Der Perlschlauch

Inhalt9 Abschnitte
Ein Perlschlauch gibt das Wasser über seine gesamte Oberfläche ab: Es tritt in feinen Tropfen durch die poröse Wand, als würde der Schlauch schwitzen. Deshalb heißt er auch Schwitzschlauch. Das Wasser landet direkt am Boden und an den Wurzeln, statt auf Blättern zu verdunsten oder den Weg zu wässern.
Was ein Perlschlauch ist
Der Schlauch besteht meist aus einem porösen Material, häufig aus recyceltem Gummi, etwa aus Altreifen. Die Poren sind so fein, dass unter geringem Druck nur Tropfen austreten. Anders als beim Tropfschlauch gibt es keine festen Austrittsstellen, sondern eine gleichmäßig feuchte Linie entlang des ganzen Schlauchs.
Geeignet ist er vor allem für Pflanzen, die in Reihen stehen: Hecken, Gemüsereihen, Beeteinfassungen, Hochbeete, Erdbeeren. Für Rasenflächen ist er weniger geeignet, weil man sehr viele Schlauchbahnen bräuchte.

Der richtige Druck
Ein Perlschlauch braucht wenig Druck, verträgt aber keinen hohen. Übliche Angaben liegen etwa zwischen 0,5 und 1 bar, je nach Hersteller. Am normalen Wasserhahn herrschen oft 3 bis 5 bar – daran direkt angeschlossen, spritzt der Schlauch aus den Poren oder platzt im schlimmsten Fall. Ein Druckminderer zwischen Hahn und Schlauch ist deshalb fast immer nötig, alternativ wird der Hahn nur wenig aufgedreht.
Aus einer Regentonne ohne Pumpe kommt dagegen meist zu wenig Druck: Jeder Meter Höhenunterschied ergibt nur 0,1 bar. Eine erhöht stehende Tonne reicht allenfalls für kurze Strecken. Für längere Leitungen braucht es eine Pumpe mit Druckregelung, etwa eine Regenwasserpumpe.
Wie lang darf er sein?
Perlschläuche werden meist in Längen von etwa 7,5 m bis 50 m angeboten, oft als Set mit Anschlussteilen. Je länger der Schlauch, desto ungleichmäßiger wird die Verteilung: Am Anfang tritt mehr Wasser aus als am Ende, weil der Druck abnimmt. Für längere Strecken ist es besser, mehrere kürzere Stränge über ein Verteilerstück zu speisen, statt einen einzigen langen Schlauch zu verlegen. Am Hang läuft das Wasser zudem zum tiefsten Punkt; dort den Schlauch quer zum Gefälle legen.
Perlschlauch, Tropfschlauch, Sprühschlauch
| Schlauch | Wasserabgabe | Stärke | Schwäche |
| Perlschlauch | über die ganze Länge | günstig, ideal für Reihen | Verteilung bei langen Strecken ungleich |
| Tropfschlauch | an festen Tropfstellen | genaue, druckausgeglichene Mengen | teurer, Tropfer können verstopfen |
| Sprühschlauch | feine Strahlen nach oben | deckt eine Fläche ab | Verdunstung, benetzt Blätter |
Für Gemüsebeete, bei denen gleichmäßige Mengen zählen, ist ein Tropfsystem präziser. Für Hecken und lange Reihen, bei denen es auf den genauen Liter nicht ankommt, ist der Perlschlauch die unkomplizierte und günstige Lösung. Einen Überblick über ganze Systeme gibt Bewässerungssystem für den Garten.
Oberirdisch oder unterirdisch verlegen
Oberirdisch, direkt auf dem Boden oder unter einer Mulchschicht, ist die einfache Variante. Der Schlauch ist zugänglich, lässt sich umlegen und kontrollieren. Unter Mulch verdunstet kaum Wasser, und der Schlauch ist vor UV-Licht geschützt.
Unterirdisch in etwa 5 bis 10 cm Tiefe ist er unsichtbar und bringt das Wasser noch näher an die Wurzeln. Dafür lassen sich Verstopfungen und Schäden schlecht finden, und Wurzeln können in die Poren einwachsen. Beim Umgraben ist er im Weg. Für Hecken und Dauerkulturen ist die unterirdische Verlegung sinnvoll, für Gemüsebeete eher nicht.
Anschließen Schritt für Schritt
- Schlauch vorher ausrollen und in der Sonne liegen lassen, damit er geschmeidig wird.
- Vom Wasserhahn zum Beet mit normalem Gartenschlauch, Druckminderer und Filter.
- Am Beet auf Perlschlauch übergehen, mit passender Kupplung.
- Schlauch in Schlingen um die Pflanzen führen, Abstand zu den Stämmen etwa 10 bis 20 cm.
- Ende verschließen mit Endstopfen.
- Testlauf: Nach einer halben Stunde muss die Erde entlang des Schlauchs gleichmäßig feucht sein.
Wie lange laufen lassen?
Das hängt vom Schlauch, dem Druck und dem Boden ab. Als Richtwert braucht ein Beet bei trockenem Wetter etwa 10 bis 15 l je Quadratmeter und Woche, verteilt auf ein bis zwei Gaben. Messen statt schätzen: Nach dem Bewässern mit dem Spaten nachsehen, wie tief die Erde feucht ist. Sie sollte mindestens 10 bis 15 cm tief durchfeuchtet sein. Ein Bewässerungscomputer übernimmt das Ein- und Ausschalten automatisch.
Pflege und Winter
Kalk und Schwebstoffe setzen die Poren mit der Zeit zu. Ein Filter vor dem Schlauch hilft, besonders bei Zisternen- und Brunnenwasser. Über den Winter wird der Schlauch entleert und frostfrei gelagert; gefrierendes Wasser schädigt das poröse Material.
Häufige Fragen
Wie viel Wasser gibt ein Perlschlauch ab?
Je nach Druck und Fabrikat einige Liter je Meter und Stunde. Die Herstellerangabe gilt für einen bestimmten Druck; im eigenen Garten hilft nur der Test mit dem Spaten.
Kann man ihn kürzen?
Ja, mit einem scharfen Messer. Das offene Ende wird mit einem Endstopfen oder einer Kupplung verschlossen.
Wie lange hält ein Perlschlauch?
Oberirdisch unter Mulch und im Winter eingelagert viele Jahre. In der prallen Sonne und bei hartem Wasser lässt die Leistung schneller nach.



