis 25 Jahre, als Fassade mit Hinterlüftung oft länger. Mit Erdkontakt deutlich weniger.

Muss ich Lärche imprägnieren?

Nein. Kesseldruckimprägnierung ist bei Lärche unüblich, weil das Holz die Lösung schlecht aufnimmt. Für Kiefer dagegen siehe kesseldruckimprägniertes Holz streichen.

Das könnte Sie auch interessieren