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Heimwerker-Berater

Silikonentferner

Reinigungvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Silikonentferner
Inhalt11 Abschnitte
  1. Warum die Reste wegmüssen
  2. Die Anwendung
  3. Welche Untergründe
  4. Das Werkzeug dazu
  5. Der Test vor dem Neuverfugen
  6. Sicherheit
  7. Wann Sie ihn nicht brauchen
  8. Was es kostet
  9. Der Unterschied zu anderen Entfernern
  10. Wie lange eine Fuge hält
  11. Wie viel Zeit Sie einplanen sollten

Silikonentferner ist ein Gel oder eine Paste, die ausgehärtetes Silikon aufquellen lässt, sodass es sich abschaben lässt. Er löst das Material nicht auf – er macht es weich genug, um es mechanisch zu entfernen.

Das ist der entscheidende Punkt: Der Entferner ersetzt die Arbeit nicht, er erleichtert sie.

Warum die Reste wegmüssen

Auf altem Silikon haftet kein neues Silikon. Jeder Rest, der stehen bleibt, ist eine Sollbruchstelle – und genau dort löst sich die neue Fuge nach wenigen Monaten.

Das ist der häufigste Grund für Fugen, die nicht halten. Nicht das Material ist schuld und nicht die Verarbeitung, sondern der Untergrund.

Die Anwendung

  1. Grobes Silikon herausschneiden mit Cuttermesser oder Fugenhobel. Der Entferner ist für Reste, nicht für den ganzen Strang.
  2. Entferner auftragen, dick und deckend auf alle verbliebenen Stellen.
  3. Einwirken lassen – je nach Produkt zwei bis zwölf Stunden, bei hartnäckigen Fällen über Nacht. Die Einwirkzeit ist der Wirkstoff.
  4. Abschaben mit einem Kunststoffschaber.
  5. Wiederholen, wenn Reste bleiben. Zwei bis drei Durchgänge sind normal.
  6. Gründlich reinigen und mit Spiritus oder Aceton entfetten.
  7. Vollständig trocknen lassen, im Zweifel über Nacht.

Punkt 7 ist der zweite große Fehler nach den Resten: Silikon härtet mit Luftfeuchtigkeit aus, haftet aber nicht auf nassem Untergrund.

Welche Untergründe

Glasierte Fliesen, Glas, Emaille: unproblematisch.

Acryl- und Sanitäracrylwannen: Vorsicht. Manche Entferner mattieren die Oberfläche. Testen Sie an einer verdeckten Stelle und arbeiten Sie nur mit Kunststoffwerkzeug.

Naturstein: Entferner kann Flecken hinterlassen und in saugendes Material eindringen. Unbedingt vorher testen.

Lackierte Flächen, Kunststofffenster, Laminat: hier können lösemittelhaltige Produkte den Untergrund angreifen. Im Zweifel nur mechanisch arbeiten.

Edelstahl: verträgt den Entferner, aber kein Metallwerkzeug – Kratzer und Eisenpartikel sind die Folge.

Das Werkzeug dazu

Fugenhobel oder Silikonschaber mit gebogenen Klingen schneiden beide Flanken gleichzeitig an. Wenige Euro, große Zeitersparnis.

Cuttermesser mit frischer Klinge für den Hauptstrang.

Kunststoffschaber für die Reste – niemals Metall auf Fliesen, Acryl oder Edelstahl.

Feines Schleifvlies für raue und strukturierte Oberflächen, in denen Silikon in jeder Vertiefung sitzt.

Der Test vor dem Neuverfugen

Fahren Sie mit dem Fingernagel über die gesamte Fuge. Spüren Sie noch gummiartige Stellen, sind Sie nicht fertig.

Ein zweiter Test: Kleben Sie ein Stück Kreppband auf und ziehen Sie es ab. Bleibt es an einer Stelle schlechter haften, sitzt dort Rückstand.

Sicherheit

Silikonentferner sind meist lösemittelhaltig oder alkalisch. Handschuhe, Schutzbrille und Lüftung gehören dazu, im Bad mit offenem Fenster und geschlossener Tür.

Nicht mit anderen Reinigern mischen. Und Reste gehören zur Schadstoffannahme, nicht in den Abfluss.

Wann Sie ihn nicht brauchen

Bei frischem Silikon – es lässt sich innerhalb der ersten Stunden einfach abwischen, mit einem trockenen Tuch oder etwas Spiritus.

Bei Acryl-Fugenmasse, die überstrichen werden kann. Sie ist wasserlöslich und lässt sich mit warmem Wasser und einem Schwamm aufweichen.

Bei sehr glatten Untergründen, von denen sich der Strang sauber abziehen lässt. Manchmal geht der ganze Rest in einem Stück mit.

Was es kostet

Silikonentferner kostet 8 bis 20 Euro je Tube oder Kartusche. Ein Fugenhobel liegt bei 5 bis 15 Euro, eine Kartusche Sanitärsilikon bei 6 bis 15 Euro.

Für eine komplette Dusche rechnen Sie mit etwa 30 bis 50 Euro Material und einem halben Tag Arbeit – verteilt auf zwei Tage, weil das Entfernen über Nacht wirken und der Untergrund trocknen muss.

Der Unterschied zu anderen Entfernern

Die Namen ähneln sich, die Produkte nicht.

Silikonentferner (das Gel) quillt ausgehärtetes Silikon auf. Er wird vor dem Neuverfugen eingesetzt.

Silikonentferner als Reinigungsflüssigkeit – oft im Lackierbedarf – ist etwas anderes: ein Lösemittel zum Entfetten von Oberflächen vor dem Lackieren. Er entfernt kein ausgehärtetes Silikon.

Fugenreiniger reinigt Zementfugen zwischen Fliesen, löst aber kein Silikon.

Schimmelentferner tötet Schimmel ab und bleicht ihn. Sitzt der Pilz bereits im Silikon, hilft auch er nicht mehr – dann muss die Fuge erneuert werden.

Achten Sie beim Kauf auf die Produktbeschreibung, nicht auf den Namen allein.

Wie lange eine Fuge hält

Eine fachgerecht ausgeführte Sanitärsilikonfuge hält im Bad etwa fünf bis zehn Jahre. Erneuern sollten Sie früher, wenn sie an einer Kante abgelöst ist, Risse zeigt, sich weich und klebrig anfühlt oder wenn Schimmel im Material sitzt.

Warten Sie damit nicht. Hinter einer abgelösten Fuge läuft Wasser in die Konstruktion, und der Schaden zeigt sich erst, wenn die Wand dahinter durchfeuchtet ist.

Wie viel Zeit Sie einplanen sollten

Der häufigste Planungsfehler ist, das Erneuern einer Fuge für eine Stunde anzusetzen.

Realistisch sind zwei Tage: Am ersten Tag wird das alte Silikon herausgeschnitten, der Entferner aufgetragen und über Nacht wirken gelassen. Am zweiten Tag wird abgeschabt, gereinigt, entfettet – und dann muss der Untergrund noch trocknen, bevor die neue Fuge kommt.

Danach braucht das frische Silikon 24 Stunden bis zur vollen Belastbarkeit.

Für eine Dusche heißt das: drei Tage, in denen sie nicht benutzt wird. Wer das einplant, macht die Arbeit einmal richtig. Wer es an einem Abend erzwingen will, macht sie in einem Jahr noch einmal.

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