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Heimwerker-Berater

Waschtisch planen und einbauen - das ist wichtig für Heimwerker

Haus & Bauvon Christoph5 Min. · 10 Abschnitte
Waschtisch planen und einbauen - das ist wichtig für Heimwerker
Inhalt10 Abschnitte
  1. Die Bauarten
  2. Höhe und Maße
  3. Die Anschlüsse prüfen
  4. Welches Material
  5. Hält die Wand?
  6. Werkzeug und Material
  7. Die Montage Schritt für Schritt
  8. Typische Fehler
  9. Spiegel und Stauraum
  10. Häufige Fragen

Ein Waschtisch ist das meistgenutzte Möbel im Bad und zugleich einer der dankbarsten Einbauten für Heimwerker: Mit Bohrmaschine, Wasserwaage und etwas Sorgfalt ist er an einem Nachmittag montiert. Die eigentliche Arbeit steckt in der Planung – falsche Höhe, fehlende Anschlüsse oder eine zu schwache Wand lassen sich später nur mit Aufwand korrigieren.

Die Bauarten

  • Wandwaschtisch (Vorbau). Hängt frei an der Wand, kein Möbel nötig. Günstig, platzsparend, ideal fürs Gäste-WC.
  • Einbauwaschbecken. Wird von oben in einen Ausschnitt der Waschtischplatte gesetzt, der Rand liegt auf.
  • Unterbauwaschbecken. Wird von unten an die Platte geklebt oder geschraubt. Die Kante ist sauber, die Platte lässt sich einfach abwischen – setzt aber eine wasserfeste Platte voraus, etwa Stein oder Mineralwerkstoff.
  • Aufsatzwaschbecken. Steht wie eine Schüssel auf der Platte. Braucht eine höhere Armatur oder eine Wandarmatur.
  • Möbelwaschtisch. Becken und Unterschrank als Einheit, meist mit Keramik- oder Mineralgussbecken, das auf dem Schrank aufliegt.

Höhe und Maße

Die übliche Höhe der Oberkante liegt bei 85 bis 90 cm. Ältere Bäder haben oft nur 80 cm, was für große Menschen unbequem ist. Bei einem Aufsatzbecken zählt die Oberkante des Beckens, nicht die der Platte – dann muss der Unterschrank entsprechend niedriger sein.

Ein Einzelwaschtisch ist 50 bis 60 cm breit, ab 80 cm wird es bequem. Für zwei Becken nebeneinander sollten Sie mindestens 120, besser 140 cm einplanen. Vor dem Waschtisch braucht man eine freie Bewegungsfläche von etwa 70 cm Tiefe. Für ein barrierefreies Bad nach DIN 18040 muss der Waschtisch unterfahrbar sein, und die Oberkante liegt bei höchstens 80 cm.

Die Anschlüsse prüfen

Bevor ein neues Modell gekauft wird, lohnt ein Blick auf die vorhandenen Anschlüsse. Üblich sind zwei Eckventile für Kalt- und Warmwasser in etwa 50 bis 55 cm Höhe und ein Abfluss in ähnlicher Höhe, meist mit 40 oder 50 mm Durchmesser. Warmwasser liegt nach Konvention links, kalt rechts.

Passt die Lage nicht zum neuen Möbel, müssen Leitungen verlegt werden. Das ist bei einem Unterschrank mit Schubladen häufig der Fall, weil der Siphon genau dort sitzt, wo die Lade hin soll. Platzsparende Siphons oder ein Unterschrank mit Aussparung lösen das Problem.

Welches Material

SanitärkeramikStandard, hart, pflegeleicht, preiswert. Empfindlich gegen harte Schläge, etwa einen herunterfallenden Parfumflakon.
MineralgussGegossen, fugenlos mit der Platte, kleine Kratzer lassen sich ausschleifen. Weicher als Keramik.
NatursteinJedes Stück ein Unikat, schwer, braucht Imprägnierung. Marmor und Travertin vertragen keine Säure.
StahlemailSehr hart und kratzfest, dünnwandig und leicht. Kann bei Schlag abplatzen.
GlasLeicht und modern, aber jeder Kalkfleck ist sichtbar.

Wer bei Naturstein kalkhaltige Sorten wie Marmor wählt, darf nie Essig- oder Zitronenreiniger verwenden – die Säure ätzt matte Flecken in die Oberfläche. Ein pH-neutraler Reiniger ist Pflicht.

Kleine Ausstellung von Naturstein-Waschbecken
Naturstein-Waschbecken liegen derzeit voll im Trend, da sie nicht nur zeitlose Eleganz ausstrahlen, sondern auch durch ihre Langlebigkeit und individuelle Maserung überzeugen. | Foto: Olga_Prava / Depositphotos.com

Hält die Wand?

Ein Keramikwaschtisch wiegt 15 bis 25 kg, ein Natursteinbecken leicht das Doppelte, und irgendwann stützt sich jemand darauf ab. Massives Mauerwerk trägt das mit Stockschrauben und passenden Dübeln problemlos. Bei einer Trockenbauwand muss ein Montageträger oder eine eingebaute Holz- oder Metallverstärkung dahinter sein. Nachträglich in Gipskarton gedübelt, reißt der Waschtisch früher oder später aus.

Werkzeug und Material

Sie brauchen eine Bohrmaschine mit Steinbohrer oder Fliesenbohrer, eine Wasserwaage (praktisch: eine digitale Wasserwaage), Maßband und Bleistift, Wasserpumpenzange und Maulschlüssel, Dübel und Stockschrauben (meist im Montageset enthalten), Schallschutzband, Sanitärsilikon und eine Silikonspritze. Für schwere Becken: eine zweite Person.

Die Montage Schritt für Schritt

  1. Wasser abstellen, Eckventile schließen, altes Becken abbauen. Siphon vorher mit einem Eimer darunter lösen – darin steht immer Wasser.
  2. Bohrlöcher anzeichnen. Höhe von der Oberkante zurückrechnen und mit der Wasserwaage übertragen. Kreppband auf der Fliese verhindert, dass der Bohrer abrutscht.
  3. Durch die Fliese ohne Schlag bohren, mit niedriger Drehzahl. Erst im Mauerwerk dahinter das Schlagwerk zuschalten.
  4. Dübel setzen, Stockschrauben eindrehen. Sie müssen so weit herausstehen, wie der Hersteller angibt.
  5. Armatur und Ablaufgarnitur vormontieren, solange das Becken noch auf dem Tisch liegt. Unter der Wand ist dafür kein Platz mehr.
  6. Schallschutzband auf die Rückseite kleben, Becken aufsetzen, ausrichten und mit Muttern befestigen. Nicht zu fest anziehen, Keramik springt.
  7. Anschließen. Flexschläuche an die Eckventile, Siphon an den Abfluss. Dichtungen prüfen, nichts verkanten.
  8. Dichtprobe. Wasser aufdrehen, Becken volllaufen lassen, abfließen lassen und alle Verbindungen mit einem Stück Küchenpapier abtasten.
  9. Fuge ziehen. Zwischen Becken und Wand kommt Sanitärsilikon, kein Acryl – der Unterschied steht bei Acryl oder Silikon.

Typische Fehler

  • Mit Schlag durch die Fliese. Die Glasur platzt, und der Riss reicht bis unter den Waschtisch.
  • Armatur nachträglich montieren. Die Muttern unter dem Becken erreicht man dann nur mit Spezialschlüssel und viel Geduld.
  • Überlaufloch nicht beachtet. Becken mit Überlauf brauchen eine passende Ablaufgarnitur, sonst läuft das Wasser beim Befüllen in den Schrank.
  • Unterschrank ohne Aussparung für den Siphon. Dann wird die Schublade kurzerhand zur Säge-Übung.

Spiegel und Stauraum

Ein Spiegelschrank schafft Stauraum auf Augenhöhe und bringt meist eine Beleuchtung mit. Planen Sie dafür schon beim Waschtisch eine Steckdose oder einen Lichtanschluss ein, die im Bad den Schutzbereichen nach DIN VDE 0100-701 entsprechen müssen – das gehört in die Hände einer Elektrofachkraft. Ideen für die Gestaltung liefert Tipps für ein schönes Bad.

Häufige Fragen

Was kostet ein neuer Waschtisch?

Ein einfacher Keramikwaschtisch ist ab etwa 50 Euro zu haben, mit Unterschrank ab 200 Euro. Naturstein und Mineralguss liegen oft bei mehreren Hundert Euro, dazu kommen Armatur und Siphon.

Kann ich die alten Eckventile weiterverwenden?

Wenn sie sich leicht drehen lassen und dicht sind, ja. Schwergängige oder verkalkte Ventile tauscht man besser gleich mit, solange das Wasser ohnehin abgestellt ist.

Warum gluckert der neue Abfluss?

Meist fehlt die Belüftung oder der Siphon sitzt zu tief. Hilfe bei Problemen mit dem Ablauf gibt Waschbecken verstopft.

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