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Kostenvergleich: Wärmepumpe vs. konventionelle Heizsysteme

Haus & Bauvon Andreas4 Min. · 9 Abschnitte
Kostenvergleich: Wärmepumpe vs. konventionelle Heizsysteme
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was eine Wärmepumpe anders macht
  2. Die Anschaffungskosten
  3. Förderung
  4. Die Betriebskosten: eine Beispielrechnung
  5. Der CO₂-Preis verändert die Rechnung
  6. Wartung und Nebenkosten
  7. Wann die Wärmepumpe verliert
  8. Wann sie gewinnt
  9. Häufige Fragen

Eine Wärmepumpe ist in der Anschaffung zwei- bis dreimal so teuer wie eine Gasheizung, im Betrieb aber meist günstiger. Ob sie sich rechnet, entscheiden drei Größen: die Jahresarbeitszahl, der Strompreis im Verhältnis zum Gaspreis und die Förderung. Mit einer Jahresarbeitszahl ab etwa 3 und Förderung liegt die Wärmepumpe über 20 Jahre in den meisten Rechnungen vorn.

Was eine Wärmepumpe anders macht

Eine Wärmepumpe erzeugt Wärme nicht durch Verbrennen, sondern holt sie aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und hebt sie mit Hilfe von Strom auf ein nutzbares Temperaturniveau. Aus einer Kilowattstunde Strom werden so drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Das Verhältnis über das ganze Jahr heißt Jahresarbeitszahl (JAZ). Wie das technisch funktioniert, steht ausführlich unter Luftwärmepumpen: Funktion und Effizienz.

Eine Gasheizung dagegen wandelt eine Kilowattstunde Gas in knapp eine Kilowattstunde Wärme um. Der Brennwertkessel holt zwar noch etwas aus dem Abgas heraus, mehr als rund 95 bis 98 % Nutzungsgrad sind aber nicht drin.

Die Anschaffungskosten

SystemAnschaffung inkl. Einbau (Richtwert)Lebensdauer
Gas-Brennwertheizungetwa 10.000–15.000 Euro15–20 Jahre
Öl-Brennwertheizungetwa 12.000–18.000 Euro, dazu Tank15–20 Jahre
Luft-Wasser-Wärmepumpeetwa 25.000–40.000 Euro15–20 Jahre
Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsondeetwa 35.000–50.000 Euro20 Jahre und mehr

Die Spannen sind groß, weil der Aufwand stark vom Haus abhängt: Muss ein neuer Pufferspeicher her, werden Heizkörper getauscht, ist eine Bohrung nötig? Die Werte sind Größenordnungen vor Förderung, keine Angebote.

Förderung

Der Einbau einer Wärmepumpe im Bestand wurde in den vergangenen Jahren über die Bundesförderung für effiziente Gebäude mit einem erheblichen Zuschuss unterstützt, je nach Einkommen und Ausgangslage mit einem Anteil von bis zu 70 % der förderfähigen Kosten. Förderhöhen und Bedingungen werden regelmäßig geändert. Beantragen Sie die Förderung vor Vertragsabschluss – bei den meisten Programmen ist ein nachträglicher Antrag ausgeschlossen. Den aktuellen Stand fasst Wärmepumpe: welche Förderungen gibt es zusammen.

Gas- und Ölheizungen werden nicht gefördert.

Wärmepumpen gelten als besonders wartungsarm
Wärmepumpen gelten als besonders wartungsarm | Foto: Goodluz / Depositphotos.com

Die Betriebskosten: eine Beispielrechnung

Angenommen wird ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Wärmebedarf im Jahr für Heizung und Warmwasser. Die Preise sind Annahmen zur Veranschaulichung, keine Prognose.

  • Gasheizung: Bei 95 % Nutzungsgrad werden etwa 21.000 kWh Gas benötigt. Bei 11 Cent je kWh sind das rund 2.300 Euro im Jahr, dazu Grundgebühr.
  • Wärmepumpe, JAZ 3,5: Etwa 5.700 kWh Strom. Bei 27 Cent je kWh mit Wärmepumpentarif rund 1.550 Euro im Jahr.
  • Wärmepumpe, JAZ 2,5: Etwa 8.000 kWh Strom, rund 2.150 Euro im Jahr – kaum noch Vorteil.

Die Jahresarbeitszahl ist der Hebel, an dem alles hängt. Sie hängt vor allem von der Vorlauftemperatur ab. Ein Haus, das bei Frost mit 35 bis 45 °C warm wird, erreicht gute Werte. Braucht es 60 °C und mehr, sinkt die Effizienz deutlich.

Der CO₂-Preis verändert die Rechnung

Auf Gas und Heizöl wird in Deutschland ein CO₂-Preis erhoben, der schrittweise gestiegen ist und mit dem Übergang in den europäischen Emissionshandel weiter steigen dürfte. Für Strom gilt das nicht in gleicher Weise. Wer heute eine Heizung für die nächsten 20 Jahre einbaut, sollte deshalb nicht mit dem heutigen Gaspreis rechnen, sondern mit einem höheren. Dazu kommt, dass das Gebäudeenergiegesetz für neue Heizungen einen steigenden Anteil erneuerbarer Energie vorsieht – die genauen Regeln und Fristen sollten Sie vor der Entscheidung bei einem Energieberater klären.

Wartung und Nebenkosten

Eine Gasheizung braucht jährliche Wartung und die Messung durch den Schornsteinfeger, zusammen oft 150 bis 300 Euro im Jahr. Dazu kommt die Grundgebühr des Gasanschlusses. Eine Wärmepumpe ist wartungsärmer, sollte aber ebenfalls regelmäßig geprüft werden, etwa 100 bis 200 Euro je Wartung. Ab einer bestimmten Kältemittelmenge sind Dichtheitsprüfungen vorgeschrieben. Der Gasanschluss kann bei einem vollständigen Umstieg gekündigt werden, was die Grundgebühr spart – die Stilllegung kostet allerdings meist einmalig.

Wann die Wärmepumpe verliert

  • Unsanierter Altbau mit kleinen Heizkörpern. Hohe Vorlauftemperaturen drücken die JAZ unter 3.
  • Kein Wärmepumpentarif, hoher Strompreis. Das Verhältnis Strom- zu Gaspreis sollte deutlich unter 3 liegen.
  • Schlecht geplante Anlage. Zu groß dimensioniert, schaltet ständig ein und aus. Zu klein, springt der Heizstab an.
  • Förderung verpasst. Ohne Zuschuss verlängert sich die Amortisation um Jahre.

Wann sie gewinnt

  • Neubau oder gut gedämmter Bestand, idealerweise mit Fußbodenheizung.
  • Eigener Solarstrom. Eine Photovoltaikanlage deckt einen Teil des Strombedarfs, vor allem für Warmwasser in der Übergangszeit.
  • Steigende Brennstoffpreise. Jede Erhöhung des CO₂-Preises verbessert die Rechnung.
  • Förderung ausgeschöpft. Dann liegt der Eigenanteil oft in der Nähe einer neuen Gasheizung.

Häufige Fragen

Kann eine Wärmepumpe im Altbau funktionieren?

Oft ja. Viele Heizkörper sind großzügiger dimensioniert als nötig. Ein Test: im Winter die Vorlauftemperatur der alten Heizung auf 55 °C begrenzen. Bleibt es warm, ist das Haus meist wärmepumpentauglich. Einzelne Heizkörper lassen sich gezielt vergrößern.

Was ist mit Öl?

Ölheizungen haben ähnliche Anschaffungskosten wie Gas, dazu einen Tank. Die Brennstoffkosten schwanken stark. Einen direkten Vergleich bietet Öl- oder Gasheizung.

Lohnt sich eine Hybridheizung?

Eine Kombination aus Wärmepumpe und Gaskessel für die kältesten Tage kann im schlecht gedämmten Altbau sinnvoll sein. Sie ist aber teurer in der Anschaffung und hat zwei Wartungsposten.

Wie lange hält eine Wärmepumpe?

Mit 15 bis 20 Jahren ähnlich lange wie ein Gaskessel, Erdsonden halten deutlich länger und können mit der nächsten Wärmepumpe weiter genutzt werden.

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