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Heimwerker-Berater

Rasensteine

Gartenvon Christoph4 Min. · 9 Abschnitte
Rasensteine
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wo Rasensteine sinnvoll sind
  2. Beton oder Kunststoff
  3. Der Unterbau
  4. Verlegen Schritt für Schritt
  5. Rechtliches und Gebühren
  6. Pflege
  7. Typische Fehler
  8. Was Rasensteine kosten
  9. Häufige Fragen

Rasensteine, auch Rasengittersteine genannt, sind Betonplatten oder Kunststoffgitter mit Öffnungen, in denen Gras wächst. Sie machen eine Fläche befahrbar, ohne sie komplett zu versiegeln – für Stellplätze, Feuerwehrzufahrten, Wege und Böschungen. Ob sie später grün oder braun aussehen, entscheidet der Unterbau, nicht der Stein.

Wo Rasensteine sinnvoll sind

  • Stellplätze und Zufahrten, die nicht täglich mehrfach befahren werden.
  • Feuerwehrzufahrten und Aufstellflächen, die befahrbar sein müssen, aber meist Grünfläche bleiben.
  • Wege im Garten, etwa zum Gartenhaus oder zum Kompost.
  • Böschungen, wo die Steine den Boden gegen Abrutschen sichern.
  • Wohnwagen- und Anhängerstellplätze, die monatelang belegt sind – mit Einschränkungen, siehe unten.

Weniger geeignet sind sie für stark genutzte Hauptzufahrten, Rangierflächen mit eingeschlagenen Rädern und schattige Plätze unter Bäumen. Dort wächst in den Kammern bald nur Moos.

Beton oder Kunststoff

Betonrasensteine sind das klassische Format, meist 60 × 40 × 8 oder 10 cm. Sie sind schwer, stabil und halten auch schwere Fahrzeuge aus. Der Grünanteil liegt meist bei etwa 30 bis 40 %, der Rest ist sichtbarer Beton.

Kunststoffgitter aus recyceltem Polyethylen sind leichter, werden als Platten von etwa 50 × 50 cm oder 33 × 33 cm geliefert und miteinander verklickt. Der Grünanteil ist deutlich höher, oft über 90 %. Die Fläche sieht fast wie normaler Rasen aus. Die Belastbarkeit hängt stark von Wandstärke und Unterbau ab – die Herstellerangaben sollten zur geplanten Nutzung passen.

Rasensteine aus Kunststoff
'Rasensteine' aus Kunststoff | Foto: Kingan77 / Depositphotos.com
Dafür
  • Regenwasser versickert vor Ort
  • grüne statt grauer Fläche
  • in vielen Gemeinden günstiger bei der Niederschlagswassergebühr
  • Kunststoff: leicht und schnell verlegt
Dagegen
  • mehr Pflege als Pflaster
  • Gras leidet bei Dauerbelastung und Schatten
  • unbequem zu Fuß, mit Absätzen oder Kinderwagen
  • Schneeräumen schwieriger

Der Unterbau

Für eine befahrbare Fläche braucht es denselben Aufbau wie beim Pflaster, nur mit anderem Material im oberen Teil:

TragschichtSchotter, bei PKW-Stellplätzen etwa 20 bis 30 cm, lagenweise verdichtet. Auf weichem Boden mehr.
Ausgleichsschicht3 bis 5 cm aus Splitt mit einem Anteil Mutterboden oder Kompost, damit die Graswurzeln Halt finden.
Füllung der KammernGemisch aus Mutterboden, Sand und Splitt oder spezielles Rasengittersubstrat, darauf Saatgut.

Reine Mutterboden-Füllung ist ein häufiger Fehler. Sie verdichtet unter den Rädern, und nach einem Jahr steht das Gras in Pfützen. Das Substrat muss tragfähig und durchlässig sein.

Verlegen Schritt für Schritt

  1. Ausheben. Je nach Belastung 30 bis 40 cm tief, bei Gartenwegen weniger. Ein leichtes Gefälle von 1 bis 2 % vom Haus weg einplanen.
  2. Einfassen. Eine Randbegrenzung aus Bord- oder Rabattensteinen in Beton verhindert, dass die Fläche seitlich auswandert.
  3. Tragschicht einbauen und mit der Rüttelplatte in Lagen verdichten.
  4. Ausgleichsschicht abziehen. Mit Richtlatte eben ziehen, nicht mehr betreten.
  5. Steine verlegen. Betonsteine im Verband mit schmaler Fuge, Kunststoffgitter nach Anleitung verklicken. Betonsteine mit dem Gummihammer festklopfen.
  6. Kammern füllen. Substrat einfegen, bis es etwa 1 bis 2 cm unter der Oberkante steht. So laufen die Räder auf dem Stein, nicht auf dem Gras.
  7. Einsäen und wässern. Eine strapazierfähige Rasenmischung verwenden und die Fläche bis zum Anwachsen einige Wochen nicht befahren.

Rechtliches und Gebühren

Viele Gemeinden berechnen die Niederschlagswassergebühr nach der versiegelten Fläche. Rasengitter gelten meist als teilversiegelt und werden dann nur anteilig oder gar nicht angesetzt. Wie hoch der Abschlag ist, regelt die Gebührensatzung vor Ort – eine Nachfrage beim Abwasserbetrieb lohnt, bevor man sich für einen Belag entscheidet. Bei Stellplätzen, die baurechtlich nachgewiesen werden müssen, und bei Feuerwehrzufahrten schreibt der Bebauungsplan oder die Brandschutzbehörde mitunter Aufbau und Belastbarkeit vor. Dann gelten diese Vorgaben, nicht die Faustregeln aus dem Baumarkt.

Pflege

Rasensteine werden wie Rasen gemäht, am besten mit einem Mäher, dessen Schnitthöhe etwas höher eingestellt ist, damit das Messer keinen Beton trifft. In trockenen Sommern gießen, denn in den flachen Kammern trocknet der Boden schnell aus. Im Frühjahr etwas Substrat nachfüllen, wo es abgesunken ist. Unkraut in den Betonfugen lässt sich mit einem Fugenkratzer entfernen – chemische Mittel sind auf befestigten Flächen verboten, auch Essig und Salz.

Typische Fehler

  • Zu dünne Tragschicht. Die Steine sinken unter den Rädern ein und kippen.
  • Kammern bis zum Rand gefüllt. Das Gras wird zerquetscht und stirbt ab.
  • Sofort befahren. Das Gras braucht einige Wochen, bis es eingewurzelt ist.
  • Dauerparker. Unter einem Wohnwagen, der den ganzen Sommer steht, stirbt das Gras mangels Licht. Dort lieber Splitt in die Kammern füllen.

Was Rasensteine kosten

Betonrasensteine gehören zu den günstigsten Belägen, meist wenige Euro je Stück bzw. je Quadratmeter im niedrigen zweistelligen Bereich. Kunststoffgitter liegen je nach Stärke darüber. Den größeren Teil der Kosten machen Aushub, Schotter, Einfassung und die Arbeit aus. Zum Vergleich mit einer geschlossenen Fläche lohnt ein Blick auf Pflastersteine.

Häufige Fragen

Muss ich Rasensteine vom Fachmann verlegen lassen?

Nein, handwerklich geübte Heimwerker schaffen das. Für größere Flächen lohnt es sich, Minibagger und Rüttelplatte zu mieten.

Gibt es Alternativen?

Schotterrasen, Rasenfugenpflaster mit breiten, begrünten Fugen oder Splittfugen-Pflaster. Sie sind ebenfalls wasserdurchlässig und oft angenehmer zu begehen.

Welche Rasensaat eignet sich?

Eine Sport- und Spielrasenmischung oder eine spezielle Parkplatzrasen-Mischung mit trockenheitsverträglichen Gräsern.

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