Tropfschlauch

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Ein Tropfschlauch gibt Wasser in kleinen Mengen über eingebaute Tropfer direkt an den Boden ab. Nichts verdunstet in der Luft, nichts landet auf den Blättern, und das Wasser kommt genau an der Wurzel an. Gegenüber einem Rasensprenger spart er leicht die Hälfte des Wassers – und schützt nebenbei Tomaten und Gurken vor Pilzkrankheiten, die auf nassen Blättern gedeihen.
Tropfschlauch, Perlschlauch, Sprühschlauch
| Schlauch | Prinzip | Stärke |
| Tropfschlauch | Tropfer in festen Abständen, definierte Menge je Tropfer | gleichmäßig, gut planbar, auch lange Strecken |
| Perlschlauch | poröses Material, Wasser perlt auf ganzer Länge aus | günstig, einfach, gut für Hecken |
| Sprühschlauch | feine Löcher, Wasser spritzt einige Zentimeter hoch | für Rasenstreifen und dichte Saatreihen |
Der Perlschlauch ist die einfachere Variante, gibt aber ungleichmäßiger ab, besonders auf langen Strecken und bei hartem Wasser. Mehr dazu unter Perlschlauch.
Wie ein Tropfer arbeitet
Die Tropfer sitzen innen im Schlauch in gleichmäßigen Abständen, meist 20 bis 40 cm. Jeder Tropfer baut über ein Labyrinth den Druck ab und gibt eine festgelegte Menge ab, typischerweise 1 bis 4 Liter pro Stunde.
Druckkompensierende Tropfer geben innerhalb eines Druckbereichs immer dieselbe Menge ab, egal ob sie am Anfang oder am Ende des Strangs sitzen und ob der Schlauch bergauf oder bergab läuft. Sie sind teurer, aber bei langen Strängen und Gefälle die bessere Wahl. Nicht kompensierende Tropfer geben am Anfang mehr, am Ende weniger.

Wo er sich lohnt
Gemüsebeete, besonders für Tomaten, Gurken, Paprika und Zucchini, die empfindlich auf nasse Blätter reagieren. Hecken und Strauchreihen, bei denen ein Sprenger vor allem die Luft befeuchtet. Hochbeete und Balkonkästen, bei denen man mit dem Gießen nie hinterherkommt. Neupflanzungen, die im ersten Jahr regelmäßig Wasser brauchen.
Für Rasenflächen ist der Tropfschlauch nicht gedacht. Dafür gibt es Rasensprinkler oder den Viereckregner.
Druck und Länge
Die meisten Tropfschläuche arbeiten zwischen etwa 0,5 und 4 bar, Details stehen im Datenblatt. Der Leitungsdruck liegt im Haus oft bei 3 bis 5 bar. Ein Druckminderer am Anfang des Systems schützt Verbinder und Tropfer und ist bei vielen Systemen ohnehin vorgesehen.
Die mögliche Stranglänge hängt vom Durchmesser, vom Tropferabstand und davon ab, ob die Tropfer kompensieren. Nicht kompensierende Schläuche kommen oft nur einige Dutzend Meter weit, druckkompensierende deutlich weiter. Längere Strecken teilen Sie besser in mehrere Stränge mit eigenem Anschluss auf.
Anschluss an die Regentonne
Hier liegt ein verbreiteter Denkfehler. 1 m Höhenunterschied ergibt nur 0,1 bar. Eine Regentonne, die einen Meter erhöht steht, liefert also einen Bruchteil des Drucks, den die meisten Tropfschläuche brauchen. Funktionieren kann das nur mit speziellen Niederdruck-Tropfschläuchen, kurzen Strängen und ebenem Gelände.
Für normale Tropfsysteme braucht die Regenwassertonne oder Zisterne eine Pumpe, etwa eine kleine Tauchpumpe mit Druckschalter. Wichtig ist dann ein Filter: Regenwasser enthält Schwebstoffe, die die Tropfer in kurzer Zeit verstopfen.
Verlegen Schritt für Schritt
- Plan machen. Wo liegen die Pflanzreihen, wo der Wasserhahn? Verteilerstücke und Hauptleitung einzeichnen.
- Anschluss am Hahn: Druckminderer, Filter, eventuell ein Bewässerungscomputer.
- Zuleitung mit normalem Schlauch bis ans Beet.
- Tropfschlauch auslegen, bei Beeten in Reihen mit 30 bis 40 cm Abstand, bei Pflanzen mit großem Wasserbedarf direkt an der Pflanze vorbei.
- Mit Erdhaken fixieren, damit er nicht wandert.
- Enden verschließen mit Endstopfen.
- Probelauf: Alle Tropfer prüfen, bevor Mulch darüber kommt.
Unter einer Mulchschicht verdunstet noch weniger Wasser. Eingraben sollte man normale Tropfschläuche nicht; dafür gibt es eigene unterirdische Systeme.
Wie lange bewässern
Die Wassermenge ergibt sich aus Tropferzahl, Durchfluss und Laufzeit. Ein Beet von 5 m Länge mit drei Reihen, Tropfer alle 30 cm mit 2 l/h, gibt in einer Stunde etwa 100 Liter ab. Das entspricht bei 5 m² rund 20 Litern je Quadratmeter – eine kräftige Gabe. Lieber seltener und durchdringend als täglich ein bisschen. So wurzeln die Pflanzen tiefer.
Pflege: Kalk und Schmutz
Tropfer verstopfen mit der Zeit durch Kalk, Algen und Sand. Ein Filter am Anfang des Systems verhindert das Meiste. Ein- bis zweimal im Jahr die Endstopfen öffnen und den Schlauch durchspülen. Bei Kalk hilft eine schwache Zitronensäurelösung, die man einige Stunden im Schlauch stehen lässt und dann gründlich ausspült.
Im Herbst wird das System entleert. Endstopfen öffnen, Wasser ablaufen lassen, Druckminderer und Filter frostfrei lagern. Schläuche aus robustem PE können liegen bleiben, wenn sie leer sind.
Häufige Fragen
Kann ich den Tropfschlauch kürzen?
Ja, zwischen zwei Tropfern mit einem scharfen Messer oder einer Schlauchschere. Das Ende mit einem Endstopfen verschließen.
Wie finde ich verstopfte Tropfer?
Beim Probelauf fallen trockene Stellen auf. Einzelne Tropfer lassen sich oft durch Klopfen oder kurzes Durchspülen freibekommen.
Welches System ist das richtige?
Für kleine Gärten reicht ein Tropfschlauch-Set vom Hahn aus. Wer mehrere Beete, Hecke und Kübel bewässert, plant ein ganzes Bewässerungssystem.


