Gurken Rankhilfe

Inhalt9 Abschnitte
Gurken sind Kletterpflanzen. Man kann sie am Boden kriechen lassen, aber an einer Rankhilfe wachsen sie gesünder, sparen Platz und liefern saubere, gerade Früchte. Eine Rankhilfe kostet wenige Euro und ist die einfachste Maßnahme für mehr Ertrag auf weniger Fläche.
Warum Gurken nach oben gehören
Gurkenpflanzen bilden Ranken, mit denen sie sich an allem festhalten, was sie erreichen. Nach oben geleitet bekommen die Blätter mehr Licht und trocknen nach Regen oder Gießen schneller ab. Das senkt das Risiko für Mehltau und andere Pilzkrankheiten deutlich. Die Früchte hängen frei, liegen nicht auf feuchter Erde, werden gleichmäßig grün und lassen sich leicht ernten. Auf einem Quadratmeter Beet haben an einer Rankhilfe drei bis vier Pflanzen Platz, am Boden höchstens eine oder zwei.
Wie hoch die Rankhilfe sein muss
Eine Rankhilfe sollte mindestens 1 m hoch sein, für Schlangengurken im Gewächshaus eher 1,80 bis 2 m. Im Freiland sind Höhen bis 2 m möglich, dann aber gut verankert, weil die bewachsene Wand dem Wind eine große Fläche bietet. Snack- und Minigurken kommen mit geringeren Höhen aus und eignen sich besonders für Balkon und Kübel.
Die drei Grundformen
| Rankhilfe | Geeignet für | Vorteil |
| Schnur | Gewächshaus | billig, jede Pflanze einzeln, jedes Jahr neu |
| Stab, Spiralstab | Kübel, Balkon, kleine Beete | einfach, flexibel stellbar |
| Gitter, Netz | Freiland, Beetreihe | trägt viele Pflanzen, sehr stabil |
Schnüre
Die klassische Methode im Gewächshaus: Eine Schnur wird oben an der Dachkonstruktion befestigt und unten locker um den Stängel gelegt oder an einem kleinen Haken im Boden fixiert. Die Pflanze wird beim Wachsen regelmäßig um die Schnur gewunden. Nehmen Sie reißfeste Schnur aus Jute oder Kunststoff und knoten Sie nie eng um den Stängel, sonst schnürt er sich beim Dickenwachstum ab.
Stäbe
Bambusstäbe oder Spiralstäbe aus Metall sind die einfachste Lösung für einzelne Pflanzen. Der Stab wird beim Pflanzen gesetzt, damit man später keine Wurzeln verletzt. Die Triebe werden mit weichem Bindematerial locker angebunden.
Gitter und Netze
Ein Rankgitter aus Holz, Metall oder ein Netz zwischen zwei Pfosten trägt eine ganze Reihe Pflanzen. Die Ranken halten sich selbst fest, man muss nur gelegentlich einen Trieb in die richtige Richtung lenken. Stäbe oder Gitterfüße werden etwa 10 cm tief in den Boden gesteckt, bei hohen Konstruktionen tiefer oder mit Erdspießen.

Gewächshaus, Freiland, Balkon
Im Gewächshaus wachsen vor allem Schlangengurken. Die Schnurmethode ist dort am platzsparendsten, weil die Dachkonstruktion als Aufhängung dient.
Im Freiland gedeihen robuste Einlege- und Salatgurken. Gepflanzt wird erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen. Ein Gitter an einem geschützten, sonnigen Platz ist ideal. In einem Hochbeet eignet sich eine Rankhilfe an der Nordseite, damit sie die anderen Pflanzen nicht beschattet.
Auf dem Balkon reicht ein großer Pflanzkübel mit mindestens 20 Litern Erde und einem Spiralstab oder einem kleinen Gitter. Eine Balkongurke kann auch am Geländer entlanggeführt werden.
Die passenden Sorten
Nicht jede Gurke wächst gleich stark. Schlangengurken bilden lange Triebe und brauchen die Wärme des Gewächshauses; an Schnüren werden sie bis unter das Dach gezogen. Freiland- und Einlegegurken sind robuster, bleiben kompakter und kommen mit einem Gitter von 1 bis 1,50 m aus. Snack- und Minigurken eignen sich für Kübel und Balkon. Achten Sie beim Saatgut auf Sorten mit Resistenz gegen Mehltau, das erspart viel Ärger im Spätsommer. Viele moderne Sorten bilden außerdem nur weibliche Blüten und tragen ohne Bestäubung, was im Gewächshaus praktisch ist.
Richtig anbinden und leiten
- Rankhilfe vor dem Pflanzen setzen. Später verletzt man leicht die Wurzeln.
- Jungpflanzen setzen, wenn sie etwa 20 cm hoch sind und mehrere echte Blätter haben.
- Den Haupttrieb nach oben führen, anfangs locker anbinden, bis die Ranken selbst greifen.
- Regelmäßig nachhelfen. Alle paar Tage die Spitze um die Schnur winden oder an das Gitter lenken.
- Oben kappen. Erreicht der Trieb das Ende der Rankhilfe, die Spitze abknipsen. Die Pflanze steckt dann mehr Kraft in Früchte und Seitentriebe.
Kaufen oder selbst bauen
Einzelne Stäbe gibt es ab etwa 2 Euro, einfache Gitter ab 5 Euro, stabile Rankgitter und Obelisken kosten bis 50 Euro oder mehr. Selbst bauen ist einfach: Zwei Pfosten und ein Stück Baustahlmatte oder ein Maschendraht ergeben ein stabiles Gitter, das viele Jahre hält. Wichtig sind glatte Kanten, an denen sich die Pflanze nicht verletzt, und eine Maschenweite von etwa 10 bis 15 cm, damit man zum Ernten durchgreifen kann. Wer Tomaten und Gurken nebeneinander zieht, findet beim Tomatenzelt eine Schutzlösung für die Tomaten.
Typische Fehler
- Zu niedrig. Die Pflanze wächst über die Rankhilfe hinaus und hängt herunter.
- Zu enge Bindung. Der Stängel wird abgeschnürt.
- Nicht standfest. Eine voll behangene Rankhilfe kippt beim ersten Sturm.
- Zu wenig Wasser. Gurken bestehen fast nur aus Wasser und brauchen an warmen Tagen täglich eine kräftige Gabe, am besten morgens und an die Wurzel, nicht über die Blätter.
Häufige Fragen
Brauchen alle Gurken eine Rankhilfe?
Nein, Einlegegurken wachsen auch am Boden. Mit Rankhilfe sind sie aber gesünder und platzsparender.
Kann ich die Rankhilfe im nächsten Jahr wiederverwenden?
Gitter und Stäbe ja, nach Reinigung. Schnüre besser jedes Jahr erneuern, da sich Krankheitskeime darin halten können.
Wie viele Pflanzen passen an ein Gitter?
Rechnen Sie mit 40 bis 50 cm Abstand zwischen den Pflanzen.

