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Heimwerker-Berater

Elektrischer Unkrautvernichter

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Elektrischer Unkrautvernichter
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie die Hitze wirkt
  2. So wenden Sie ihn richtig an
  3. Die Grenze: Wurzelunkräuter
  4. Wo er sich lohnt
  5. Elektrisch oder mit Gas?
  6. Typische Fehler
  7. Brandgefahr ernst nehmen
  8. Stromverbrauch und Kabel
  9. Häufige Fragen

Ein elektrischer Unkrautvernichter arbeitet mit Hitze statt Chemie: Ein Heizelement erzeugt heiße Luft von mehreren hundert Grad, die auf die Pflanze geblasen wird. Das Unkraut muss dabei nicht verbrennen – es reicht, wenn die Zellen platzen. Die Pflanze welkt dann innerhalb weniger Tage ab.

Wie die Hitze wirkt

Pflanzenzellen bestehen zu einem großen Teil aus Wasser und Eiweiß. Schon ab etwa 50 bis 70 °C gerinnt das Eiweiß, die Zellwände platzen, die Leitungsbahnen versagen. Das sieht man nicht sofort: Direkt nach der Behandlung wirkt die Pflanze oft nur etwas dunkler. Ein oder zwei Tage später ist sie welk und braun.

Die Geräte erreichen an der Düse Temperaturen von 500 bis 650 °C bei einer Leistung von meist 2000 W. Das ist weit mehr als nötig – entsprechend kurz muss die Hitze einwirken.

So wenden Sie ihn richtig an

  1. Gerät vorheizen. Die meisten Modelle brauchen etwa eine Minute, bis die volle Temperatur anliegt.
  2. Düse direkt über die Pflanze halten, wenige Zentimeter Abstand, bei manchen Aufsätzen mit direktem Kontakt.
  3. Wenige Sekunden je Pflanze. Etwa 3 bis 10 Sekunden reichen, je nach Größe. Wer so lange hält, bis die Pflanze schwarz ist, verschwendet Strom und Zeit.
  4. Nicht nachbessern. Die Wirkung tritt verzögert ein. Nach zwei Tagen prüfen, was wirklich noch lebt.
  5. Wiederholen. Nach etwa zwei bis vier Wochen, wenn neue Triebe kommen.

Am besten wirkt die Methode bei jungen Pflanzen, solange sie nur wenige Zentimeter hoch sind. Große, holzige Unkräuter übersteht nur die Wurzel – aber die überlebt oft.

Die Grenze: Wurzelunkräuter

Löwenzahn, Giersch, Quecke, Ackerwinde und Distel haben tiefe Pfahl- oder Kriechwurzeln mit Nährstoffreserven. Die Hitze tötet die oberirdischen Teile, die Wurzel treibt wieder aus. Das bedeutet nicht, dass der Unkrautvernichter nutzlos ist: Wer regelmäßig wiederholt, hungert die Wurzel aus, weil sie ständig Kraft in neue Blätter stecken muss. Es dauert nur eine ganze Saison.

Für Einzelpflanzen mit Pfahlwurzel ist mechanisches Ausstechen oft schneller. Für Fugen mit Moos und Flächenbewuchs sind Unkrautbürste oder elektrischer Fugenreiniger die bessere Wahl.

Wo er sich lohnt

  • Pflasterfugen, Gehwege, Einfahrten, auf denen Unkraut nicht mit Herbiziden bekämpft werden darf.
  • Kiesflächen und Schotterbeete, wo Jäten mühsam ist.
  • Terrassenränder und Treppenstufen, wo mit der Hand schwer heranzukommen ist.

Auf befestigten Flächen sind Pflanzenschutzmittel verboten, und das schließt auch Hausmittel wie Essig und Salz ein. Die thermische Methode ist dort eine zulässige Alternative. Mehr zur Vorbeugung finden Sie unter Fugen reinigen und Fugensand.

Elektrisch oder mit Gas?

Elektrisch
  • Keine offene Flamme
  • Keine Gasflasche nötig
  • Leicht, leise, sofort einsatzbereit
  • Gut dosierbar in engen Fugen
Gas-Abflammgerät
  • Kabelfrei, auch weit vom Haus
  • Mehr Leistung für große Flächen
  • Offene Flamme, höhere Brandgefahr
  • Kartusche oder Flasche muss nachgekauft werden

Für normale Hausgrundstücke mit Terrasse und Einfahrt reicht das elektrische Gerät. Große Hofflächen oder weitläufige Wege erledigt ein Gasbrenner schneller.

Typische Fehler

  • Zu lange draufgehalten. Schwarz verkohlte Pflanzen sind nicht toter als welke, nur teurer.
  • Zu spät angefangen. Kniehohes Unkraut in den Fugen braucht ein Vielfaches an Zeit und wächst trotzdem nach.
  • Einmal im Jahr statt regelmäßig. Wurzelunkräuter erholen sich zwischen zwei Durchgängen vollständig, wenn zu viel Zeit vergeht.
  • Bei Trockenheit an Hecken gearbeitet. Ein einziger Funke im trockenen Laub unter der Hecke genügt.
  • Fugen nicht nachgefüllt. Wo nach dem Abflämmen offene Fugen bleiben, keimt das nächste Unkraut sofort. Auskehren und mit Sand neu verfüllen.

Brandgefahr ernst nehmen

Trockenes Laub, Rindenmulch, Hecken und Nadelgehölze wie Thuja fangen schnell Feuer. Behandeln Sie Unkraut an Beeträndern deshalb nur bei feuchtem Wetter oder nach dem Gießen, und halten Sie einen Eimer Wasser oder den Gartenschlauch bereit. Kunststoffkanten, Holz und WPC-Dielen verformen oder verfärben sich bei 600 °C in Sekunden. Auch Kabel und Gartenschläuche in der Nähe gehören aus dem Weg.

Nach dem Arbeiten die Düse auf einer nicht brennbaren Fläche abkühlen lassen, niemals im Gras ablegen.

Stromverbrauch und Kabel

Ein 2000-W-Gerät verbraucht in einer Stunde rund 2 kWh. Da die meiste Zeit zwischen den Pflanzen gelaufen wird, liegt der tatsächliche Verbrauch je Einsatz meist deutlich darunter. Das Kabel ist kurz, meist wenige Meter; die Verlängerung sollte für draußen zugelassen und bei großer Länge ausreichend dick sein. Akkugeräte gibt es vereinzelt, sie reichen aber in Leistung und Laufzeit meist nicht an Netzgeräte heran.

Häufige Fragen

Was kostet ein elektrischer Unkrautvernichter?

Einfache Geräte gibt es ab etwa 30 Euro, gut verarbeitete Modelle mit mehreren Aufsätzen und Temperaturregelung liegen bei 50 bis 100 Euro.

Taugen die Geräte etwas?

Für Fugen und junges Unkraut ja. Wer ein einmaliges Wundermittel gegen Giersch erwartet, wird enttäuscht. Eine Einordnung eines konkreten Modells bietet der Praxistest des Gloria Thermoflamm bio Electro.

Kann ich damit auch im Rasen arbeiten?

Nur sehr gezielt, weil das Gras rundum ebenfalls abstirbt. Für den Rasen sind Unkrautstecher besser, siehe Unkraut im Rasen bekämpfen.

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4 Leserkommentare

  1. Robert Becker

    Gibt es so etwas auch mit Akku?

    1. Mauricio

      Ja, allerdings handelt es sich dabei um Produkte, die mit heißem Wasser bzw. Wasserdampf arbeiten. Dies ist jedoch kein Nachteil, die Anwendug dieser Geräte ist sehr komfortabel.

      Der Artikel wurde entsprechend aktualisiert. Vielen Dank für Ihre Anregung!

  2. Monika Masur

    Ich hab mir auch einen elektrischen Unkrautvernichter gekauft mit der Art.-Nr:: 6099332. In der Bedienungsanleitung steht unter Pkt. Allgemeine Sicherheitsmaßnahmen: "Der Netzstecker des Elektrowerkzeuges muss in die Steckdose passen. Verwenden Sie keine Adapterstecker gemeinsam mit schutzgeerdeten Elektrowerkzeugen."

    Was heißt das für mich. Mein Unkrautvernichter hat ja nur ein Kabel von 2 Metern. Da muss ich doch ein Verlängerungskabel benutzen oder, das darf ich doch. Sonst kann ich ja den Unkrautvernichter nicht benutzen.

    Danke für die Antworten.

    1. Heiko

      Hi,

      ich denke es handelt sich hier um 2 verschiedene Sachen, sprich: ein Verlängerungskabel ist kein Adapterstecker.

      Wie Sie schon sagen, ohne ein Verlängerungskabel ist die Nutzung des Unkrautvernichters so gut wie unmöglich... Ich benutze jedenfalls meinen Kabeltrommel dafür und alles klappt prima.

      Beste Grüße.

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