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Heimwerker-Berater

Kastanienzaun

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum gerade Kastanie
  2. Wie der Zaun aufgebaut ist
  3. Wofür sich der Zaun eignet
  4. Welche Pfosten
  5. Aufbau Schritt für Schritt
  6. Rollen verbinden und kürzen
  7. Ein Tor einbauen
  8. Pflege und Haltbarkeit
  9. Häufige Fragen

Ein Kastanienzaun ist ein Staketenzaun aus gespaltenen Latten der Edelkastanie, die mit verzinktem Draht zu einer Rolle verbunden sind. Man stellt Pfosten, spannt die Rolle daran auf – fertig. Er ist einer der wenigen Holzzäune, die ohne Chemie zwanzig Jahre halten, weil die Kastanie ihren Holzschutz selbst mitbringt.

Warum gerade Kastanie

Das Holz der Edelkastanie enthält viele Gerbstoffe, die Pilze und Insekten abwehren. In der europäischen Einteilung der natürlichen Dauerhaftigkeit liegt Kastanienkernholz in einer der oberen Klassen, vergleichbar mit Eiche. Deshalb braucht ein Kastanienzaun weder Imprägnierung noch Lasur.

Dazu kommt die Herstellung: Die Staketen werden gespalten, nicht gesägt. Der Spalt folgt der Faser, dadurch bleiben die Holzzellen geschlossen, und Wasser dringt schlechter ein als bei gesägtem Holz. Die Staketen sind dadurch nie ganz gleich – das gehört zum Charakter.

Die Gerbstoffe haben eine Nebenwirkung: In den ersten Monaten kann Regenwasser, das über das Holz läuft, dunkle Flecken auf hellem Pflaster oder Putz hinterlassen. Planen Sie etwas Abstand zu empfindlichen Flächen ein.

Wie der Zaun aufgebaut ist

Die Staketen stehen senkrecht, meist mit einem Abstand von etwa 5 bis 8 cm, und werden von zwei bis vier waagerechten Drahtsträngen gehalten. Die Drähte sind um jede Stakete verdrillt. Geliefert wird der Zaun aufgerollt, üblich sind Rollen mit 5 m oder 10 m Länge. Die Höhen reichen von etwa 50 cm für Beeteinfassungen bis rund 180 cm für Sichtschutz, dazwischen gibt es gängige Stufen wie 80, 100, 120 und 150 cm. Je höher der Zaun, desto mehr Drahtstränge hat er.

Neben der klassischen Form mit spitzen oder abgeschrägten Enden gibt es Varianten mit engerem Abstand und stumpfen Staketen. Die Bezeichnungen unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter.

Wofür sich der Zaun eignet

  • Grundstücksgrenze im Landhausstil. Rustikal, luftig, altert silbergrau.
  • Beet- und Gemüsegarten-Einfassung. Niedrige Höhen halten Hunde und Hühner aus den Beeten.
  • Kaninchen- und Wildschutz, wenn unten ein Drahtgeflecht eingegraben wird.
  • Provisorische Abgrenzung. Die Rolle lässt sich wieder abbauen und woanders aufstellen.

Blickdicht ist ein Kastanienzaun nicht. Wer Sichtschutz braucht, kombiniert ihn mit einer Hecke oder wählt die Varianten mit sehr engem Abstand.

Welche Pfosten

Die Pfosten tragen den ganzen Zaun, und an ihnen spart man am falschen Ende. Am besten passen Rundpfosten aus Kastanie oder Robinie mit 8 bis 12 cm Durchmesser. Imprägnierte Kiefer geht auch, hält aber kürzer als der Zaun selbst.

Der Pfostenabstand liegt bei höchstens 2 m, besser 1,5 m. Bei hohen Zäunen und windigen Lagen eher enger. Die Pfosten stecken mindestens ein Drittel ihrer Länge im Boden; bei einem 120-cm-Zaun also 180 cm lange Pfosten, davon 60 cm in der Erde.

Aufbau Schritt für Schritt

  1. Verlauf abstecken. Schnur spannen, Pfostenpositionen markieren.
  2. Eck- und Endpfosten zuerst. Sie nehmen die ganze Zugkraft auf und werden mit zwei Streben im Winkel von etwa 45 Grad abgestützt, jeweils in Zugrichtung des Zauns.
  3. Zwischenpfosten setzen. Einschlagen, mit einem Lochspaten oder Erdbohrer vorgebohrt setzen oder in Einschlaghülsen stellen. Einbetonieren ist bei Holz nicht nötig und fördert die Fäulnis am Fuß.
  4. Rolle am Endpfosten befestigen. Die erste Stakete mit Krampen oder Schrauben am Pfosten fixieren.
  5. Abrollen und spannen. Die Rolle abrollen und mit einem Spannwerkzeug oder einer Hilfskonstruktion aus Kantholz und Spanngurt straff ziehen. Ein durchhängender Kastanienzaun bleibt durchhängend.
  6. An jedem Pfosten fixieren. Die Drahtstränge mit Krampen am Pfosten festnageln, nicht die Staketen selbst.

Ausführlicher zum Setzen von Zaunpfosten steht es im Beitrag Gartenzaun errichten.

Rollen verbinden und kürzen

Zwei Rollen werden verbunden, indem man die Drahtenden der einen um die letzte Stakete der anderen verdrillt. Die Stoßstelle sollte möglichst an einem Pfosten liegen. Gekürzt wird, indem man die Drähte zwischen zwei Staketen mit einem Bolzenschneider durchtrennt und die Enden sauber um die letzte Stakete wickelt.

Am Hang folgt der Zaun dem Gelände, die Staketen bleiben dabei senkrecht. Das geht bei Kastanienzaun besser als bei starren Zaunfeldern.

Ein Tor einbauen

Die Rolle endet am Torpfosten, das Tor selbst ist ein eigenes Element aus Kastanienstaketen auf einem Rahmen. Die beiden Torpfosten müssen stärker sein als die übrigen und gut verankert, weil das Tor bei jedem Öffnen zieht. Hinweise dazu finden Sie unter Staketenzaun-Tor einbauen.

Pflege und Haltbarkeit

Ein Kastanienzaun braucht keine Pflege. Nach einem Jahr wird er silbergrau, nach zwanzig Jahren oder mehr beginnen einzelne Staketen am Boden zu verrotten. Wo Pflanzen dauerhaft am Zaun liegen oder Rasenschnitt angehäuft wird, geht das schneller – halten Sie den Fuß frei. Kontrollieren Sie gelegentlich die Drahtspannung, besonders nach Stürmen. Ausgedientes, unbehandeltes Kastanienholz kann als Brennholz verwendet werden.

Häufige Fragen

Was kostet ein Kastanienzaun?

Je nach Höhe etwa 8 bis 30 Euro je laufendem Meter für die Rolle, dazu Pfosten ab 10 Euro das Stück. Hohe Sichtschutzvarianten liegen darüber.

Wie unterscheidet er sich von anderen Staketenzäunen?

Grundsätzlich baugleich. Kastanie hält am längsten, Haselnuss ist günstiger, aber kurzlebiger. Einen Überblick gibt der Beitrag Staketenzaun, zur Lärchen-Variante gibt es einen eigenen Beitrag.

Kann man ihn selbst herstellen?

Theoretisch ja, praktisch ist das Spalten und Verdrillen viel Handarbeit. Wie ein Eigenbau mit gekauften Staketen gelingt, zeigt Staketenzaun selber bauen.

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