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Heimwerker-Berater

Staketenzaun Tor einbauen

Gartenvon Christoph5 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum das Tor zuerst kommt
  2. Fertiges Tor oder Eigenbau
  3. Material und Werkzeug
  4. Die Richtung festlegen
  5. Tor und Pfosten als Einheit vormontieren
  6. Die Pfosten setzen
  7. Beton oder nicht
  8. Den Zaun anschließen
  9. Typische Fehler
  10. Häufige Fragen

Das Tor ist die einzige Stelle im Staketenzaun, die täglich bewegt wird – und die einzige, die wirklich stabil stehen muss. Der Zaun selbst verzeiht vieles, das Tor nicht. Die wichtigste Regel: erst das Tor setzen, dann den Zaun daran anbauen.

Warum das Tor zuerst kommt

Ein Staketenzaun ist flexibel. Er lässt sich kürzen, um Ecken führen und an jeden Pfosten spannen. Ein Tor dagegen hat eine feste Breite, und seine beiden Pfosten müssen exakt parallel und lotrecht stehen, damit der Flügel frei schwingt und das Schloss greift.

Setzt man zuerst den Zaun und versucht dann, das Tor in die Lücke zu zwängen, passt es fast nie. Umgekehrt ist es einfach: Der Zaun passt sich dem Tor an, nicht das Tor dem Zaun.

Fertiges Tor oder Eigenbau

Viele Anbieter von Kastanienzäunen führen passende Tore als Komplettsatz, oft mit zwei Pfosten, Beschlägen und Riegel. Das ist die einfachste Lösung, weil Holz und Optik zum Zaun passen. Übliche Breiten reichen vom schmalen Gartentor für Fußgänger bis zu zweiflügeligen Einfahrtstoren.

Ein Eigenbau ist ebenfalls machbar: ein Rahmen aus Kanthölzern mit Diagonalstrebe, auf den Staketen geschraubt werden. Wie man ein solches Tor aufbaut, beschreiben die Beiträge Gartentor selber bauen und Holztor selber bauen.

Staketenzaun aus Kastanie
Staketenzaun aus Kastanie | Foto: pixabay.com / Antranias

Material und Werkzeug

Sie brauchen das Torelement mit Pfosten und Beschlägen, zwei Dachlatten als Hilfsriegel, einen Spaten oder Lochspaten, Fertigbeton oder Schnellbeton, eine Säge, einen Akkuschrauber, Holzschrauben, eine Wasserwaage und einen Gummihammer. Für das Fixieren während des Aushärtens sind außerdem zwei, drei schräge Stützlatten mit Erdpflöcken hilfreich.

Die Richtung festlegen

Bevor irgendetwas verschraubt wird, klären Sie zwei Dinge: Nach welcher Seite soll das Tor aufgehen, und wo sitzen die Bänder? Üblich ist, dass ein Gartentor nach innen aufschlägt, also auf das eigene Grundstück. Ein nach außen öffnendes Tor ragt in den Gehweg und kann dort Passanten treffen; in manchen Gemeinden ist das ausdrücklich nicht erlaubt.

Die Bandseite ist die Seite, an der der Flügel hängt. Wählen Sie sie so, dass das offene Tor nicht im Weg steht, etwa vor einem Beet oder an einer Hauswand.

Tor und Pfosten als Einheit vormontieren

  1. Tor flach auf den Boden legen, mit beiden Pfosten an den Seiten.
  2. Beschläge montieren. Die Torbänder (Langbänder) am Flügel verschrauben, die Kloben am Pfosten in passender Höhe. Oben und unten sollten die Bänder den gleichen Abstand zur Torkante haben.
  3. Riegel oder Schloss am Flügel und am Gegenpfosten anbringen und prüfen, ob er greift.
  4. Hilfsriegel aufschrauben. Zwei Dachlatten quer über Tor und beide Pfosten legen und mit den Pfosten verschrauben. So bleibt der Abstand exakt erhalten.

Damit ist das Tor mit seinen Pfosten ein starres Paket. Sie müssen den Pfostenabstand nicht ausmessen – er ergibt sich von selbst.

Die Pfosten setzen

Legen Sie das vormontierte Paket an seinen späteren Platz und markieren Sie die Position der beiden Pfosten. Heben Sie dort Löcher aus, mindestens 60 cm tief, bei Toren über 1 m Breite oder schweren Flügeln eher 80 cm. Denken Sie beim Graben an die Bodenfreiheit: Das Tor darf später nicht schleifen, auch nicht bei Frost oder auf einem leicht ansteigenden Weg. Einige Zentimeter Luft unter dem Flügel sind Pflicht.

Füllen Sie etwas Kies als Drainage in die Löcher, stellen Sie das Paket hinein und richten Sie es mit der Wasserwaage in beide Richtungen aus. Mit dem Gummihammer lassen sich die Pfosten leicht nachsetzen. Dann den Beton einfüllen und verdichten.

Beton oder nicht

Anders als die Zaunpfosten bekommen die Torpfosten Beton. Sie tragen das Gewicht des Flügels an einem Hebel und würden in bloßer Erde mit der Zeit nachgeben. Der Beton sollte oben abgeschrägt enden, damit Regenwasser vom Holz wegläuft und nicht in der Fuge zwischen Pfosten und Beton stehen bleibt. Wer Fäulnis am Pfostenfuß ganz vermeiden will, setzt Pfostenträger aus Stahl in den Beton und schraubt die Pfosten darauf.

Stützen Sie das Paket mit schrägen Latten ab, solange der Beton härtet. Nach zwei bis drei Tagen können Sie Hilfsriegel und Stützen entfernen und das Tor benutzen. Vorher sollte es niemand aufdrücken.

Den Zaun anschließen

Während der Beton härtet, bauen Sie den Zaun links und rechts an. Die erste Stakete jeder Seite wird am Torpfosten verschraubt, von dort wird der Zaun zum nächsten Pfosten gespannt. Spannen Sie nicht vom Torpfosten weg, ohne dass er gestützt ist: Die Zugkraft des Zauns kann einen frisch betonierten Pfosten aus dem Lot ziehen. Im Zweifel beginnen Sie am gegenüberliegenden Endpfosten und arbeiten auf das Tor zu.

Wie der restliche Zaun aufgebaut wird, steht unter Staketenzaun selber bauen.

Typische Fehler

  • Tor als Letztes eingesetzt. Die Lücke ist dann fast immer zu schmal oder zu breit.
  • Zu wenig Bodenfreiheit. Schon ein Zentimeter Frosthub genügt, damit das Tor klemmt.
  • Torpfosten ohne Beton. Unter dem Gewicht des Flügels neigt sich der Bandpfosten, das Tor hängt nach wenigen Monaten.
  • Beschläge aus einfachem Stahl. An Kastanienholz rosten sie schnell. Verzinkte oder Edelstahlbeschläge verwenden.

Häufige Fragen

Wie breit sollte ein Gartentor sein?

Für Fußgänger genügen etwa 90 bis 100 cm. Wenn eine Schubkarre oder ein Rasenmäher durch muss, planen Sie 100 bis 120 cm ein.

Das Tor hängt nach einem Jahr durch. Was tun?

Meist hat sich der Flügel verzogen oder der Bandpfosten ist nachgegeben. Eine Diagonalstrebe am Flügel, die von unten an der Bandseite nach oben zur Schlossseite läuft, richtet ihn wieder aus. Steht der Pfosten schief, hilft nur Nachsetzen.

Kann ich ein Tor nachträglich in einen bestehenden Staketenzaun setzen?

Ja. Sie lösen den Zaun an der Stelle, kürzen ihn um die Torbreite, setzen das Tor wie beschrieben und schließen die Zaunenden an die Torpfosten an. Aufwendiger als beim Neubau, aber gut machbar.

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