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Heimwerker-Berater

Staketenzaun

Gartenvon Christoph6 Min. · 11 Abschnitte
Staketenzaun
Inhalt11 Abschnitte
  1. Was einen Staketenzaun vom Lattenzaun unterscheidet
  2. Die Höhen und wofür sie taugen
  3. Welches Holz wie lange hält
  4. Warum fast alle Anbieter Kastanie verwenden
  5. Wo er sich bewährt
  6. Aufstellen in Kürze
  7. Pflege: weniger ist hier mehr
  8. Was ein Staketenzaun kostet
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen
  11. Video zum Thema

Ein Staketenzaun besteht aus gespaltenen Holzstäben, die mit verzinktem Draht zu einer Rolle verdrillt sind. Er braucht keine Querriegel, folgt jeder Geländekante und steht an einem Nachmittag. Wie lange er hält, entscheidet fast allein die Holzart – und bei den meisten Angeboten ist das Edelkastanie.

Was einen Staketenzaun vom Lattenzaun unterscheidet

Beim klassischen Lattenzaun sind die Latten auf zwei oder drei waagerechte Riegel geschraubt. Das ergibt ein starres Feld, das nur auf ebenem Boden gut aussieht. Beim Staketenzaun übernehmen zwei bis drei Drahtstränge die Rolle der Riegel: Jede Stakete wird zwischen die Drähte gelegt, dann werden die Drähte mehrfach verdrillt, bis der Stab fest sitzt.

Das Ergebnis ist ein Zaun, der sich aufrollen, um Kurven führen und über Hügel spannen lässt. Im Handel heißt er deshalb auch Rollzaun oder – nach dem häufigsten Holz – Kastanienzaun. Die Staketen sind gespalten, nicht gesägt, und behalten oft Reste von Rinde und Bast. Das macht die grobe, ländliche Optik aus, die ihn im Bauerngarten so beliebt gemacht hat.

Die Höhen und wofür sie taugen

Staketenzäune gibt es in Höhen von etwa 50 bis 200 cm, meist als Rolle mit 5 m Länge. Die Wahl richtet sich weniger nach dem Geschmack als nach der Aufgabe.

HöheTypischer Einsatz
50–60 cmBeeteinfassung, Abgrenzung von Wegen
80–100 cmVorgarten, Gemüsegarten, Grundstücksgrenze
120–150 cmHühnerauslauf, Hundezaun für kleine Hunde, Weide
180–200 cmRaumteiler, Rankwand; kein echter Sichtschutz

Blickdicht ist ein Staketenzaun in keiner Höhe. Zwischen den Stäben bleiben einige Zentimeter Luft. Wer Sichtschutz braucht, lässt Kletterpflanzen daran wachsen oder wählt eine andere Bauart. An der Grundstücksgrenze gelten außerdem die Regeln des jeweiligen Landesnachbarrechts und eventuell des Bebauungsplans – vor allem bei Zäunen über 1,20 m lohnt eine Nachfrage bei der Gemeinde.

Welches Holz wie lange hält

Die natürliche Dauerhaftigkeit von Holz ist in der Norm DIN EN 350 in fünf Klassen eingeteilt. Klasse 1 ist sehr dauerhaft, Klasse 5 nicht dauerhaft. Für einen Zaun mit Erdkontakt ist das die wichtigste Zahl überhaupt.

HolzartDauerhaftigkeitsklasseEinordnung
Robinie1–2sehr dauerhaft, selten angeboten
Edelkastanie2Standard, bestes Verhältnis von Preis und Haltbarkeit
Eiche2sehr haltbar, deutlich teurer
Lärche3–4ordentlich, harzreich
Kiefer3–4nur imprägniert sinnvoll
Fichte4ohne Schutz nach wenigen Jahren morsch

Holz der Klasse 2 hält im Außenbereich ohne Schutzmittel grob 15 bis 25 Jahre, Fichte schafft mit Glück zehn. Weidenzäune sehen hübsch aus, halten aber nicht lange und treiben mitunter wieder aus. Zur Lärche als Alternative gibt es einen eigenen Beitrag: Staketenzaun aus Lärche.

Warum fast alle Anbieter Kastanie verwenden

Die Edelkastanie hat ähnliche Eigenschaften wie Eiche: viel Gerbstoff, dadurch gute Resistenz gegen Pilze und Fäulnis, dazu lässt sie sich gut spalten. Sie wächst schnell und wird in vielen Regionen im Niederwald bewirtschaftet. Dabei schlägt man die Stämme alle 10 bis 20 Jahre, und der Stock treibt neu aus. Das Holz ist also nicht nur haltbar, sondern auch nachwachsend und vergleichsweise günstig.

Unbehandelt vergraut Kastanie innerhalb von ein bis zwei Jahren zu einem silbrigen Ton. Das ist keine Fäulnis, sondern eine oberflächliche Verwitterung, die das Holz darunter nicht schwächt.

Staketenzaun als Weidezaun
Staketenzaun als Weidezaun | Foto: Hannamariah / Depositphotos.com

Wo er sich bewährt

Im Bauern- und Naturgarten als Grundstücksgrenze oder Einfassung des Gemüsegartens. Er passt zu Wildstauden und Obstwiese besser als jeder Stabmattenzaun.

Als Rankhilfe. Wicken, Bohnen, Kapuzinerkresse oder Brombeeren finden an den Staketen guten Halt. Ein bepflanzter Zaun ist zugleich der einzige Weg, ihn einigermaßen blickdicht zu bekommen.

Für Tiere. Hühner, Enten und Kleintiere hält ein 120 bis 150 cm hoher Zaun zuverlässig im Auslauf. Gegen den Fuchs reicht er allein nicht: Der klettert oder gräbt. Dafür braucht es zusätzlich ein Drahtgeflecht, das 30 bis 40 cm in den Boden reicht oder außen flach ausgelegt wird.

Als versetzbarer Zaun. Weil er aufrollbar ist, lässt er sich bei einer Umweide oder einem Umzug wieder abbauen – das kann kaum eine andere Zaunart.

Aufstellen in Kürze

Das Prinzip: Pfosten setzen, Zaun ausrollen, spannen, an jedem Pfosten verschrauben. Die Eckpfosten tragen die gesamte Spannung und werden mit Schrägstreben abgestützt. Die Pfosten haben bei Zäunen bis etwa 1,20 m einen Durchmesser von 7 bis 9 cm und sitzen 50 bis 60 cm tief im Boden, der Abstand liegt meist bei 1,5 bis 2,5 m.

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung steht unter Staketenzaun selber bauen. Wenn ein Durchgang dazugehört, setzen Sie zuerst das Tor und bauen den Zaun daran an – warum, erklärt der Beitrag Staketenzaun: Tor einbauen.

Pflege: weniger ist hier mehr

Ein Kastanienzaun braucht keinen Anstrich. Wer die warme Holzfarbe erhalten will, kann ihn mit einem Holzöl für den Außenbereich behandeln, muss das dann aber alle ein bis zwei Jahre wiederholen. Ein bereits vergrauter Zaun lässt sich mit Entgrauer für Hartholz aufhellen.

Wichtiger als jede Lasur: Die Staketen dürfen den Boden nicht berühren. Ein Abstand von einigen Zentimetern verhindert, dass die Stabenden dauerhaft feucht stehen. Kontrollieren Sie den Zaun nach etwa einem Jahr: Das Holz trocknet nach, die Drähte lockern sich, und der Zaun hängt durch. Nachspannen und an den Pfosten neu verschrauben dauert eine Stunde.

Was ein Staketenzaun kostet

Eine Rolle mit 5 m Länge in niedriger Höhe gibt es ab etwa 40 Euro. Mit der Höhe und der Dichte der Staketen steigt der Preis deutlich, Eiche und Robinie liegen spürbar über Kastanie. Dazu kommen Pfosten, Schrägstreben, Edelstahlschrauben und gegebenenfalls ein Tor. Für einen 20 m langen, 1 m hohen Kastanienzaun sollten Sie grob mit einigen Hundert Euro Material rechnen.

Typische Fehler

  • Fichtenpfosten unter einem Kastanienzaun. Der Zaun hält 20 Jahre, die Pfosten fünf. Die Pfosten sollten mindestens aus demselben Holz sein.
  • Eckpfosten ohne Strebe. Unter der Zugspannung kippen sie nach innen, und der ganze Zaun hängt.
  • Zu weite Pfostenabstände am Hang. Im Gefälle trägt jeder Pfosten mehr. Hier lieber 1,5 m als 2,5 m.
  • Stahlschrauben statt Edelstahl. Die Gerbsäure der Kastanie greift verzinkten und blanken Stahl an; es entstehen schwarze Flecken und Rost.

Häufige Fragen

Welches Holz ist das beste für einen Staketenzaun?

Edelkastanie ist der sinnvolle Standard: Dauerhaftigkeitsklasse 2, gut verfügbar, bezahlbar. Robinie hält noch länger, ist aber schwer zu bekommen.

Welche Pfosten brauche ich?

Rundpfosten aus Kastanie oder Robinie mit 7 bis 9 cm Durchmesser für normale Höhen, bei Zäunen ab 1,50 m stärkere. Kesseldruckimprägnierte Kiefer geht auch, hält aber kürzer als der Zaun.

Kann man einen Staketenzaun kürzen?

Ja. Man dreht an der gewünschten Stelle die Drähte mit einer Zange auf, nimmt eine Stakete heraus und schneidet die Drähte mit etwas Überstand ab. Die Enden werden um den Pfosten oder die letzte Stakete gewickelt.

Hält er einen Hund im Garten?

Kleine und mittlere Hunde meist ja, sofern die Höhe passt. Springfreudige Hunde überwinden 1,20 m mühelos, und Staketen sind kein Hindernis für einen Hund, der sich unten durchgräbt.

Video zum Thema

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