Sat Flachantenne
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Eine Sat-Flachantenne ist eine flache Platte statt eines Parabolspiegels, die das Satellitensignal über viele kleine Empfangselemente sammelt. Sie fällt an Balkon und Fassade kaum auf und hat den Empfangskopf schon eingebaut. Für den Empfang von Astra in Deutschland reicht sie in aller Regel aus – solange man ihre zwei Schwächen kennt: Sie empfängt nur einen Satelliten und kostet mehr als eine Schüssel.
Wie sie funktioniert
Eine Parabolschüssel bündelt die Signale mit ihrer Wölbung auf einen Punkt, an dem der LNB sitzt. Die Flachantenne macht das elektronisch: Hinter der Abdeckung liegen Dutzende kleine Antennenelemente, deren Signale zusammengeführt und an den eingebauten LNB weitergegeben werden. Von außen sieht man nur einen flachen Kasten, meist zwischen 30 und 60 cm Kantenlänge.
Am Receiver merkt man keinen Unterschied. Angeschlossen wird wie bei jeder Schüssel über ein Koaxialkabel mit F-Stecker.
Stärken der Flachantenne
- Unauffällig. An einer Hauswand oder Balkonbrüstung fällt sie kaum auf. Das ist das Hauptargument in Mietwohnungen und Wohngebieten mit strengen Gestaltungsvorgaben.
- Wenig Windlast. Die kompakte Fläche bietet dem Wind weniger Angriff als eine gewölbte Schüssel.
- Kein Schnee im Spiegel. Da die Platte fast senkrecht steht, bleibt Schnee kaum liegen. In einer Schüssel sammelt er sich und kann den Empfang stören.
- Kein separater LNB. Nichts steht ab, nichts muss justiert werden.
Schwächen, die man vorher kennen sollte
Nur ein Satellit. Eine Schüssel lässt sich mit einem Multifeed-Halter für zwei Satelliten ausstatten. Die Flachantenne ist auf eine Position festgelegt, in Deutschland praktisch immer Astra 19,2° Ost.
Weniger Reserve. Bei gleicher Fläche sammelt eine Flachantenne etwas weniger Signal als ein Spiegel. In ganz Deutschland genügt das bei freier Sicht, bei starkem Regen oder Schneefall fällt kleine Technik aber eher aus. Wer im äußersten Norden oder an einer Stelle mit knappem Sichtfenster wohnt, sollte lieber das größere Modell wählen.
Höherer Preis. Eine einfache Schüssel mit LNB kostet 30 bis 80 Euro. Flachantennen liegen meist bei 100 bis 300 Euro.
Single, Twin oder Quad
Wie bei Schüsseln gibt es die Flachantenne mit unterschiedlich vielen Ausgängen. Single versorgt einen Receiver, Twin zwei Receiver oder einen Twin-Receiver zum gleichzeitigen Aufnehmen und Ansehen, Quad bis zu vier. Kaufen Sie lieber eine Stufe mehr, als Sie heute brauchen. Nachrüsten geht bei der Flachantenne nicht, weil der LNB fest eingebaut ist.
Der richtige Montageort
Die Antenne braucht freie Sicht nach Südsüdosten, dorthin, wo Astra am Himmel steht. Der Satellit steht in Deutschland rund 30 Grad über dem Horizont. Bäume, Nachbarhäuser und Balkonüberdachungen im Sichtfeld sind der häufigste Grund für schlechten Empfang. Laub dämpft übrigens erheblich – ein Baum, der im Winter kein Problem ist, kann im Sommer den Empfang kappen.
Möglich sind Wandhalter, Balkonhalter mit Klemme, Standfüße für Terrasse oder Fensterbank und sogar Halter für den Fensterrahmen. Manche Modelle lassen sich auch hinter einem Fenster betreiben, allerdings dämpfen Wärmeschutzverglasungen mit Metallbeschichtung das Signal stark.
Ausrichten Schritt für Schritt
- Richtung grob bestimmen. Den Azimut für Ihren Ort liefern Satellitenrechner im Netz, in der Mitte Deutschlands liegt er bei etwa 165 Grad.
- Neigung einstellen. Viele Flachantennen haben eine Skala am Halter. Den Wert für Ihren Ort ebenfalls aus dem Rechner übernehmen.
- Feinjustieren. Die Antenne in kleinen Schritten seitlich drehen, bis der Receiver die höchste Signalqualität zeigt. Ein Satfinder macht es leichter, vor allem wenn der Fernseher weit weg steht.
- Festziehen, ohne die Position zu verschieben, und Kabel mit Tropfschlaufe verlegen.
Die Grundlagen gelten genauso für die Schüssel, ausführlich unter Satellitenschüssel ausrichten.
Mietwohnung und Erlaubnis
Eine Antenne an der Fassade ist eine bauliche Veränderung und braucht in der Regel die Zustimmung des Vermieters. Innerhalb des Balkons, ohne zu bohren und ohne über die Brüstung hinauszuragen, ist die Lage meist entspannter. Die unauffällige Flachantenne erhöht die Chancen auf ein Ja. Bei denkmalgeschützten Häusern und in manchen Bebauungsplänen gelten zusätzliche Vorgaben.
Erdung und Blitzschutz
Antennen auf dem Dach müssen nach DIN EN 60728-11 geerdet werden, und das gehört in die Hand eines Fachbetriebs. Am Balkon oder an der Wand, deutlich unterhalb der Dachkante und nahe an der Fassade, entfällt die Erdungspflicht meist. Im Zweifel fragen Sie einen Elektriker.
Kabel durchs Fenster
Wer nicht bohren will, nutzt eine Fensterdurchführung: ein flaches Kabelstück, das sich unter dem geschlossenen Fenster durchklemmen lässt. Sie dämpft das Signal etwas, bei kurzen Leitungen ist das aber unkritisch. Das Fenster sollte danach trotzdem sauber schließen, sonst zieht es.
Häufige Fragen
Ist das Bild schlechter als mit der Schüssel?
Nein. Solange das Signal ausreicht, ist das digitale Bild identisch. Unterschiede zeigen sich nur bei Grenzempfang und schlechtem Wetter.
Kann ich mit einer Flachantenne auch Türksat empfangen?
Nur mit einem Modell, das auf diesen Satelliten ausgerichtet wird – dann aber nicht mehr Astra. Für beides gleichzeitig braucht es eine Schüssel mit Multifeed.
Wie lange hält sie?
Mit wetterfestem Gehäuse viele Jahre. Schwachstelle ist wie bei jeder Antenne der Kabelanschluss, der gegen Feuchtigkeit geschützt sein muss.


