Löwenzahnstecher

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Ein Löwenzahnstecher ist ein Unkrautstecher mit gabelförmiger oder spitzer Klinge, mit dem Sie Löwenzahn samt Pfahlwurzel aus dem Rasen holen. Es kommt nur auf die Wurzel an: Bleibt ein Stück im Boden, treibt der Löwenzahn nach ein paar Wochen wieder aus. Ein guter Stecher und feuchter Boden machen den Unterschied.
Warum der Löwenzahn so hartnäckig ist
Löwenzahn bildet eine fleischige Pfahlwurzel, die bei ausgewachsenen Pflanzen oft 20 bis 30 cm tief reicht, bei alten Pflanzen deutlich tiefer. Aus jedem Stück dieser Wurzel, das im Boden bleibt, kann eine neue Pflanze wachsen. Wer den Löwenzahn nur abreißt oder abmäht, fördert ihn eher, denn die Pflanze treibt kräftiger aus.
Dazu kommt die Vermehrung über Samen. Eine Pflanze bildet mehrere Pusteblumen mit jeweils mehr als hundert Samen, die der Wind weit verteilt. Deshalb gilt: stechen, bevor die Pusteblumen reif sind.
Die Bauformen
- Handstecher. Eine schmale, V-förmig gekerbte Klinge an einem kurzen Griff, etwa 30 bis 40 cm lang. Sie arbeiten kniend oder gebückt, dafür sehr genau. Günstig und bewährt.
- Stehstecher mit Auswerfer. Ein langer Stiel mit mehreren Stahlspitzen am Ende, die um die Pflanze herum in den Boden gestoßen werden. Durch Drehen und Ziehen kommt die Pflanze mit einem Erdkegel heraus, ein Schieber wirft sie ab. Arbeit im Stehen, ideal bei vielen Pflanzen und für den Rücken.
- Stecher mit Hebelfuß. Die Klinge wird mit dem Fuß in den Boden getreten, der Hebel am Fuß holt die Wurzel heraus.
- Fugenkratzer mit Stecherspitze. Kombigeräte für Fugen und Rasen, eher für einzelne Pflanzen.

So stechen Sie richtig
- Boden feucht. Nach einem Regen oder nach dem Gießen löst sich die Wurzel viel leichter. Aus trockenem Boden reißt sie ab.
- Nah an der Pflanze ansetzen. Die Klinge etwa 3 bis 5 cm neben der Blattrosette senkrecht und möglichst tief einstechen, parallel zur Wurzel.
- Hebeln. Den Griff nach unten drücken, die Klinge hebt die Wurzel an.
- Nachgreifen. Mit der anderen Hand die Blattrosette fassen und die Wurzel gleichmäßig herausziehen, während der Stecher hebelt.
- Wurzel prüfen. Ist sie am Ende abgebrochen, das Loch vertiefen und den Rest suchen.
- Loch schließen. Mit Erde auffüllen und etwas Rasensaat einstreuen.
Bei Stehstechern mit Auswerfer entfällt das Bücken: aufsetzen, eintreten, drehen, herausziehen, auswerfen.
Der beste Zeitpunkt
Im zeitigen Frühjahr, bevor die Pflanzen blühen, und im Herbst, wenn der Boden feucht ist. Junge Pflanzen haben noch kurze Wurzeln und sind leicht zu entfernen. Im Hochsommer bei trockenem Boden ist es mühsam und oft vergeblich.
Worauf Sie beim Kauf achten
- Klinge aus rostfreiem oder beschichtetem Stahl. Sie steckt dauernd in feuchter Erde.
- Länge der Klinge oder Spitzen von mindestens 12 bis 15 cm, sonst erreichen Sie die Wurzel nicht.
- Stabile Verbindung zwischen Klinge und Griff. Beim Hebeln wirken große Kräfte, genietete Billigmodelle brechen dort.
- Griff, der gut in der Hand liegt, rutschfest auch mit Handschuhen.
- Bei Stehstechern: Gewicht unter 1,5 kg, ein funktionierender Auswerfer und ein Fußtritt.
Warum Löwenzahn überhaupt wächst
Löwenzahn besiedelt Lücken. Ein dichter, gesunder Rasen lässt ihm kaum Platz. Wer nur sticht und nichts am Rasen ändert, sticht jedes Jahr wieder. Dauerhaft hilft:
- regelmäßig düngen, damit das Gras kräftig wächst, siehe Rasendünger je Jahreszeit,
- nicht zu kurz mähen, 4 bis 5 cm sind gut,
- Lücken sofort nachsäen,
- verdichteten Boden lockern und vertikutieren.
Weitere Werkzeuge gegen Unkraut im Rasen stellt der Beitrag Unkraut im Rasen bekämpfen vor.
Wenn der ganze Rasen gelb blüht
Bei einzelnen Pflanzen ist der Stecher in ein paar Minuten fertig. Steht der Rasen dagegen voller Löwenzahn, lohnt sich ein Plan statt eines Wochenendes auf den Knien. Stechen Sie zuerst die großen, alten Pflanzen, die am meisten Samen bilden, und schneiden Sie die Blüten der übrigen bis dahin ab, damit keine neuen Samen reifen.
Arbeiten Sie die Fläche danach in Abschnitten ab, jeweils nach einem Regentag. Säen Sie die entstandenen Lücken sofort nach und halten Sie sie feucht, bis das Gras aufgelaufen ist. Liegt die Ursache in einem stark ausgehungerten oder verdichteten Rasen, kann eine Renovierung mit Vertikutieren, Düngen und flächiger Nachsaat schneller zum Ziel führen als jahrelanges Einzelstechen.
Stechen statt spritzen
Herbizide gegen zweikeimblättrige Unkräuter im Rasen gibt es, doch ihr Einsatz ist streng geregelt, und auf befestigten Flächen wie Wegen und Einfahrten sind Pflanzenschutzmittel generell verboten, auch Hausmittel wie Essig oder Salz. Im Hausgarten reicht der Stecher bei regelmäßigem Einsatz völlig. Für Fugen im Pflaster eignen sich eine Unkrautbürste oder ein elektrischer Fugenreiniger.
Häufige Fragen
Was kostet ein Löwenzahnstecher?
Einfache Handstecher gibt es ab etwa 5 bis 10 Euro, gute Modelle aus Edelstahl 15 bis 30 Euro. Stehstecher mit Auswerfer kosten 25 bis 50 Euro.
Kann ich den Löwenzahn auf den Kompost geben?
Blätter ohne Blüten ja. Wurzeln und Pusteblumen besser in die Biotonne, denn im Kompost können die Wurzeln austreiben und die Samen überleben.
Ist Löwenzahn nicht nützlich?
Doch. Er ist eine wichtige Frühjahrsnahrung für Wildbienen, und die jungen Blätter sind essbar. Wer eine Ecke mit Löwenzahn am Rand stehen lässt und nur im Rasen sticht, hat beides.


