Reibeputz auftragen - Schritt für Schritt Anleitung

Inhalt12 Abschnitte
Reibeputz aufzutragen ist keine Hexerei, aber eine Arbeit gegen die Uhr: Zwischen Aufziehen und Strukturieren bleiben nur wenige Minuten, und eine Wand muss ohne Pause von Ecke zu Ecke fertig werden. Wer das plant und das richtige Werkzeug bereitlegt, bekommt eine gleichmäßige Fläche auch beim ersten Versuch.
Was Sie brauchen
| Material | Reibeputz in passender Körnung, Putzgrundierung, bei mineralischem Putz Wasser zum Anrühren. |
| Auftragen | Glättkelle aus Edelstahl, bei großen Flächen breiter Spachtel. |
| Strukturieren | Reibebrett aus Kunststoff, möglichst ohne Schwamm. |
| Anrühren | Mörteleimer, Bohrmaschine oder Rührwerk mit Quirl. |
| Vorbereitung | Abdeckvlies, Folie, Malerkrepp, Grundierrolle. |
Für mehr als eine Wand gehört ein zweiter Mensch dazu: Einer zieht auf, einer reibt.
Schritt 1: Abdecken
Boden mit Vlies oder Pappe, Fenster, Türen und Sockelleisten mit Folie und Krepp schützen. Reibeputz tropft und spritzt beim Abstreifen der Kelle, und angetrocknete Putzspritzer auf Fensterrahmen lassen sich kaum rückstandsfrei entfernen. Steckdosen und Schalterabdeckungen abnehmen, die Sicherung dafür ausschalten.
Schritt 2: Die Wand vorbereiten
Der Untergrund muss fest, trocken, sauber und tragfähig sein. Lose Teile und alte, abblätternde Anstriche entfernen, Löcher und Risse mit passendem Material schließen. Frischer Unterputz braucht ausreichend Standzeit, bei mineralischen Putzen als Faustregel etwa einen Tag je Millimeter Dicke.
Dann kommt die Putzgrundierung. Sie ist mit feinem Quarzsand gefüllt, reguliert die Saugfähigkeit und gibt dem Oberputz Halt. Bei Kunstharzputz ist sie in der Regel Pflicht; wählen Sie sie im Farbton des Putzes, damit durchscheinender Untergrund in den Rillen nicht auffällt. Grundierung vollständig trocknen lassen, meist mindestens zwölf Stunden.
Schritt 3: Anrühren
Mineralischer Putz wird nach Herstellerangabe mit Wasser angemischt, klumpenfrei gerührt, kurz reifen gelassen und noch einmal durchgerührt. Kunstharzputz ist gebrauchsfertig, wird aber ebenfalls aufgerührt, weil sich Korn und Bindemittel im Eimer setzen. Die Konsistenz stellen Sie, falls der Hersteller es erlaubt, mit ganz wenig Wasser ein. Zu viel Wasser verändert Farbe und Struktur, und die Fläche wird fleckig.
Schritt 4: Aufziehen
Mit der Glättkelle den Putz in Kornstärke auf die Wand ziehen, bei 2 mm Korn also rund 2 mm dick. Die Kelle leicht schräg halten und mit festem Druck führen, bis die Körner nebeneinander liegen und kein Untergrund mehr durchscheint. Arbeiten Sie in Feldern von etwa einem Quadratmeter und immer von oben nach unten. Zu dick aufgezogener Putz lässt sich nicht gleichmäßig reiben und reißt beim Trocknen.
Schritt 5: Strukturieren
Sobald der Putz leicht angezogen hat, aber noch feucht ist, wird er mit dem Reibebrett aus Kunststoff bearbeitet. Das Brett liegt flach auf, der Druck ist gleichmäßig und leicht. Wählen Sie eine Bewegung und behalten Sie sie auf der ganzen Fläche bei:
- Kreisend für eine lebendige, unregelmäßige Struktur.
- Waagerecht oder senkrecht für gerade Rillen.
- Kreuzweise für ein Gittermuster.
Zwischen Aufziehen und Reiben sollten je nach Putz, Temperatur und Untergrund nicht mehr als etwa 15 Minuten vergehen. Zieht die Fläche zu schnell an, arbeiten Sie kleinere Felder ab.
Schritt 6: Übergänge und Ecken
Neue Felder werden nass in nass an die bereits geriebenen angesetzt, sonst entstehen sichtbare Ränder. Pausen gibt es nur an Ecken, Kanten oder Fallrohren. Ist eine Unterbrechung mitten in der Wand unvermeidbar, ziehen Sie mit Klebeband eine gerade Grenze und entfernen das Band, solange der Putz noch frisch ist. Innenecken werden mit einer Eckkelle oder vorsichtig mit der Brettkante ausgearbeitet.
Schritt 7: Überstreichen
Kunstharzputz ist durchgefärbt und fertig. Mineralischen Putz lassen Sie vollständig austrocknen, meist mehrere Wochen, bevor er gestrichen wird. Streichen Sie mit einer langflorigen Rolle im Kreuzgang und in zwei Anstrichen. Mehr zum Streichen strukturierter Wände steht bei Rauputz streichen.

Bedingungen und Tipps
- Temperatur: Untergrund und Luft über etwa 5 °C und nicht zu heiß. Keine direkte Sonne, kein starker Wind – außen am besten die Schattenseite des Hauses abarbeiten.
- Probe machen: Eine Platte oder ein unauffälliger Wandteil zeigt, wie schnell der Putz anzieht und welche Bewegung gefällt.
- Werkzeug sauber halten: Kelle und Brett zwischendurch abwaschen. Eingetrocknete Klümpchen hinterlassen Kratzer.
- Chargen mischen: Mehrere Eimer eines Farbtons in einem großen Kübel zusammenrühren.
- Nach der Arbeit Klebeband sofort abziehen, Werkzeug mit Wasser reinigen.
Typische Fehler
- Ohne Grundierung gearbeitet. Der Putz haftet schlecht oder brennt auf.
- Zu dick aufgezogen. Das Korn schwimmt, Rillen entstehen nicht sauber.
- Bewegung gewechselt. Einmal kreisend, einmal gerade – das sieht man.
- Zu spät gerieben. Das Brett reißt Körner heraus statt sie zu rollen.
Häufige Fragen
Wie viel Fläche schaffe ich pro Tag?
Zu zweit und mit etwas Übung 30 bis 50 m² Oberputz, Vorarbeiten nicht mitgerechnet. Allein deutlich weniger.
Welche Körnung ist für Anfänger am einfachsten?
2 mm. Feinere Körnungen zeigen jede Unregelmäßigkeit, gröbere sind schwerer gleichmäßig zu reiben. Mehr zur Auswahl beim Reibeputz.



