Unkrautvlies
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Ein Unkrautvlies ist eine luft- und wasserdurchlässige Bahn aus Kunststofffasern, die auf dem Boden ausgelegt wird und Unkraut das Licht nimmt. Unter Kies, Wegen und Gehölzen spart es jahrelang Arbeit. In einem Staudenbeet oder einem Garten, der sich entwickeln soll, ist es oft ein Fehler, den man erst nach drei Jahren bemerkt.
Wie es wirkt
Unkrautsamen keimen im Licht. Das Vlies deckt den Boden ab, sodass Samen, die bereits im Boden liegen, keine Chance mehr haben. Gleichzeitig lässt es Wasser und Luft durch, anders als eine Folie, unter der der Boden erstickt und fault. Nebeneffekte: Der Boden trocknet langsamer aus und erwärmt sich im Frühjahr etwas schneller.
Was es nicht verhindert: Unkraut, das von oben in die Schicht über dem Vlies einweht und dort in Humus oder Mulch keimt. Und kräftige Wurzelunkräuter wie Quecke oder Giersch, die mit spitzen Trieben dünnes Vlies durchstoßen können.
Die Grammatur
Die Stärke wird in Gramm je Quadratmeter angegeben.
| Grammatur | Einsatz |
| um 50 g/m² | Beete unter Mulch, kurzfristige Abdeckung |
| 80–100 g/m² | Gehölzflächen, Beete mit Rindenmulch, mehrere Jahre |
| 120–150 g/m² und mehr | unter Kies und Splitt, Gartenwege, gegen Wurzelunkräuter |
Neben dem Vlies gibt es Bändchengewebe: aus flachen Kunststoffbändern gewoben, reißfester und trittfester, dafür etwas weniger wasserdurchlässig. Es wird vor allem im Erwerbsgartenbau und unter Wegen eingesetzt.
Die richtigen Einsatzorte
- Unter Kies- und Splittwegen. Hier trennt das Vlies zugleich Kies und Erde, damit der Kies nicht im Boden versinkt.
- Gehölz- und Strauchflächen mit Rindenmulch, die möglichst wenig Pflege brauchen sollen.
- Unter Terrassen aus Holz oder WPC, damit unter den Dielen nichts wächst.
- Erdbeerbeete und Gemüsekulturen, bei denen das Vlies für eine Saison liegt und dann wieder abgenommen wird.
- Neuanlagen, bei denen der Boden voller Samen ist, als Übergangslösung für ein bis zwei Jahre.
Wo es schadet
In Staudenbeeten, in denen sich Pflanzen über Ausläufer oder Samen ausbreiten sollen, verhindert das Vlies genau das. Das Beet bleibt so lückig, wie es gepflanzt wurde. Regenwürmer können kein Laub mehr in den Boden ziehen, der Boden verarmt unter dem Vlies.
Ein zweites Problem: Auf dem Vlies bildet sich mit den Jahren eine Humusschicht aus Staub und zersetztem Mulch. Darin keimt das Unkraut dann trotzdem, nur liegt es jetzt auf einer Plastikschicht, durch die es wurzelt. Das Entfernen wird mühsamer als vorher.
Und ein drittes: Das Vlies ist Kunststoff. Wer es irgendwann wieder herausholen will, holt es in Fetzen heraus, und was im Boden bleibt, zerfällt zu Mikroplastik. Für ein Steinbeet mit dichter Bepflanzung ist ein Vlies deshalb meist überflüssig.
Richtig verlegen
- Boden vorbereiten. Unkraut samt Wurzeln entfernen, den Boden glatt rechen. Steine und Wurzelreste würden das Vlies von unten beschädigen.
- Bahnen ausrollen, Stöße 10 bis 20 cm überlappen lassen. Ohne Überlappung wächst das Unkraut genau in der Fuge.
- Mit Erdankern fixieren, am Rand und an den Überlappungen etwa alle 50 cm bis 1 m.
- Pflanzstellen schneiden. Ein Kreuzschnitt, die Laschen nach unten umschlagen, Pflanze setzen, Laschen wieder anlegen.
- Abdecken. Mit 5 cm Rindenmulch, Holzhäcksel, Kies oder Splitt. Das schützt das Vlies vor UV-Licht und sieht besser aus.
Warum es abgedeckt sein muss
Unbedecktes Vlies zersetzt sich im Sonnenlicht innerhalb weniger Jahre, wird brüchig und zerfällt in Fasern, die sich im ganzen Garten verteilen. UV-stabilisierte Qualitäten halten länger, aber auch sie sind für eine Abdeckung gedacht. Außerdem sieht ein offen liegendes Vlies nicht nach Garten aus, sondern nach Baustelle.
Unter dem Kiesweg
Für einen Kiesweg kommt das Vlies zwischen Tragschicht und Deckschicht: unten verdichteter Schotter, dann das Vlies, dann 3 bis 5 cm Kies oder Splitt. So bleibt der Kies sauber getrennt vom Untergrund. Unkraut, das trotzdem im Kies keimt, holen Sie mit einer Unkrautharke heraus, bevor es durch das Vlies wurzelt. Laub regelmäßig entfernen, damit sich keine Humusschicht bildet.
Kosten
Rechnen Sie beim Kauf den Verschnitt ein: Wegen der Überlappungen braucht man etwa 10 bis 15 Prozent mehr Fläche, als das Beet misst. Einfaches Vlies mit 50 g/m² gibt es von der Rolle für deutlich unter einem Euro je Quadratmeter. Schwere Vliese und Bändchengewebe kosten mehr. Die Mulch- oder Kiesschicht darüber ist meist der größere Posten. Übliche Rollen haben 1 bis 2 m Breite und 10 bis 50 m Länge.
Häufige Fragen
Muss ich unter Rindenmulch ein Vlies legen?
Nicht zwingend. Eine dicke Mulchschicht von 5 bis 8 cm unterdrückt Unkraut auch allein und verbessert beim Verrotten den Boden. Das Vlies verlängert die Wirkung.
Kann ich Unkrautvlies im Gemüsebeet verwenden?
Für eine Saison ja, etwa bei Erdbeeren, Kürbis oder Zucchini. Nach der Ernte abnehmen, damit der Boden wieder bearbeitet werden kann.
Wie lange hält ein Unkrautvlies?
Abgedeckt und in guter Qualität fünf bis zehn Jahre und länger, offen in der Sonne oft nur zwei bis drei.



