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Heimwerker-Berater

Dachrinnenheizung

Haus & Bauvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Dachrinnenheizung
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wann sie gebraucht wird
  2. Die zwei Kabelarten
  3. Wie viel Leistung
  4. Steuerung: der eigentliche Kostenfaktor
  5. Installation
  6. Kunststoffrinnen und Dachart
  7. Pflege vor dem Winter
  8. Typische Fehler
  9. Häufige Fragen

Eine Dachrinnenheizung ist ein Heizkabel, das in Dachrinne und Fallrohr verlegt wird und dort Eis verhindert. Sie hält den Abfluss für Schmelzwasser frei, damit die Rinne nicht zufriert, überläuft und Eiszapfen bildet. Sie ist sinnvoll, wo Eis regelmäßig Schäden anrichtet oder Menschen gefährdet – und nur mit einer guten Steuerung bezahlbar.

Wann sie gebraucht wird

Das Problem entsteht an Tagen mit Schnee auf dem Dach und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Die Dachfläche wird von der Sonne oder vom warmen Dachraum aufgewärmt, der Schnee taut, das Wasser läuft in die kalte Rinne und gefriert. Mit der Zeit wächst dort ein Eispanzer, das Fallrohr friert zu, das Wasser läuft über die Rinne oder sogar unter die Dachziegel.

Typische Fälle für eine Rinnenheizung sind:

  • Nordseiten und schattige Dächer, auf denen Eis lange liegen bleibt
  • Eingänge und Gehwege unter der Traufe, wo Eiszapfen eine Gefahr sind
  • Innenliegende Rinnen und Kastenrinnen, bei denen Überlaufen in die Konstruktion führt
  • Fallrohre an Außenwänden, die regelmäßig zufrieren

Die zwei Kabelarten

KonstantleistungskabelHeizt über die ganze Länge gleich stark. Günstig, aber fest konfektioniert: nicht kürzen, nicht überkreuzen.
Selbstregulierendes KabelHeizt dort stärker, wo es kalt ist, und schwächer an warmen Stellen. Meist auf Länge kürzbar und überkreuzbar. Teurer, sicherer.

Ein Konstantleistungskabel, das sich überkreuzt oder in Laub liegt, kann überhitzen. Das selbstregulierende Kabel ist deshalb für Dachrinnen die bessere Wahl, auch wenn es mehr kostet.

Wie viel Leistung

Für Dachrinnen liegt die übliche Heizleistung bei etwa 20 bis 40 Watt je Meter. In normalen Lagen reichen um 30 W/m, in schneereichen Regionen oder bei breiten Kastenrinnen mehr. Verlegt wird das Kabel entlang der gesamten Rinne und bis in das Fallrohr hinein, im Idealfall bis unterhalb der Frostgrenze. Endet die Heizung am Fallrohreinlauf, friert eben das Fallrohr zu.

Steuerung: der eigentliche Kostenfaktor

Eine Heizung, die den ganzen Winter läuft, verbraucht viel Strom für nichts. Die Rechnung zeigt es: 20 m Rinne mit 30 W/m ergeben 600 W. Läuft die Heizung zehn Stunden am Tag, sind das 6 kWh, bei einem Strompreis von 35 Cent rund 2,10 Euro täglich. Über einen ganzen Winter ohne Pause kommt schnell ein dreistelliger Betrag zusammen.

Es gibt drei Steuerungsarten:

  1. Schalter. Einfach, aber Sie müssen daran denken, auszuschalten.
  2. Thermostat. Schaltet in einem Temperaturfenster, meist knapp über und unter null Grad. Bei starkem Frost friert ohnehin kaum Schmelzwasser nach, dann darf die Heizung aus bleiben.
  3. Eis- und Schneemelder. Kombiniert einen Temperaturfühler mit einem Feuchtesensor in der Rinne und heizt nur, wenn es kalt und nass ist. Das spart am meisten.

Mit einem guten Eismelder läuft die Heizung nur an wenigen Tagen im Jahr, und die Kosten bleiben im niedrigen zweistelligen Bereich.

Installation

Viele Heizkabel für Dachrinnen werden mit Stecker geliefert. Sie brauchen dann eine Außensteckdose, die über einen Fehlerstromschutzschalter mit 30 mA abgesichert ist. Einen Festanschluss oder eine neue Außensteckdose darf nur eine Elektrofachkraft installieren. Das gilt auch für Thermostate und Eismelder, die fest verdrahtet werden.

Das Kabel wird mit Clips in der Rinne befestigt, die es in der Rinnenmitte halten. Am Übergang zum Fallrohr braucht es einen Kantenschutz, damit die scharfe Blechkante die Ummantelung nicht aufscheuert. Im Fallrohr hängt das Kabel frei nach unten und wird oben gegen Abrutschen gesichert.

Kunststoffrinnen und Dachart

In Kunststoffrinnen dürfen nur Kabel verlegt werden, die dafür freigegeben sind, denn die Oberflächentemperatur darf den Kunststoff nicht verformen. Bei Metallrinnen verlangen manche Hersteller eine Erdung der Rinne. Liegt die Rinne unter einem Dach mit großem Schneevorrat, verhindert die Heizung nicht, dass eine Dachlawine auf den Gehweg rutscht – dafür gibt es Schneefanggitter.

Pflege vor dem Winter

Laub und Schmutz in der Rinne wirken wie ein Schwamm. Sie saugen sich mit Wasser voll, frieren durch und überfordern auch eine Heizung. Reinigen Sie die Rinne im Herbst vollständig, bevor die Heizung ihren Dienst beginnt. Ein Dachrinnenschutz hält Laub künftig fern und spart Arbeit. Kontrollieren Sie dabei das Kabel auf Beschädigungen an der Ummantelung und die Clips auf festen Sitz.

Typische Fehler

  • Keine Steuerung. Macht die Heizung zur teuersten Rinne im Viertel.
  • Fallrohr ausgelassen. Das Eis wandert dann nur ein Stück nach unten.
  • Konstantkabel gekürzt. Das zerstört das Kabel und kann gefährlich werden.
  • Undichte Rinne beheizt. Das Wasser tropft dann erst recht; zuerst abdichten.

Häufige Fragen

Wann sollte die Dachrinnenheizung laufen?

Wenn Schnee oder Eis auf dem Dach liegt und die Temperatur um den Gefrierpunkt schwankt. Bei trockenem Frost oder im Herbst ist sie überflüssig.

Kann ich das Heizkabel selbst verlegen?

Das Verlegen des Kabels in Rinne und Fallrohr ja, vorausgesetzt Sie arbeiten sicher von der Leiter oder einem Gerüst aus. Elektrische Festanschlüsse sind Sache der Elektrofachkraft.

Hilft das Kabel auch für die Wasserleitung?

Ähnliche Heizbänder gibt es als Rohrbegleitheizung für frostgefährdete Wasserleitungen. Ein Kabel für Dachrinnen sollte aber nicht zweckentfremdet werden, weil es für andere Bedingungen ausgelegt ist.

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Ein Leserkommentar

  1. Walter Zimmermann

    Bitte,kann man das Voss-Heizkabel (8m ) direkt in die Dachrinne legen oder muss es von außen mir Aluklebeband befestigt werden?

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