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Heimwerker-Berater

Stromprüfer Messgerät

Werkzeugvon Christoph4 Min. · 11 Abschnitte
Stromprüfer Messgerät
Inhalt11 Abschnitte
  1. Die drei Bauarten
  2. Warum der Phasenprüfer nicht reicht
  3. Der berührungslose Tester
  4. Der zweipolige Spannungsprüfer
  5. Was ein guter Prüfer anzeigt
  6. Spannungsprüfer oder Multimeter
  7. Die fünf Sicherheitsregeln
  8. Den Prüfer selbst prüfen
  9. Worauf Sie beim Kauf achten
  10. Typische Fehler
  11. Häufige Fragen

Ein Stromprüfer – korrekt: Spannungsprüfer – stellt fest, ob an einem Leiter Spannung anliegt. Das klingt nach einer Nebensache und ist die wichtigste Messung überhaupt, denn sie entscheidet, ob man an eine Leitung fassen darf. Dafür taugt nur ein zweipoliger Spannungsprüfer nach Norm, kein Phasenprüf-Schraubendreher und kein berührungsloser Tester.

Die drei Bauarten

GerätWie es prüftTaugt zum Feststellen der Spannungsfreiheit
Phasenprüfer (Schraubendreher mit Glimmlampe)Einpolig, der Körper des Anwenders schließt den Kreisnein
Berührungsloser SpannungsprüferErkennt das elektrische Feld durch die Isolierungnein, nur zur Orientierung
Zweipoliger SpannungsprüferMisst zwischen zwei Kontaktspitzenja

Warum der Phasenprüfer nicht reicht

Der Phasenprüfer-Schraubendreher leuchtet, wenn man den Außenleiter berührt und mit dem Finger die Kappe anfasst. Er hängt aber davon ab, wie gut Sie geerdet sind: Auf Holzboden, mit Gummisohlen oder auf einer Leiter kann die Lampe dunkel bleiben, obwohl Spannung anliegt. Einen fehlenden Neutralleiter oder eine Spannung zwischen zwei Außenleitern erkennt er nicht. Ein Gerät, das bei Gefahr schweigen kann, ist kein Prüfgerät.

Der berührungslose Tester

Er piept oder leuchtet, wenn man ihn an ein Kabel oder eine Steckdose hält. Das ist praktisch, um einen Leitungsverlauf grob zu finden oder um schnell zu sehen, welche Sicherung welchen Stromkreis abschaltet. Für die Sicherheit ist er ungeeignet, weil abgeschirmte Kabel, tief liegende Leitungen und leere Batterien ihn täuschen. Wer Leitungen in der Wand sucht, ist mit einem Kabelsuchgerät besser bedient.

Der zweipolige Spannungsprüfer

Er hat zwei Prüfspitzen, eine Anzeige (LEDs, Zeiger oder Display) und meist eine Last, die kleine Störspannungen abbaut. Für Niederspannung bis 1000 V Wechselspannung gilt die Norm DIN EN 61243-3, die früher unter VDE 0682-401 lief. Gute Geräte zeigen zusätzlich Drehfeld, Durchgang und die Phase über eine Einhandelektrode an. Ausführlicher zu Geräten mit Anzeige steht unter Digitaler Spannungsprüfer.

Stromprüfer Messgerät mit Display
Stromprüfer Messgerät mit Display (digitaler Spannungsprüfer). | Foto: alho007 / Depositphotos.com

Was ein guter Prüfer anzeigt

Die einfachste Anzeige ist eine LED-Stufenleiter mit festen Spannungswerten, etwa 12, 50, 120, 230 und 400 V. Sie ist robust und auch bei Sonnenlicht ablesbar. Digitale Anzeigen zeigen den genauen Wert und oft zusätzlich die Frequenz. Wichtig ist eine Warnanzeige für gefährliche Spannung, die unabhängig vom Display und möglichst auch ohne Batterie funktioniert. Eine Vibration im Griff hilft, wenn man gerade nicht auf das Gerät schaut.

Spannungsprüfer oder Multimeter

Ein Multimeter kann Spannung messen, ist aber kein Spannungsprüfer im Sinne der Norm. Es hat keine Last, zeigt daher auch harmlose Blindspannungen an, und eine falsch gewählte Messart (etwa Strom statt Spannung) kann an Netzspannung gefährlich werden. Außerdem hängt es an einer Batterie; ein zweipoliger Prüfer zeigt Spannungen ab etwa 50 V auch ohne Batterie an. Für die Frage „Kann ich hier anfassen?“ ist der Spannungsprüfer das richtige Werkzeug.

Die fünf Sicherheitsregeln

Elektriker arbeiten nach einer festen Reihenfolge, bevor sie an einer Anlage arbeiten:

  1. Freischalten. Sicherung oder Schalter aus.
  2. Gegen Wiedereinschalten sichern. Sicherungsautomat abkleben oder mit Sperre versehen, Zettel dran.
  3. Spannungsfreiheit allpolig feststellen. Mit dem zweipoligen Prüfer zwischen allen Leitern und gegen Schutzleiter.
  4. Erden und kurzschließen. Bei Hausinstallation meist entbehrlich, in größeren Anlagen Pflicht.
  5. Benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken.

Arbeiten an der Hausinstallation am Netz sind Sache einer Elektrofachkraft. Die Regeln sind aber auch für Heimwerker wichtig, etwa beim Tausch einer Leuchte, wo schon das Feststellen der Spannungsfreiheit oft falsch gemacht wird.

Den Prüfer selbst prüfen

Ein Spannungsprüfer, der „keine Spannung“ anzeigt, kann auch einfach defekt sein. Deshalb: vor und nach der Messung an einer bekannten Spannungsquelle testen, etwa an einer funktionierenden Steckdose. Nur wenn er dort anzeigt, gilt das Ergebnis dazwischen. Viele Geräte haben einen Selbsttest, der aber nicht die Prüfspitzen und Leitungen einschließt.

Worauf Sie beim Kauf achten

  • Aufdruck der Norm DIN EN 61243-3 und eine Messkategorie, für die Hausinstallation mindestens CAT III.
  • Anzeige, die auch ohne Batterie funktioniert.
  • Prüfspitzen mit Schutzkappen; die Kappen gehören bei der Arbeit an Steckdosen meist ab, im Verteiler oft drauf.
  • Robuste Verbindungsleitung, die nicht bricht.

Gute Zweipolprüfer kosten 30 bis 80 Euro, Profigeräte mit Display und Zusatzfunktionen mehr. Berührungslose Tester gibt es ab etwa 10 Euro – als Ergänzung, nicht als Ersatz.

Typische Fehler

  • Nur einen Leiter geprüft. Spannungsfreiheit heißt: zwischen allen Leitern und gegen Erde keine Spannung.
  • Falsche Sicherung. Beschriftungen im Verteiler stimmen oft nicht. Erst messen, dann glauben.
  • Berührungslosem Tester vertraut. Er ist ein Hinweisgeber, keine Freigabe.
  • Prüfer nicht getestet. Leere Batterie oder gebrochene Leitung, und das Gerät meldet alles sei aus.

Häufige Fragen

Was kostet ein Spannungsprüfer?

Zweipolige Geräte nach Norm ab etwa 30 Euro, Markengeräte mit Display 50 bis 100 Euro.

Darf ich als Laie Spannung prüfen?

Prüfen ja, etwa ob eine Steckdose funktioniert. Arbeiten an der festen Installation bleiben aber der Elektrofachkraft vorbehalten.

Was bedeutet Hochspannung in diesem Zusammenhang?

Alles über 1000 V Wechselspannung. Dafür gibt es eigene Prüfgeräte nach IEC 61243-1, die nur von Fachpersonal eingesetzt werden.

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