Standmarkise

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Eine Standmarkise braucht keine Hauswand. Sie steht auf eigenen Füßen und lässt sich dort aufstellen, wo eine Wandmarkise nicht montiert werden kann – mitten im Garten, auf einer freien Terrasse, in der Mietwohnung, in der nicht gebohrt werden darf.
Ihr Vorteil ist zugleich ihre Schwäche: Alles, was die Wand sonst aufnimmt, muss die Konstruktion selbst tragen.
Die gängigen Maße
Standmarkisen werden nach der aufgespannten Tuchfläche benannt. Verbreitet sind:
| Maß | Beschattete Fläche | Passend für |
| 295 × 295 cm | ca. 8,7 m² | Sitzgruppe für vier |
| 300 × 300 cm | 9,0 m² | Standardterrasse |
| 375 × 250 cm | ca. 9,4 m² | schmale, lange Terrasse |
| 400 × 400 cm | 16,0 m² | große Sitzgruppe, Esstisch |
| 600 × 600 cm | 36,0 m² | Gastronomie, große Anlagen |
Die verbreitete Bezeichnung 4 × 4 bezieht sich auf die Seitenmaße von jeweils 400 cm, nicht auf die Anzahl der Füße – auch dieses Modell steht meist auf zwei Stützen.
Die lichte Höhe unter dem Tuch liegt bei den meisten Modellen bei etwa 205 cm. Das reicht zum Durchgehen, ist bei großen Menschen aber knapp; prüfen Sie den Wert vor dem Kauf.

Standsicherheit ist das eigentliche Thema
Eine aufgespannte Standmarkise von 4 × 4 m hat 16 Quadratmeter Angriffsfläche. Bei einer frischen Brise wirken darauf Kräfte, die eine ungesicherte Konstruktion umwerfen.
Drei Wege, die Markise sicher zu stellen:
Ballast. Plattenständer, die mit Betonplatten oder Wassertanks beschwert werden. Rechnen Sie großzügig: Herstellerangaben nennen oft 40 bis 60 kg je Fuß, mehr ist immer besser. Wassertanks sollten im Winter geleert werden, sonst sprengt Frost sie.
Bodenhülsen. Einbetonierte Hülsen, in die die Stützen gesteckt werden. Die sicherste Lösung für einen festen Standort und unauffällig, wenn die Markise abgebaut ist.
Verschraubung im Terrassenbelag oder in einem Fundament. Voraussetzung ist ein tragfähiger Untergrund; eine Holzterrasse auf Stelzlagern reicht dafür in der Regel nicht.
Auf keinen Fall genügt das Eigengewicht. Eine Standmarkise wiegt selten mehr als 40 bis 60 kg – zu wenig gegen den Auftrieb eines gespannten Tuchs.
Windwiderstandsklassen
Markisen werden nach EN 13561 in Windwiderstandsklassen eingeteilt. Der Wert sagt, bis zu welchem Wind die Markise ausgefahren bleiben darf:
| Klasse | Etwa bis | Beaufort |
| 0 | keine Angabe – bei Wind einfahren | – |
| 1 | ca. 28 km/h | 4 |
| 2 | ca. 38 km/h | 5 |
| 3 | ca. 49 km/h | 6 |
Die meisten Standmarkisen für den Privatgebrauch sind Klasse 0 bis 2. Bei Windstärke 4 bewegen sich bereits dünne Zweige und Staub wird aufgewirbelt – das ist der Punkt, an dem eingefahren werden sollte.
Bedienung
Kurbelbetrieb ist die häufigste und unempfindlichste Variante. Eine Kurbel über ein Getriebe, mehr braucht es nicht, und es fällt nichts aus.
Elektrischer Antrieb ist bequem, besonders bei großen Tüchern. Er braucht einen Außenanschluss, der über einen Fehlerstromschutzschalter abgesichert ist. Achten Sie auf einen Notbetrieb von Hand für den Fall eines Stromausfalls.
Ein Windwächter ist bei elektrischen Modellen sinnvoll und fährt das Tuch bei Böen automatisch ein. Bei Kurbelmodellen gibt es ihn nicht – dort ersetzt ihn Aufmerksamkeit.
Material
Das Gestell besteht meist aus pulverbeschichtetem Aluminium: leicht, rostfrei, wartungsarm. Stahl ist stabiler und schwerer, muss aber gegen Rost gepflegt werden.
Beim Tuch gilt dasselbe wie bei anderen Markisen: Spinndüsengefärbtes Polyacryl hält die Farbe am längsten, Polyester ist günstiger und bleicht schneller aus. Achten Sie auf den UV-Schutzfaktor des Gewebes, wenn unter der Markise Kinder spielen sollen.
Aufbau
Bauen Sie zu zweit auf, und zwar dort, wo die Markise stehen soll. Fertig montiert lässt sie sich kaum noch tragen.
Die Reihenfolge ist bei den meisten Modellen: Füße und Ballast setzen, Stützen aufrichten und provisorisch abstützen, Querträger montieren, Tuchwelle einsetzen, Gelenkarme anschlagen, ausrichten, alle Schrauben nachziehen. Rechnen Sie mit zwei bis drei Stunden.
Ziehen Sie alle Verbindungen nach der ersten Saison noch einmal nach – die Konstruktion setzt sich.
Pflege und Überwinterung
Fahren Sie das Tuch nie feucht ein. Nasses Gewebe auf der Welle schimmelt innerhalb weniger Wochen. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, fahren Sie es beim nächsten trockenen Tag wieder aus, bis es durchgetrocknet ist.
Über den Winter gehört die Markise idealerweise abgebaut und trocken eingelagert. Wo das nicht möglich ist, schützt eine Schutzhülle mit Lüftungsöffnungen. Dichte Planen sind ungeeignet – darunter bildet sich Kondenswasser.
Was eine Standmarkise kostet
Einfache Modelle mit Kurbelbetrieb und Polyestertuch beginnen bei etwa 200 bis 400 Euro. Solide Ausführungen mit Aluminiumgestell und Acryltuch liegen bei 600 bis 1.500 Euro, elektrische Modelle mit Windwächter und großem Tuch darüber.
Rechnen Sie den Ballast mit ein. Plattenständer mit Betonplatten kosten je nach Gewicht 100 bis 300 Euro und werden beim Preisvergleich regelmäßig vergessen – obwohl ohne sie die ganze Konstruktion nicht sicher steht.
Die Alternativen
Wer keine Wandmontage möchte, hat neben der Standmarkise drei weitere Möglichkeiten.
Der Sonnenschirm ist die günstigste und flexibelste Lösung. Ein Ampelschirm mit 3 bis 4 m Durchmesser beschattet eine ähnliche Fläche wie eine kleine Standmarkise und lässt sich in Minuten umstellen.
Das Sonnensegel wird zwischen Masten oder Hauswänden gespannt. Es ist optisch zurückhaltend und günstig, muss aber mit ausreichend Gefälle montiert werden, damit sich kein Wasser sammelt.
Die Pergola mit festem oder verstellbarem Dach ist die dauerhafteste Lösung. Sie ist teurer, verlangt ein Fundament und kann je nach Größe und Bundesland genehmigungspflichtig sein – fragen Sie im Zweifel beim Bauamt nach.



