Unkrautharke
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Eine Unkrautharke ist ein Rechen mit kurzen, scharfkantigen Zinken, der durch die oberste Bodenschicht gezogen wird und junges Unkraut samt flacher Wurzeln herausreißt. Sie arbeitet am besten, solange das Unkraut klein ist – bei einer Pflanze mit tiefer Pfahlwurzel hilft sie nicht, bei einem Teppich aus Keimlingen im Beet oder auf dem Kiesweg dagegen ist sie in Minuten fertig, wofür man von Hand eine Stunde bräuchte.
Was sie von anderen Geräten unterscheidet
| Gerät | Arbeitsweise | Stärke |
| Unkrautharke | scharfe Zinken reißen Unkraut aus der obersten Schicht | Keimlinge, flach wurzelnde Unkräuter, Kieswege |
| Rechen | stumpfe Zinken sammeln und glätten | Laub, Steine, Saatbeet ebnen |
| Pendelhacke (Schuffel) | Klinge schneidet knapp unter der Oberfläche | Beete mit Reihenkultur, schnelles Durchgehen |
| Grubber, Kultivator | Zinken lockern tief | Bodenbearbeitung, verkrustete Erde |
Die Unkrautharke ist also kein Allrounder, sondern ein Spezialist für eine bestimmte Situation: viel kleines Unkraut auf einer Fläche, die man nicht umgraben will.
Die Zahl der Zinken
Unkrautharken gibt es mit 5 bis 16 Zinken. Eine feste Regel, welche Zahl die richtige ist, gibt es nicht; es hängt von der Fläche ab.
Wenige, kräftige Zinken (5 bis 8) dringen tiefer ein und reißen auch etwas kräftigere Pflanzen heraus. Sie eignen sich für schweren Boden und für Flächen mit gemischtem Aufwuchs.
Viele Zinken (12 bis 16) arbeiten flacher und gründlicher. Sie erwischen Keimlinge, die zwischen breiten Zinken durchrutschen würden, und hinterlassen eine glatte Oberfläche. Ideal für Kieswege und frisch vorbereitete Beete.
Die Arbeitsbreite
Übliche Breiten liegen zwischen etwa 25 und 36 cm. Eine schmalere Harke ist wendiger zwischen Stauden und in engen Beeten. Eine breitere schafft auf Wegen und freien Flächen mehr pro Zug, wird aber schwerer zu ziehen, weil mehr Zinken gleichzeitig im Boden stecken. Wer vor allem zwischen Pflanzen arbeitet, nimmt die schmale Variante.
Stiel und Material
Der Stiel sollte so lang sein, dass Sie aufrecht stehend arbeiten können, meist 150 bis 170 cm. Holzstiele liegen angenehm in der Hand und sind bei Kälte nicht so kalt, Aluminiumstiele sind leichter. Viele Hersteller bieten Stecksysteme an: Ein Stiel, mehrere Köpfe für Rechen, Harke, Hacke und Kultivator. Das spart Platz im Schuppen.
Die Zinken sollten aus gehärtetem Stahl sein, sonst verbiegen sie sich beim ersten Stein. Verzinkte oder beschichtete Köpfe rosten weniger.
So wird richtig gearbeitet
- Trockenes Wetter wählen. Ausgerissenes Unkraut vertrocknet in der Sonne und wächst nicht wieder an. Nach Regen wurzeln die Keimlinge oft einfach neu.
- Flach ansetzen. Die Zinken nur wenige Zentimeter in den Boden drücken. Wer tief zieht, holt Unkrautsamen aus tieferen Schichten nach oben, die dann keimen.
- Ziehen, nicht schieben. In ruhigen, gleichmäßigen Zügen auf sich zu arbeiten.
- Ausgerissenes absammeln. Mit einem Rechen zusammenschieben und entfernen, sonst wurzelt es bei feuchtem Wetter wieder ein.
- Regelmäßig wiederholen, am besten alle zwei bis drei Wochen in der Hauptwachstumszeit. Je kleiner das Unkraut, desto weniger Arbeit.
Auf Kies- und Splittwegen
Auf Kieswegen ist die Unkrautharke besonders nützlich. Unkraut wächst dort meist nicht aus dem Untergrund, sondern keimt in der Humusschicht, die sich zwischen den Steinen aus Laub und Staub bildet. Regelmäßiges Durchharken stört die Keimlinge und bringt die Humusschicht an die Oberfläche, wo man sie absammeln kann. Einmal im Monat durchziehen, dazu im Herbst das Laub entfernen, und der Kiesweg bleibt weitgehend sauber.
Chemische Mittel sind auf Wegen und befestigten Flächen verboten; die Harke ist hier eine der wenigen erlaubten und wirksamen Methoden.
Wo sie an Grenzen stößt
- Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke, Ackerwinde und Löwenzahn. Die Harke reißt nur die Blätter ab, die Wurzeln treiben neu aus. Hier helfen Grabegabel und Geduld, beim Löwenzahn ein Löwenzahnstecher.
- Pflasterfugen. Die Zinken erreichen die Fuge nicht. Dafür gibt es die Unkrautbürste.
- Rasen. Die Harke verletzt die Grasnarbe. Zum Auskämmen von Moos und Filz nimmt man einen Rasenstriegel.
- Dicht bepflanzte Staudenbeete. Die Zinken erwischen Stauden und flache Wurzeln der Nutzpflanzen.
Vorbeugen: Mulch und Bodendecker
Wer offenen Boden mit einer Mulchschicht aus Rasenschnitt, Laub oder Holzhäcksel bedeckt, hat deutlich weniger Keimlinge, weil Licht fehlt. Bodendeckende Stauden erledigen das dauerhaft. Unter Gehölzen kann auch ein Unkrautvlies sinnvoll sein. Die Harke bleibt dann das Werkzeug für die Stellen, an denen es trotzdem durchkommt.
Mehr Methoden für Rasenflächen: Unkraut im Rasen bekämpfen. Für Beete mit festem Boden ist die Wiedehopfhacke eine robuste Ergänzung.
Pflege
Nach dem Einsatz Erde abklopfen und die Zinken kurz abbürsten. Stahlzinken bei Bedarf leicht einölen, vor allem vor dem Winter. Harke nicht mit den Zinken nach oben liegen lassen – wer auf eine liegende Harke tritt, bekommt den Stiel mit Wucht ins Gesicht. Aufhängen oder mit den Zinken zur Wand abstellen.
Häufige Fragen
Wie viele Zinken sollte eine Unkrautharke haben?
Für Kieswege und feine Beete 12 bis 16, für schweren Boden und kräftigeren Aufwuchs eher 5 bis 8.
Kann ich mit der Unkrautharke auch Laub rechen?
Bedingt. Sie ist schwerer und schärfer als ein Laubrechen und reißt auf Rasen die Narbe auf. Für Laub nimmt man einen Laubrechen.
Was kostet eine Unkrautharke?
Einfache Modelle gibt es ab etwa 15 Euro, stabile Markenköpfe für Stecksysteme meist 20 bis 40 Euro ohne Stiel.



