Eigenmontage einer PV-Anlage: Wer darf eine Solaranlage installieren?

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Eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach darf man in Deutschland zu einem großen Teil selbst montieren. Die Grenze verläuft beim Anschluss ans Hausnetz: Den muss eine Elektrofachkraft machen, die beim Netzbetreiber eingetragen ist. Wer die Eigenleistung sinnvoll aufteilt, spart Geld – wer sie überdehnt, riskiert Leben, Versicherungsschutz und die Einspeisevergütung.
Warum so viele selbst bauen wollen
Die Nachfrage nach Solaranlagen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Installationsbetriebe waren teils Monate im Voraus ausgebucht, und der Montageanteil macht einen spürbaren Teil des Gesamtpreises aus. Gleichzeitig sind Module, Wechselrichter und Unterkonstruktionen frei im Handel erhältlich, oft als Komplettpaket mit Montageanleitung. Da liegt der Gedanke nahe, das Dach selbst zu belegen.
Was das Gesetz sagt
Eine Vorschrift, nach der ein Fachbetrieb die gesamte Anlage errichten muss, gibt es nicht. Das Gerüst stellen, Dachhaken setzen, Schienen montieren und Module auflegen darf jeder, der es kann. Anders ist es bei allem, was mit dem Stromnetz des Hauses verbunden wird: Arbeiten an der Hausinstallation und der Anschluss an das öffentliche Netz sind Elektrofachkräften vorbehalten, und der Netzbetreiber nimmt eine Anlage nur ab, wenn ein bei ihm eingetragener Installateur sie anmeldet.
Eigenleistung möglich
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Die Gleichstromseite wird unterschätzt
Zwischen Modulen und Wechselrichter fließt Gleichstrom. Die Module sind in Reihe geschaltet, sogenannte Strings, und ihre Spannungen addieren sich. Bei Anlagen auf Wohnhäusern kommen so schnell mehrere hundert Volt zusammen, bis an die Grenze von 1000 V. Schon bei einer Gleichspannung über 120 V besteht Lebensgefahr.
Ein Modul liefert Spannung, sobald Licht darauf fällt – es gibt keinen Schalter, der es abstellt. Wer bei Tageslicht Stecker verbindet, arbeitet unter Spannung. Dazu kommt ein Effekt, den Wechselstrom nicht kennt: Ein Lichtbogen bei Gleichstrom reißt nicht von selbst ab, weil die Spannung keinen Nulldurchgang hat. Ein schlecht gesteckter oder falsch gecrimpter Steckverbinder kann so über Monate erhitzen und einen Dachbrand auslösen.
Sinnvolle Aufteilung: Sie montieren die Mechanik, die Fachkraft übernimmt die Verkabelung der Strings oder prüft sie zumindest vor der Inbetriebnahme. Viele Betriebe bieten genau das an, allerdings nicht alle – fragen Sie vor dem Kauf.

Arbeiten auf dem Dach
Die zweite große Gefahr ist der Absturz. Ohne Gerüst oder Anschlagpunkte mit Auffanggurt gehört niemand auf ein geneigtes Dach. Ein Standgerüst für ein Einfamilienhaus kostet einige hundert bis gut tausend Euro, ist aber nicht verhandelbar.
Prüfen Sie außerdem die Statik. Module mit Unterkonstruktion bringen zusätzliches Gewicht aufs Dach, und bei älteren Dachstühlen oder Wellplatten kann das zu viel sein. Die Dachhaken müssen an den Sparren verschraubt sein, nicht an der Lattung, und die Ziegel darüber dürfen nicht aufliegen – sonst brechen sie bei der nächsten Schneelast. Asbesthaltige Wellplatten, wie sie auf Garagen und Nebengebäuden bis 1993 verbaut wurden, dürfen nicht angebohrt werden.
Welche Voraussetzungen Sie mitbringen sollten
- Handwerkliche Erfahrung auf dem Dach. Ziegel ausklinken, Haken setzen, Ziegel wieder einpassen.
- Schwindelfreiheit und eine zweite Person. Ein Modul wiegt um 20 kg und hat die Fläche einer Tür – bei Wind ein Segel.
- Einen Elektriker, der mitmacht. Klären Sie vorher, dass er Ihre Montage abnimmt und die Anlage anmeldet. Nicht jeder Betrieb übernimmt die Haftung für fremde Arbeit.
- Zeit. Für ein Einfamilienhaus-Dach sind zwei bis drei Arbeitstage realistisch, ohne Verkabelung.
Anmeldungen, die Pflicht sind
Jede netzgekoppelte Anlage muss beim Netzbetreiber angemeldet und im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen werden, spätestens einen Monat nach Inbetriebnahme. Ohne Eintrag gibt es keine Einspeisevergütung. Die Anmeldung beim Netzbetreiber übernimmt in der Regel der Elektriker. Weitere Grundfragen beantwortet die Photovoltaik-FAQ für Selbsterzeuger.
Die Ausnahme: das Balkonkraftwerk
Steckersolargeräte mit kleinem Wechselrichter sind ausdrücklich für Laien gedacht. Sie werden nur im Marktstammdatenregister eingetragen, die Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt. Die zulässige Wechselrichterleistung liegt seit 2024 bei 800 W. Für alles darüber gelten die Regeln oben.
Welche Schäden drohen
- Brand durch schlechte Steckverbindungen oder vertauschte Stecker verschiedener Hersteller.
- Undichtes Dach, wenn Ziegel falsch eingepasst wurden oder die Dachhaken auf den Ziegeln aufliegen.
- Verlust der Herstellergarantie – manche Hersteller knüpfen sie an die Montage durch einen Fachbetrieb.
- Ärger mit der Versicherung. Melden Sie die Anlage der Gebäudeversicherung; bei einem Brand wird genau geprüft, wer was montiert hat.
Häufige Fragen
Wie viel spart die Eigenmontage?
Die Mechanik macht nur einen Teil der Montagekosten aus. Realistisch sind Einsparungen im niedrigen vierstelligen Bereich bei einer Einfamilienhaus-Anlage – vorausgesetzt, der Elektriker berechnet für Abnahme und Anschluss keinen Aufschlag.
Muss ich Mehrwertsteuer zahlen?
Für Photovoltaikanlagen bis 30 kWp auf oder an Wohngebäuden gilt seit 2023 ein Umsatzsteuersatz von null Prozent auf Module, Wechselrichter, Speicher und Montage.
Kann ich eine Solaranlage im Garten aufstellen?
Ja, auch freistehend. Die elektrischen Regeln sind dieselben. Für kleine Anwendungen wie Pumpe oder Beleuchtung siehe Solaranlage für den Garten.



