Solardachziegel

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Solardachziegel sind Dachziegel, in die Solarzellen eingebaut sind. Sie ersetzen die normale Eindeckung und erzeugen Strom, ohne dass auf dem Dach eine sichtbare Anlage montiert wird. Das ist optisch elegant, aber teurer und weniger effizient als klassische Module – sie lohnen sich vor allem dort, wo das Aussehen zählt.
Wie sie funktionieren
Jeder Solarziegel trägt eine kleine Photovoltaikfläche, die Sonnenlicht in Gleichstrom umwandelt. Die Ziegel werden untereinander verkabelt, bis eine ausreichende Spannung entsteht, und dann über einen Wechselrichter mit dem Hausnetz verbunden. Technisch ist das dieselbe Photovoltaik wie bei aufgeständerten Modulen, nur in viele kleine Einheiten zerlegt und in die Dachhaut integriert.
Die Bauarten
Einzelne Solarziegel haben die Form eines normalen Dachziegels oder einer Dachplatte und werden Stück für Stück verlegt. Die Solarfläche je Ziegel ist klein, die Leistung entsprechend gering.
Indach-Module sind größere Solarplatten, die statt der Ziegel in die Dachfläche eingesetzt werden und mit Anschlussblechen an die umgebende Eindeckung anschließen. Sie sind ein Mittelweg: fast so leistungsfähig wie aufgesetzte Module, aber flächenbündig.
Mehrere große Dachziegelhersteller bieten eigene Systeme an, die zu ihren Ziegelformen passen. Das erleichtert den Anschluss an die restliche Dachfläche.

Leistung und Wirkungsgrad
Die Zellen selbst sind meist monokristallin und damit so gut wie in normalen Modulen. Weniger Ertrag entsteht durch die Einbausituation: Aufgesetzte Module werden von unten belüftet, Solarziegel liegen dicht in der Dachfläche und werden im Sommer heißer. Mit steigender Temperatur sinkt die Leistung von Siliziumzellen spürbar. Dazu kommt, dass ein Teil jeder Ziegelfläche von Rahmen und Überlappung belegt ist.
In der Praxis bedeutet das: Für dieselbe Leistung in Kilowatt Peak brauchen Sie mit Solarziegeln mehr Dachfläche als mit Modulen.
Solarziegel oder Module?
Dafür
| Dagegen
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Für welche Dächer sie passen
Sinnvoll sind Solarziegel vor allem bei einer Neueindeckung: Wenn das Dach ohnehin neu gedeckt wird, fällt ein Teil der Ziegelkosten weg. Auf einem intakten Dach, das noch Jahrzehnte hält, ist das Nachrüsten mit Modulen fast immer wirtschaftlicher.
Die Dachfläche sollte nach Süden, Osten oder Westen zeigen und eine Neigung haben, die zum System passt. Verschattung durch Gauben, Schornsteine oder Bäume wirkt sich bei vielen kleinen Einheiten besonders ungünstig aus, weil die Ziegel meist in Reihe verschaltet sind.
Denkmalschutz und Gestaltungssatzung
In historischen Ortskernen oder bei denkmalgeschützten Gebäuden sind aufgesetzte Module oft nicht erlaubt. Solarziegel in Ziegelfarbe haben dort bessere Chancen, eine Genehmigung sind sie aber nicht automatisch. Klären Sie vor der Bestellung mit der Denkmalbehörde, was zulässig ist. Manche Gemeinden haben auch Gestaltungssatzungen, die Farbe und Form der Dacheindeckung vorschreiben.
Einbau
Die Verlegung ist Sache eines Dachdeckers, der mit dem System vertraut ist, der elektrische Anschluss Sache einer Elektrofachkraft. Die Unterkonstruktion aus Lattung und Unterspannbahn bleibt im Prinzip wie bei einem normalen Ziegeldach, die Kabel laufen hinter den Ziegeln zum Wechselrichter. Arbeiten auf dem Dach sind mit Absturzgefahr verbunden und gehören mit Sicherung und Gerüst ausgeführt. Wer darf was selbst machen, steht unter Eigenmontage einer PV-Anlage.
Haltbarkeit
Solarziegel müssen zwei Aufgaben gleichzeitig erfüllen: Strom liefern und das Dach dicht halten. Hersteller geben für die Zellen meist Leistungsgarantien über 20 bis 25 Jahre, für die Dachfunktion ähnliche Zeiträume. Die Erfahrungswerte sind aber kürzer als bei klassischen Modulen, die seit Jahrzehnten auf Dächern liegen. Ein defekter Ziegel lässt sich einzeln tauschen – das ist ein Vorteil gegenüber großen Indach-Modulen.
Typische Fehler bei der Planung
- Nur auf den Ziegelpreis geschaut. Entscheidend ist der Preis je Kilowatt Peak einschließlich Montage, Wechselrichter und Anschluss.
- Verschattung unterschätzt. Ein Schornstein, der am Nachmittag über die Dachfläche wandert, kostet bei Reihenschaltung mehr Ertrag als gedacht.
- Dachdecker und Elektriker nicht abgestimmt. Wer die Kabelwege plant, bevor die Ziegel liegen, spart später das Aufdecken.
- Unterkonstruktion vergessen. Ein altes Dach mit maroder Lattung wird durch neue Ziegel nicht besser.
Kosten
Rechnen Sie mit deutlich höheren Kosten als für ein normales Ziegeldach plus aufgesetzte Photovoltaik. Die Aufpreise schwanken stark nach System, Dachform und Region. Holen Sie mehrere Angebote ein und lassen Sie sich den Preis je Kilowatt Peak und den erwarteten Jahresertrag nennen, damit Sie vergleichen können. Allgemeines zur Wirtschaftlichkeit unter Photovoltaik für Selbsterzeuger.
Häufige Fragen
Kann ich Solarziegel mit einem Speicher kombinieren?
Ja. Der Speicher hängt am Wechselrichter, nicht an den Ziegeln. Ob er sich rechnet, hängt vom Verbrauchsprofil ab.
Brauche ich eine Genehmigung?
Für Photovoltaik auf Wohnhäusern meist nicht, außer bei Denkmalschutz oder besonderen Satzungen. Die Anlage muss im Marktstammdatenregister angemeldet werden.
Gibt es Alternativen?
Schwarze Vollflächenmodule, flächenbündige Indach-Module oder eine Anlage auf dem Carport, siehe Carport mit Solardach.



