Silikonspray
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Silikonspray hinterlässt einen hauchdünnen, wasserabweisenden und gleitfähigen Film auf Kunststoff, Gummi, Metall und Holz. Es schmiert, pflegt Dichtungen und verhindert Festfrieren – ist aber kein Rostlöser und auf manchen Flächen ausgesprochen unerwünscht.
Was drin ist
Der Wirkstoff ist Silikonöl, meist Polydimethylsiloxan, gelöst in einem flüchtigen Lösemittel und mit Treibgas in die Dose gefüllt. Nach dem Sprühen verdunstet das Lösemittel, zurück bleibt ein dünner, farbloser Film. Er ist wasserabweisend, bleibt über einen großen Temperaturbereich stabil und greift die meisten Kunststoffe und Gummimischungen nicht an.
Viele Produkte geben einen Einsatzbereich von etwa −35 °C bis +200 °C an. Genau das macht Silikonspray für Autotürdichtungen im Winter und für Führungen an warmen Geräten interessant.
Wofür es sich eignet
- Gummidichtungen an Auto- und Haustüren. Hält sie geschmeidig und verhindert, dass sie bei Frost festfrieren.
- Schiebetüren, Schubladen, Rollladenführungen. Kunststoffschienen gleiten wieder leise, ohne dass sich Staub festsetzt wie bei Fett. Mehr zu Schiebetüren unter Schiebetüren einbauen.
- Reißverschlüsse an Zelten und Taschen, sparsam aufgetragen.
- Gartengeräte und Schneeschieber. Ein Film auf dem Blatt verhindert, dass nasser Schnee oder Erde kleben bleibt.
- Kunststoffteile im Innenraum, die knarzen oder quietschen.
- Kabel beim Einziehen in Leerrohre, sofern der Hersteller das nicht ausschließt.
Wofür es sich nicht eignet
Silikonspray ist kein Rostlöser. Es kriecht schlecht in feste Gewinde und löst keine Korrosion. Dafür gibt es eigene Mittel, beschrieben unter Rostlöser und Rostumwandler.
Es ist kein Schmierstoff für hochbelastete Lager. Für Kettentriebe, Kugellager und Zahnräder, die Druck aushalten müssen, sind Fett oder spezielle Kettenöle besser.
Und es gehört nicht auf Flächen, die später gestrichen, lackiert oder verklebt werden. Dazu gleich mehr.
Warum Lackierer es fürchten
Silikon ist der Feind jeder Lackierung. Bereits Spuren auf einer Fläche lassen Lack, Farbe oder Klebstoff abperlen und erzeugen die gefürchteten Krater, auch Fischaugen genannt. Das Silikon breitet sich dabei weiter aus, als man denkt: über Sprühnebel, Hände, Werkzeug und Putzlappen.
Wer in derselben Werkstatt lackiert oder verklebt, sollte Silikonspray dort nicht verwenden oder sehr sorgfältig abdecken. In Lackierbetrieben ist es aus diesem Grund häufig ganz verboten. Soll eine behandelte Fläche später doch gestrichen werden, braucht es einen Silikonentferner und mehrere Reinigungsgänge.
Silikonspray, Kriechöl, Teflonspray
| Mittel | Stärke | Schwäche |
| Silikonspray | Gleitfilm, gummifreundlich, wasserabweisend | löst keinen Rost, stört beim Lackieren |
| Kriechöl (Multifunktionsöl) | kriecht in Gewinde, verdrängt Feuchtigkeit | zieht Staub an, greift manche Gummis an |
| PTFE-Spray (Teflon) | trockener Gleitfilm, sehr reibungsarm | teurer, für feine Mechanik |
| Sprühfett | haftet, belastbar | verklebt mit Schmutz, nichts für Kunststoffschienen |
Die Faustregel: Kunststoff und Gummi mit Silikon, festsitzendes Metall mit Kriechöl, belastete Mechanik mit Fett.
Richtig anwenden
- Oberfläche reinigen. Staub und Sand unter dem Film wirken wie Schmirgelpapier.
- Dose schütteln und aus 15 bis 20 cm Abstand dünn aufsprühen. Viel hilft hier nicht viel.
- Mit Tuch verteilen. Bei Dichtungen besser auf ein Tuch sprühen und damit einreiben, statt direkt zu sprühen – das hält die Umgebung frei.
- Überschuss abwischen. Ein dünner Film genügt. Überschüssiges Silikon wird rutschig und sammelt Staub.
- Regelmäßig wiederholen. Bei Autotürdichtungen vor dem Winter und bei Bedarf zwischendurch.
Im Winter am Auto
Der bekannteste Einsatz ist die Pflege der Türdichtungen vor der kalten Jahreszeit. Wasser, das nach einer Autowäsche oder einem Regentag in den Gummiprofilen steht, gefriert über Nacht und klebt die Tür am Rahmen fest. Wer dann mit Gewalt zieht, reißt im schlimmsten Fall die Dichtung aus der Führung. Ein dünner Silikonfilm verhindert, dass Wasser haftet, und die Tür lässt sich auch bei starkem Frost öffnen. Dasselbe gilt für Kofferraumdichtungen, Schiebedächer und die Gummilippen von Wischerblättern, die dabei gleichzeitig weniger rattern. Tragen Sie das Spray aber nicht auf die Wischkante selbst oder auf die Scheibe auf, sonst schmiert der Wischer. Auch Türschlösser sind kein Fall für Silikon: Dafür gibt es Schlossenteiser und Graphit.
Vorsicht auf Böden und Treppen
Silikonsprühnebel, der auf Fliesen, Parkett oder Treppenstufen landet, macht diese spiegelglatt. Sprühen Sie nie über einem Boden, auf dem später jemand läuft, ohne ihn abzudecken. Verschüttetes Silikon lässt sich nur mit Lösemittel oder Entfettungsmittel wieder vollständig entfernen, Wasser allein verschmiert es nur.
Sicherheit
Die meisten Sprays sind hochentzündlich, solange das Lösemittel verdunstet. Nicht in der Nähe von offener Flamme, Zigaretten oder heißen Geräten sprühen, und nur gut belüftet. Sprühdosen nicht über 50 °C erwärmen, also nicht im Sommer auf dem Armaturenbrett liegen lassen. Die Dämpfe nicht einatmen, bei längerer Arbeit in Innenräumen Fenster öffnen.
Häufige Fragen
Kann ich Silikonspray auf Fahrradketten verwenden?
Besser nicht. Ketten brauchen einen Schmierstoff, der unter Druck haftet. Silikon wird herausgedrückt und die Kette läuft trocken.
Schadet es Gummi?
In aller Regel nein, im Gegenteil: Es hält Dichtungen elastisch. Mineralölhaltige Mittel können manche Gummimischungen dagegen quellen lassen.
Was kostet Silikonspray?
Eine 400-ml-Dose kostet etwa 5 bis 15 Euro. Markenware mit Präzisionsröhrchen liegt am oberen Ende.
Ist Silikonspray lebensmittelecht?
Nur, wenn es ausdrücklich als lebensmitteltauglich gekennzeichnet ist, etwa nach NSF H1. Für Küchenmaschinen und Schneidwerke nur solche Produkte verwenden.



