Das Gartentor blickdicht machen

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Das Gartentor ist oft die letzte Lücke im Sichtschutz: Der Zaun ist bewachsen, die Hecke dicht, und genau am Eingang schaut jeder hinein. Nachrüsten ist fast immer möglich. Worüber die meisten stolpern, ist nicht das Material, sondern das Gewicht und der Wind, die ein geschlossenes Tor plötzlich aushalten muss.
Warum ein dichtes Tor anders belastet wird
Ein Lattentor mit Lücken lässt den Wind durch. Ein geschlossenes Tor wirkt wie ein Segel. Bei einem 1 × 1,8 m großen Flügel drückt eine kräftige Böe mit weit über hundert Newton gegen die Fläche – und dieser Druck landet an Scharnieren, Pfosten und Riegel.
Die Folgen zeigen sich schleichend: Der Flügel hängt nach unten, schleift auf dem Boden, der Riegel fasst nicht mehr, der Pfosten lockert sich im Fundament. Bevor Sie ein Tor schließen, prüfen Sie deshalb drei Dinge: Steht der Torpfosten fest? Tragen die Scharniere das zusätzliche Gewicht? Ist der Flügel diagonal ausgesteift?
Die Möglichkeiten im Überblick
| Lösung | Passt zu | Gewicht | Haltbarkeit |
| Holzbretter oder Profilbretter | Holztor, Metallrahmen | hoch | 10–20 Jahre, je nach Holz |
| Sichtschutzstreifen | Doppelstabmatten-Tor | gering | 5–10 Jahre |
| Schilf- oder Bambusmatten | fast jedes Tor | sehr gering | 2–4 Jahre |
| Lochblech, Riffelblech, Kunststoffplatten | Metalltor | mittel | lang, Edelstahl oder Alu |
| Fertige Sichtschutzelemente | Holztor, Torrahmen | hoch | 10 Jahre und mehr |
Holzbretter
Bei einem Holztor ist die naheliegende Lösung, die Lücken zu schließen: breitere Bretter, zusätzliche Latten dahinter oder eine zweite Lage auf Lücke versetzt. Die versetzte Doppellage ist blickdicht, lässt aber noch etwas Luft durch – das senkt die Windlast deutlich.
Auch ein schmiedeeisernes Tor lässt sich von hinten mit Brettern verkleiden. Die Bretter werden auf zwei waagerechte Latten geschraubt, die Latten mit Rohrschellen oder Schrauben am Rahmen befestigt. Holz immer mit etwa 5 mm Abstand zum Metall montieren, damit Regenwasser abläuft und nichts fault.
Für den Außenbereich eignen sich Lärchenbretter oder Douglasie, beide ohne Holzschutz haltbar. Kesseldruckimprägnierte Kiefer ist günstiger und hält ebenfalls viele Jahre.
Sichtschutzstreifen für Doppelstabmatten
Tore aus Doppelstabmatten haben dasselbe Gitter wie der Zaun. Dort lassen sich Sichtschutzstreifen aus Kunststoff einfädeln – dieselben wie am Zaun, also passt das Tor anschließend auch optisch. Die Streifen gibt es in Anthrazit, Grün, Holz- oder Steinoptik.
Streifen aus Hart-PVC halten länger und flattern weniger als weiche Folienbänder. Achten Sie darauf, dass die Streifen mit Klemmleisten an den Enden gesichert werden, sonst wandern sie bei Wind aus dem Gitter.
Matten aus Schilf, Bambus oder Weide
Die schnellste und billigste Lösung: Matten von der Rolle, mit Bindedraht oder Kabelbindern am Tor befestigt. Sie sind leicht, lassen etwas Wind durch und kosten meist unter 30 Euro für ein Gartentor.
Der Haken ist die Lebensdauer. Schilf und Weide vergrauen im ersten Jahr und werden nach zwei bis vier Jahren brüchig. Als Übergangslösung oder für ein Tor, das ohnehin bald ersetzt wird, sind sie ideal. Für eine dauerhafte Lösung lohnt sich besseres Material.
Bleche und Kunststoffplatten
Metalltore lassen sich mit Lochblech, Riffelblech oder dekorativ gelaserten Blechen schließen. Aluminium und Edelstahl rosten nicht und bleiben relativ leicht. Verzinktes Stahlblech ist günstiger, aber schwer.
Eine moderne Alternative sind Platten aus HPL oder Kunststoff, die man an den Rahmen schraubt. Sie sind witterungsfest und pflegeleicht. Wichtig ist bei allen Platten eine Befestigung mit Spiel oder Langlöchern, weil Metall und Kunststoff sich bei Hitze unterschiedlich ausdehnen.
Scharniere und Pfosten nachrüsten
Ein nachträglich geschlossenes Tor wiegt schnell das Doppelte. Dafür waren die alten Beschläge oft nicht ausgelegt.
- Pfosten prüfen. Rütteln Sie kräftig daran. Wackelt er, muss er neu gesetzt oder mit einem Pfostenschuh in einem Betonfundament befestigt werden.
- Stärkere Bänder montieren. Schwere Kreuzgehänge oder Ladenbänder mit großen Kloben tragen mehr als dünne Einschlagkloben.
- Diagonalstrebe einbauen. Bei Holztoren läuft sie vom unteren Scharnier schräg nach oben zur Schlossseite. So wird sie auf Druck belastet und hält den Flügel waagerecht.
- Einen Bodenanschlag setzen. Ein Anschlag am Boden entlastet den Riegel und verhindert, dass der Wind das geschlossene Tor hin und her drückt.
Wer ein neues Tor baut, kann den Sichtschutz gleich einplanen. Anleitungen stehen unter Ein Gartentor selber bauen und Ein Holztor selber bauen.
Was rechtlich zu beachten ist
Für Tore und Einfriedungen gelten die Bauordnung des Landes, das Nachbarrecht und gegebenenfalls ein Bebauungsplan. Dort kann die zulässige Höhe oder sogar die Art der Einfriedung festgelegt sein. Ein blickdichtes Tor von 1,8 m Höhe an der Straße ist nicht überall erlaubt, auch wenn es niemand vorher kontrolliert. Eine kurze Anfrage beim Bauamt klärt das.
An Grundstücksausfahrten zur Straße müssen Sie außerdem an die Sicht denken: Wer beim Herausfahren nichts mehr sieht, gefährdet Fußgänger und Radfahrer.
Häufige Fragen
Kann ich den Sichtschutz selbst montieren?
Ja, alle hier genannten Lösungen sind mit Akkuschrauber, Bohrmaschine und etwas Geduld machbar. Zu zweit geht es leichter, weil der Flügel beim Arbeiten gehalten werden muss.
Gibt es natürliche Lösungen für ein Tor?
Pflanzen wachsen am Tor selbst schlecht, weil es sich bewegt. Ein Rosenbogen oder eine Pergola über dem Tor mit Kletterpflanzen schirmt aber den Blick von oben und von der Seite ab.
Was ist die günstigste dauerhafte Lösung?
Holzbretter aus Lärche oder imprägnierter Kiefer. Sie kosten für ein normales Gartentor 40 bis 100 Euro Material und halten viele Jahre. Einen Überblick über Zaunarten gibt Gartenzaun Trends 2021.



