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Heimwerker-Berater

Gartenabfälle verwerten

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Gartenabfälle verwerten
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was sich wofür eignet
  2. Häckseln: der Schlüssel für holzige Abfälle
  3. Kompostieren
  4. Mulchen
  5. Das Hochbeet füllen
  6. Totholzhecke und Laubhaufen
  7. Was nicht in den Garten-Kreislauf gehört
  8. Dekorieren und Basteln
  9. Häufige Fragen

Gartenabfälle sind kein Müll, sondern Rohstoff. Aus Ästen wird Mulch, aus Laub Humus, aus Rasenschnitt Dünger. Wer die Abfälle im Garten behält, spart Wege zum Wertstoffhof, kauft weniger Erde und Dünger und tut dem Boden etwas Gutes. Voraussetzung ist, dass jedes Material an den passenden Platz kommt.

Was sich wofür eignet

MaterialBeste Verwertung
RasenschnittDünn als Mulch, gemischt auf den Kompost
LaubUnter Sträucher, Laubkompost, Igelquartier
Heckenschnitt, dünne ÄsteHäckseln, als Mulch oder Kompostzusatz
Dicke ÄsteTotholzhecke, Hochbeet-Unterbau, Brennholz
StaudenresteStehen lassen bis zum Frühjahr, dann Kompost
Obst- und GemüseresteKompost

Häckseln: der Schlüssel für holzige Abfälle

Äste und Heckenschnitt verrotten ganz langsam und nehmen viel Platz ein. Ein Häcksler verkleinert sie auf einen Bruchteil ihres Volumens und macht sie für Kompost und Mulch nutzbar. Es gibt zwei Bauarten:

  • Messerhäcksler schneiden mit schnell rotierenden Messern. Sie sind laut, liefern aber feines Material, gut für Laub, weiche Stängel und dünne Zweige.
  • Walzenhäcksler quetschen und brechen das Holz mit einer langsam drehenden Walze. Sie sind leiser, ziehen Äste selbst ein und eignen sich für härteres Holz, siehe Walzenhäcksler.

Die Übersicht über Leistung und Astdurchmesser finden Sie unter Gartenhäcksler. Für gelegentlichen Einsatz lohnt es sich, einen Häcksler zu leihen.

Kompostieren

Der Komposthaufen verwandelt fast alle weichen Abfälle in wertvollen Humus. Die Mischung macht es: feuchtes, stickstoffreiches Material wie Rasenschnitt und Küchenabfälle abwechselnd mit trockenem, kohlenstoffreichem Material wie Häckselgut und Laub. Nur Rasenschnitt fault, nur Äste verrotten jahrelang nicht. Der Haufen braucht Kontakt zum Boden und Luft, damit Bodenlebewesen einwandern können.

Nach rund einem Jahr ist der Kompost reif, im Thermokomposter schneller. Anleitungen und Bauformen finden Sie unter Kompost selber bauen und Holzkomposter.

© l i g h t p o e t/bigstock.com
© l i g h t p o e t/bigstock.com

Mulchen

Eine Mulchschicht aus Häckselgut, Rasenschnitt oder Laub hält den Boden feucht, unterdrückt Unkraut und füttert beim Verrotten das Bodenleben. Rasenschnitt immer nur dünn auftragen, 1 bis 2 cm, und antrocknen lassen – dicke Schichten faulen und stinken. Holzhäcksel eignen sich für Wege und unter Sträucher. Auf Gemüsebeeten entziehen frische Holzhäcksel beim Verrotten dem Boden Stickstoff, dort sind Grasschnitt und Laub besser.

Wer einen Mulchmäher verwendet, lässt den fein geschnittenen Rasen einfach liegen. Er verschwindet in wenigen Tagen in der Grasnarbe und düngt den Rasen.

Das Hochbeet füllen

Ein Hochbeet schluckt Unmengen an Gartenabfällen. Klassisch wird es in Schichten gefüllt: unten grobe Äste und Zweige, darauf Häckselgut und umgedrehte Rasensoden, dann Laub oder halbverrotteter Kompost, oben reifer Kompost und Erde. Die unteren Schichten verrotten langsam und geben über Jahre Nährstoffe und etwas Wärme ab. Das Hochbeet sackt dadurch jedes Jahr ein paar Zentimeter ab und wird im Frühjahr mit Kompost aufgefüllt.

Totholzhecke und Laubhaufen

Dicke Äste, die für den Häcksler zu stark sind, werden zur Totholzhecke. Zwei Reihen Pfähle im Abstand von etwa 50 bis 80 cm einschlagen und die Äste dazwischen locker aufschichten. Mit der Zeit sinkt der Wall ab, und oben wird nachgelegt. Die sogenannte Benjeshecke bietet Vögeln, Igeln, Insekten und Eidechsen Unterschlupf und dient als Sichtschutz.

Ein Laubhaufen in einer ruhigen Ecke wird im Winter oft zum Igelquartier. Wer mehr tun will, baut ein Igelhaus. Hohle Stängel und Schnittgut von Stauden eignen sich außerdem als Füllung für ein Insektenhotel.

Was nicht in den Garten-Kreislauf gehört

  • Kranke Pflanzenteile, etwa mit Pilzbefall, Mehltau im großen Stil oder Feuerbrand.
  • Samenreife Unkräuter und Wurzelunkräuter wie Giersch und Quecke, wenn der Kompost nicht heiß wird.
  • Invasive Pflanzen wie Japanischer Staudenknöterich.
  • Behandeltes Holz von Zäunen, Möbeln oder Pergolen.

Diese Abfälle gehören in die Biotonne, den Restmüll oder zum Wertstoffhof. Welche Wege es dafür gibt, beschreibt Entsorgung von Gartenabfällen.

Dekorieren und Basteln

Zweige, Weidenruten und Äste lassen sich als Rankhilfe, Beeteinfassung oder Flechtzaun nutzen. Birkenzweige und Zapfen werden zu Adventsdekoration, gerade gewachsene Haselruten zu Stäben für Bohnen und Tomaten. Das spart Geld und bringt Abfälle nochmal zum Einsatz.

Häufige Fragen

Wie viel Platz braucht ein Kompost?

Für einen Hausgarten reichen zwei bis drei Behälter von je rund 1 m² Grundfläche: einer zum Befüllen, einer zum Reifen, einer für fertigen Kompost.

Darf ich Laub auf dem Rasen liegen lassen?

Nicht in dicker Schicht. Unter einer geschlossenen Laubdecke fehlt dem Gras Licht, und es wird gelb. Mit dem Mulchmäher zerkleinert, ist eine dünne Schicht unproblematisch.

Kann ich Asche aus dem Kamin verwenden?

Asche aus unbehandeltem Holz in kleinen Mengen ja, sie enthält Kalium und Kalk. Holzkohle- und Brikettasche vom Grill sowie Asche aus lackiertem oder beschichtetem Holz gehören dagegen in den Restmüll.

Was mache ich mit Thuja- und Nadelschnitt?

Er verrottet langsam und säuert etwas. In kleinen Mengen gemischt auf den Kompost oder gehäckselt als Wegmulch ist er aber gut zu verwenden.

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Ein Leserkommentar

  1. helga

    Die Tipps zu den Gartenabfälle kommen zur rechten Zeit! Der Frühling tritt schon ein und jeder will doch seinen Garten in Ordnung bringen. Das Problem entsteht wie immer mit dem Schnitt. Eine Mulde wird bei uns, vier Nachbarn bestellt. Zusammen lässt sich jedes Problem lösen! Aufgefallen ist mir auch die Idee mit Dekoration! Es gibt was dazu zu überlegen!

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