Bodentester
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Ein Bodentest sagt Ihnen, ob Ihr Boden sauer oder kalkhaltig ist und welche Nährstoffe fehlen oder im Überfluss vorhanden sind. Ohne diese Information düngen und kalken die meisten Gärtner nach Gefühl – und oft zu viel. Der wichtigste Wert ist der pH, und für den reicht ein einfacher Farbtest. Wer Nährstoffe wissen will, schickt eine Probe ins Labor.
Was ein Bodentest misst
| pH-Wert | Säuregrad des Bodens. Entscheidet, ob Pflanzen die vorhandenen Nährstoffe überhaupt aufnehmen können. |
| Stickstoff (N) | Für Blatt- und Triebwachstum. Schwankt stark mit Jahreszeit und Wetter. |
| Phosphor (P) | Für Wurzeln und Blüten. In vielen Gärten durch jahrelanges Düngen überversorgt. |
| Kalium (K) | Für Festigkeit und Frosthärte. |
| Magnesium (Mg) | Baustein des Blattgrüns. |
| Feuchte | Wie nass der Boden im Wurzelbereich ist. |
Welcher pH für welche Pflanzen
Die meisten Gemüse, Stauden und Obstgehölze gedeihen bei einem pH zwischen 6 und 7. Rasen verträgt je nach Boden 5,5 bis 7, auf Sand eher weniger, auf Lehm eher mehr. Moorbeetpflanzen wie Rhododendron, Azaleen und Heidelbeeren brauchen saure Böden mit 4 bis 5,5. Liegt der Wert daneben, zeigen Pflanzen Mangelerscheinungen, obwohl genug Nährstoffe im Boden sind: Sie kommen nur nicht heran. Für Moorbeetpflanzen gibt es deshalb eigene Substrate wie Rhododendronerde.
Der Farbtest
Beim chemischen Test wird etwas Erde mit destilliertem Wasser und einer Indikatorlösung oder einer Tablette gemischt. Nach dem Absetzen vergleichen Sie die Farbe mit einer Skala. Ein Set für mehrere Tests kostet wenige Euro. Es gibt auch Sets für Stickstoff, Phosphor und Kalium nach demselben Prinzip. Für den pH sind diese Tests ausreichend genau, bei den Nährstoffen liefern sie eher eine grobe Tendenz.
Das Stabmessgerät
Die günstigen Geräte mit zwei Metallspitzen und Zeigeranzeige versprechen pH, Feuchte und Licht in einem. Sie funktionieren ohne Batterie und messen einen elektrischen Strom zwischen den Spitzen. Für die Feuchte liefern sie eine brauchbare Tendenz. Für den pH sind sie unzuverlässig, weil der Messwert stark von Feuchte, Salzgehalt und Sauberkeit der Spitzen abhängt. Wer auf ihren pH-Wert hin kalkt, kalkt oft falsch.
Das digitale pH-Messgerät
Genauere Werte liefern Geräte mit einer Glaselektrode, wie sie auch im Labor verwendet werden. Sie messen in einer Aufschlämmung aus Erde und destilliertem Wasser und müssen regelmäßig mit Pufferlösung kalibriert werden. Für Hobbygärtner mit vielen Beeten, Gewächshaus oder Hydrokultur lohnt sich das, für einen normalen Garten ist es mehr Aufwand als Nutzen.
Die Laboranalyse
Eine Standardbodenuntersuchung im Labor ermittelt pH, Phosphor, Kalium und Magnesium, auf Wunsch auch Humusgehalt, Spurenelemente oder Schwermetalle. Sie kostet meist 20 bis 50 Euro und kommt mit einer Düngeempfehlung zurück. Für den Garten reicht diese Analyse alle drei bis fünf Jahre. Stickstoff wird im Standardpaket meist nicht bestimmt, weil der Wert sich innerhalb weniger Wochen ändert. Wer auf einer alten Gewerbefläche oder in der Nähe einer stark befahrenen Straße Gemüse anbauen will, sollte zusätzlich Schwermetalle prüfen lassen.
Die Probe richtig nehmen
- Mehrere Stellen beproben. Zehn bis fünfzehn Einstiche pro Beet oder Rasenfläche, im Zickzack verteilt.
- Richtige Tiefe. Im Beet 0 bis 30 cm, im Rasen 0 bis 10 cm. Mit einem Spaten ein schmales Stück ausstechen oder einen Bohrstock verwenden.
- Mischen. Alle Einstiche in einem sauberen Eimer vermengen, Steine und Wurzeln entfernen.
- Menge abnehmen. Für den Farbtest ein Esslöffel, für das Labor meist etwa 500 g.
- Zeitpunkt beachten. Nicht direkt nach dem Düngen oder Kalken, am besten im zeitigen Frühjahr oder Herbst.
Was Sie mit dem Ergebnis anfangen
Ist der pH zu niedrig, heben Sie ihn mit kohlensaurem Kalk. Die Menge richtet sich nach Bodenart und Abstand zum Zielwert. Mehr dazu unter Rasenkalk. Ist er zu hoch, hilft nur Geduld und saures Material wie Nadelstreu oder Rindenhumus, Kalk lässt sich nicht einfach wieder herausholen. Bei Phosphorüberschuss, der in Hausgärten häufig ist, verzichten Sie auf Volldünger und nehmen stickstoffbetonte Dünger ohne Phosphat.
Typische Fehler
- Kalken auf Verdacht. Viele Gärten sind bereits basisch genug, jeder weitere Sack schadet.
- Leitungswasser statt destilliertem Wasser beim Farbtest. Hartes Wasser verschiebt das Ergebnis.
- Eine einzige Probe direkt am Kompost und daraus auf den ganzen Garten schließen.
- Dem Stabmessgerät blind vertrauen. Für die Feuchte ist es eine Hilfe, für den pH nicht.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich den Boden testen?
Den pH alle ein bis zwei Jahre mit einem Farbtest, eine Laboranalyse alle drei bis fünf Jahre oder wenn Pflanzen ohne erkennbaren Grund kümmern.
Wo bekomme ich eine Laboranalyse?
Bei den landwirtschaftlichen Untersuchungsanstalten der Länder und bei privaten Laboren. Viele bieten Versandtaschen für Hobbygärtner an.
Kann ich die Feuchte auch ohne Gerät prüfen?
Ja, mit dem Finger. Stecken Sie ihn fünf Zentimeter tief in die Erde. Ist es dort noch kühl und feucht, muss nicht gegossen werden.

