Silikonfugen entfernen und erneuern: in einfachen Schritten!

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Eine alte Silikonfuge im Bad lässt sich nicht reinigen, sondern nur ersetzen. Wer sie sauber entfernt, die Reste restlos beseitigt und dem Untergrund Zeit zum Trocknen gibt, hat danach für viele Jahre Ruhe. Wer die neue Fuge über die alte zieht, hat das Problem nach wenigen Wochen wieder.
Wann die Fuge fällig ist
Silikon ist eine elastische Dichtung, keine Dauerlösung. Nach einigen Jahren verliert es Elastizität, reißt am Rand ab oder wird von Schimmel durchwachsen. Dunkle Punkte, die sich nicht wegwischen lassen, sitzen im Material – dann hilft kein Reiniger mehr. Weitere Warnzeichen sind Fugen, die sich an einer Seite lösen, Verfärbungen nach Gelb oder Braun und Wasser, das hinter der Wanne auftaucht.
Spätestens wenn Wasser hinter die Fuge läuft, drängt die Zeit: Feuchtigkeit in der Wand oder unter dem Wannenträger richtet mehr Schaden an als jede unschöne Fuge.
Das Werkzeug
- Cuttermesser mit frischer Klinge für den Längsschnitt an beiden Flanken.
- Fugenkratzer oder Silikonentferner aus Kunststoff mit abgeschrägter Kante, der in der Fuge arbeitet, ohne Fliese und Wanne zu verkratzen.
- Kunststoffspachtel für die Flächen.
- Silikonentferner als Gel oder Paste für die letzten Filmreste, siehe Silikonentferner.
- Spiritus oder Isopropanol und fusselfreie Tücher für die Endreinigung.
- Klebeband zum Abkleben der neuen Fuge.

Mit dem Multifunktionswerkzeug?
Ein oszillierendes Multitool mit Schabeklinge beschleunigt das Entfernen bei langen Fugen erheblich. Es arbeitet schnell, aber auch gnadenlos: Auf Acrylwannen, emaillierten Stahlwannen und Duschtassen hinterlässt eine Metallklinge Kratzer, die sich nicht mehr polieren lassen. Nutzen Sie das Gerät nur an Fliesenkanten und nie mit Druck auf empfindliche Oberflächen. Einen Überblick über die Geräte gibt es bei Multitools.
Schritt für Schritt
- Fuge einschneiden. Mit dem Cuttermesser flach an beiden Flanken entlangfahren, einmal an der Fliese, einmal an der Wanne. So löst sich die Haftung auf ganzer Länge.
- Wurst herausziehen. Am Anfang ein Stück greifen und langsam ziehen. Gutes altes Silikon kommt in langen Stücken.
- Reste abschaben. Mit Kunststoffspachtel und Fugenkratzer. Arbeiten Sie flach, damit Sie keine Fugenmasse aus der Fliesenfuge brechen.
- Silikonfilm lösen. Entferner auftragen, nach Herstellerangabe einwirken lassen, abschaben. Er macht den dünnen Film weich, den kein Messer erwischt.
- Gründlich reinigen. Mit Spiritus oder Isopropanol abwischen, bis das Tuch nicht mehr fettig wirkt. Fett und Seifenreste sind der Hauptgrund für schlecht haftende neue Fugen.
- Trocknen lassen. Mindestens einen Tag, besser zwei. Feuchte Fugen schließen Nässe ein.
Die ausführliche Anleitung für Silikonreste auf allen möglichen Flächen steht unter Silikon entfernen.
Schimmel in der Fuge
Hat Schimmel das Silikon durchwachsen, muss die Fuge komplett heraus. Behandeln Sie anschließend den freigelegten Fugengrund mit einem Schimmelentferner oder 70-prozentigem Alkohol und lassen Sie alles gut trocknen. Kommt der Schimmel an derselben Stelle immer wieder, liegt das an der Lüftung, nicht am Silikon. Mehr dazu unter Schimmel aus den Fugen entfernen.
Die neue Fuge ziehen
Verwenden Sie Sanitärsilikon mit fungizider Ausrüstung, nicht Acryl: Acryl ist überstreichbar, aber für ständige Nässe nicht dauerhaft geeignet. Den Unterschied erklärt Acryl oder Silikon.
- Abkleben. Beidseitig Klebeband im gewünschten Abstand, meist 3 bis 5 mm neben der Fugenkante.
- Wanne füllen. Eine Badewanne vor dem Verfugen mit Wasser füllen. Sie senkt sich dann so weit wie beim Baden, und die Fuge wird nicht später beim ersten Vollbad gedehnt.
- Kartusche ansetzen. Düse schräg abschneiden, etwas kleiner als die Fugenbreite. Mit gleichmäßigem Druck in einem Zug ziehen. Eine gute Pistole hilft, siehe Silikonpistole.
- Glätten. Mit einem Fugenglätter oder dem angefeuchteten Finger, benetzt mit Wasser und etwas Spülmittel.
- Band sofort abziehen, solange das Silikon noch frisch ist, und zwar schräg von der Fuge weg.
- Aushärten lassen. In den ersten 24 Stunden nicht duschen; bei tiefen Fugen länger warten.
Typische Fehler
- Neues Silikon auf alte Reste. Haftet nicht, löst sich bald wieder.
- Nicht entfettet. Duschgel und Badeöl hinterlassen einen Film, auf dem kein Dichtstoff hält.
- Zu früh benutzt. Wasser auf halb ausgehärtetem Silikon hinterlässt Dellen und Schlieren.
- Dreiflankenhaftung. Klebt Silikon auch am Fugengrund, reißt es bei Bewegung. Bei tiefen Fugen eine Rundschnur hinterlegen.
Hausmittel und Tricks
Ein Föhn macht altes Silikon weicher und erleichtert das Herausziehen. Ein Radiergummi oder ein Stück Silikonrest, zu einer Kugel gerollt, nimmt dünne Filmreste auf, indem man damit über die Fläche rubbelt. Essig ist auf Naturstein tabu, weil die Säure Marmor, Kalkstein und Travertin angreift.
Häufige Fragen
Wie lange hält eine neue Fuge?
In einem gut gelüfteten Bad fünf bis zehn Jahre, in einer ständig nassen Dusche eher weniger.
Kann ich über die alte Fuge silikonieren?
Nein. Silikon haftet auf Silikon schlecht, und Schimmel unter der neuen Schicht wächst weiter.
Wie lange muss der Untergrund trocknen?
Mindestens 24 Stunden. In einer Dusche, die täglich genutzt wurde, eher 48 Stunden mit geöffnetem Fenster.



