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Heimwerker-Berater

Gelbsticker

Gartenvon Christoph4 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie Gelbsticker funktionieren
  2. Welche Insekten hängen bleiben
  3. Früherkennung und Kontrolle
  4. Richtig einsetzen
  5. Draußen mit Bedacht
  6. Trauermücken wirklich loswerden
  7. Vorbeugen bei Zimmerpflanzen
  8. Weiße Fliege und Blattläuse
  9. Alternativen zum Gelbsticker
  10. Häufige Fragen

Gelbsticker sind kleine, gelbe Leimkarten, die man in Blumentöpfe steckt. Fliegende Insekten werden von der Farbe angelockt und bleiben am Leim hängen. Sie sind vor allem ein Frühwarnsystem – gegen einen starken Befall allein helfen sie selten, aber sie zeigen, dass etwas im Anflug ist.

Wie Gelbsticker funktionieren

Viele Schadinsekten fliegen gezielt auf ein bestimmtes Gelb, weil es für sie nach jungen Blättern aussieht. Die Karten sind beidseitig mit einem insektizidfreien Leim beschichtet, der auch nach Wochen nicht austrocknet. Gelbsticker sind die kleine Variante für Töpfe, meist auf einem Stäbchen. Die größeren Gelbtafeln hängt man in Gewächshäuser, Wintergärten oder Obstbäume.

Welche Insekten hängen bleiben

  • Trauermücken. Die kleinen schwarzen Mücken über feuchter Blumenerde, der häufigste Grund für Gelbsticker.
  • Weiße Fliegen. Vor allem an Tomaten, Kohl und Zimmerpflanzen im Wintergarten.
  • Geflügelte Blattläuse. Die meisten Blattläuse sitzen flügellos an den Pflanzen; die geflügelten gründen neue Kolonien.
  • Minierfliegen an Gemüse und Zierpflanzen.
  • Kirschfruchtfliege. Gegen sie hängt man im Frühsommer Gelbtafeln in den Kirschbaum.

Für Thripse eignen sich Blautafeln besser, weil diese Insekten stärker auf Blau reagieren.

Früherkennung und Kontrolle

Im Gewächshaus und bei Zimmerpflanzen zeigen die Karten früh, was fliegt und wie viel. Ein oder zwei Weiße Fliegen auf der Tafel sind ein Warnsignal; Dutzende pro Woche bedeuten, dass sich eine Population aufgebaut hat. Wer die Karten regelmäßig kontrolliert und die Fänge grob zählt, sieht, ob eine Bekämpfung wirkt. Wechseln Sie die Karten, wenn sie voll sind oder verstaubt, spätestens nach einigen Wochen.

Richtig einsetzen

  1. Nah an den Pflanzen. Gelbsticker direkt in den Topf stecken, knapp über der Erde für Trauermücken, auf Blatthöhe für Weiße Fliege.
  2. Nicht zu viele. Bei Zimmerpflanzen reicht ein Sticker je Topf oder Gruppe. Im Gewächshaus rechnet man grob mit einer Tafel je paar Quadratmetern.
  3. Vorsicht beim Anbringen. Der Leim klebt an Fingern, Haaren und Blättern hartnäckig. Karten am Rand anfassen.
  4. Kinder und Haustiere. Katzen, die an Pflanzen spielen, können am Leim hängen bleiben.

Gelbsticker entfernen, sobald der Befall vorbei ist, sonst fangen sie weiter auch harmlose Insekten.

Draußen mit Bedacht

Im Freien fangen Gelbtafeln nicht nur Schädlinge. Auch Nützlinge wie Schlupfwespen, Schwebfliegen und Florfliegen fliegen auf Gelb, und manchmal Wildbienen. Setzen Sie Gelbtafeln im Garten deshalb gezielt und zeitlich begrenzt ein, zum Beispiel im Kirschbaum während der Flugzeit der Kirschfruchtfliege. Als Dauerlösung sind sie draußen ungeeignet.

Trauermücken wirklich loswerden

Die fliegenden Trauermücken sind lästig, der Schaden entsteht aber durch die Larven in der Erde, die an Wurzeln fressen. Gelbsticker fangen nur die erwachsenen Tiere. Gegen die Larven helfen:

  • Gießen reduzieren. Trauermücken lieben dauerfeuchte Erde. Die oberste Schicht zwischen den Wassergaben abtrocknen lassen, besser von unten gießen.
  • Abdecken mit Sand. Eine 1 cm dicke Schicht Quarzsand auf der Erde erschwert die Eiablage.
  • Nematoden. Winzige Fadenwürmer der Art Steinernema feltiae, die mit dem Gießwasser ausgebracht werden und die Larven befallen. Sie wirken gut und sind für Menschen und Haustiere unbedenklich.
  • Neue Erde. Bei sehr starkem Befall die Pflanze in frische, gut abgetrocknete Erde umtopfen.

Die Kombination aus Gelbstickern gegen die Mücken und Nematoden gegen die Larven unterbricht den Kreislauf am zuverlässigsten.

Vorbeugen bei Zimmerpflanzen

Die meisten Trauermücken kommen mit der Erde ins Haus. Lagern Sie angebrochene Erdsäcke gut verschlossen, am besten draußen oder im Keller, denn offene, feuchte Säcke sind ideale Brutstätten. Leeren Sie Untersetzer nach dem Gießen aus, damit keine Staunässe entsteht. Und topfen Sie neu gekaufte Pflanzen, die bereits Mücken mitbringen, bei Bedarf gleich in frische Erde um. Wer seltener, aber gründlich gießt, hat deutlich weniger Trauermücken.

Weiße Fliege und Blattläuse

Gegen Weiße Fliegen im Gewächshaus hilft der Einsatz von Schlupfwespen der Art Encarsia formosa, die die Larven parasitieren. Gelbtafeln und Nützlinge vertragen sich schlecht, denn auch die Schlupfwespen bleiben kleben. Hängen Sie die Tafeln deshalb vor dem Nützlingseinsatz ab oder reduzieren Sie sie auf wenige Kontrollkarten. Gegen Blattläuse sind Marienkäfer, Florfliegenlarven und ein kräftiger Wasserstrahl die bewährten Mittel.

Alternativen zum Gelbsticker

Gegen fliegende Insekten im Haus gibt es auch Lichtfallen mit UV-Licht, siehe Elektrische Fliegenfalle. Sie eignen sich eher gegen Fliegen und Mücken als gegen Pflanzenschädlinge. Ultraschallgeräte wirken bei Insekten nach allem, was bekannt ist, nicht verlässlich; dazu mehr beim Ultraschall-Schädlingsbekämpfer. Wer Nützlinge fördern will, schafft ihnen Quartiere, etwa mit einem Insektenhotel.

Häufige Fragen

Sind Gelbsticker giftig?

Nein, der Leim enthält in der Regel kein Insektizid. Er ist aber sehr klebrig und lässt sich von der Haut am besten mit Speiseöl entfernen.

Wie lange halten sie?

Der Leim bleibt über Monate klebrig. Die Karten werden aber von Staub und Fängen unbrauchbar und sollten nach einigen Wochen gewechselt werden.

Kann ich Gelbsticker selbst machen?

Ja, aus gelbem Karton und Raupenleim. Die Wirkung hängt aber stark vom Gelbton ab; gekaufte Karten sind darauf abgestimmt.

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